Freitag, 10. Dezember 2010

ABBA - The Symphonic Celebration, Kassel

mit:
Patrick Stanke, Kristin Hölck, Philippe Ducloux und Isabell Classen

Ganz merkwürdig: Irgendwie wars schlimm und doch einfach fantastisch... Wie soll man also vernünftig anfangen? Ich bin richtig froh, dass wir im x-ten Anlauf endlich Karten bekommen haben und nach Kassel gefahren sind. Der Abend war total unterhaltsam und wir hatten jede Menge Spaß.

Outfits:
- Fürchterliche Perücken
- schreckliche Klamotten
- irrsinnige Glitzer-Plateau-Schuhe

Kostprobe gefällig? 
Ei - was für Schuhe!
Ein Wahnsinn, dass man auf solchen Schuhen laufen kann :) Sieht ja auch alles andere als schick aus, doch für einen 70er Jahre Abend durchaus passend...

Und was für eine STIMMUNG:
Mut zur Frisur
Das überwiegend Kasseler Publikum (wir waren wohl vermutlich so ziemlich die einzigen, die extra durch Eis und Schnee angereist waren), war unglaublich - Mich wundert nicht, dass die ABBA Konzerte dort ständig ausgebucht sind - Es war echt schwer überhaupt an Karten zu kommen (Gut, dass Katrin nicht locker gelassen hat - DANKE: 1. Reihe - Super Plätze)! Oft erlebt man bei Stadttheateraufführungen eher verhaltene Stimmung. Besonders schlimm, sind Leute mittleren Alters, die sich bis zum geht nicht mehr aufbretzeln, weil es ins Theater geht, die dann aber nicht klatschen, nicht aufstehen und während des Schlussapplauses den Saal verlassen um möglichst als erstes aus dem Parkhaus zu kommen. Diesmal: Das genaue Gegenteil! Das Publikum ging total ab und hat jeden Quatsch mitgemacht. Hut ab vor dem Mann aus dem Publikum, der vor dem ganzen Saal gesungen hat. Aber zur Vorgeschichte... Patrick Stanke hat als 70er Jahre Big Bopper mal wieder in bester Manier das Publikum angeheizt und erst die Damen, dann die Herren zum aufstehen und singen gebracht und seinem strengen Blick entging auch nicht, dass sich auf dem seitlichen Balkon ein Herr drücken wollte. So ja nicht... Also musste der Arme ganz alleine ran. Da kennt der Stanke ja nix! Und wow - der Herr aus dem Publikum hat tatsächlich seine besten schiefen Töne preisgegeben und tosenden Applaus geerntet! Ich hätte es mich ja nicht getraut! Deshalb Respekt!!!
Zwei Moderatoren führten durch den Abend und erzählte ein paar witzige Anekdoten zum Zeitgeschehen und natürlich auch zu ABBA. Meist waren die zwei sehr unterhaltsam, nur manchmal fand ich ihre lustigen Geschichten etwas anstrengend. Insgesamt war die Idee mit der Moderation ganz gut, aber mir ging es natürlich in erster Linie schon um Musik und Gesang :)

Die Musik ging gut ins Ohr und bei den meisten Leuten auch in die wippenden Beine. Die ABBA Songs machten wirklich gute Laune und begleitet vom Symphonic Orchester waren sie doppelt schön anzuhören.
Gesanglich waren alle 4 Solisten wirklich top. Natürlich kann ich nicht verhehlen, dass ich vorallem wegen Patrick Stanke nach Kassel gefahren bin und ich wurde nicht enttäuscht! Wieder toll gesungen und viel Mut zum 70er Jahre-Look. Ein bißchen muss man ja schmunzeln - die Kleidung war für seine (Zitat): "70 Kilo" jetzt nicht sooooo vorteilhaft. ...und die Schuhe hatten Plateau und Absätze - Holla die Waldfee. Also ich hätte mir die Füße gebrochen.
Aber wir sind ja beim Punkt Musik: Ich konnte mir erst gar nicht so richtig vorstellen, was mich da genau erwartet, weil man Abba-Songs ja eher von weiblichen Bandmitgliedern im Ohr hat. Aber es passte wirklich gut - Die meisten Lieder wurden zu viert gesungen, hab hin und wieder gab es auch Solo-Stücke.

Set-Liste
Overtüre
Super Trouper
Dancing Queen
One of us
Eagle (kannte ich bisher nicht - war toll! Ratet wessen Solo :))
The Name of the Game
Gimme, gimme, gimme
I do, I do, I do,
Take a Chance on me
Mamma Mia!

Waterloo
Chiquitita
Money, Money, Money
Lay all your love on me
I have a dream
Knowing me, knowing you
The winner takes it all
Thank you for the music

Zugaben:
Es wurden reichlich Zugaben gefordert und die Solisten, der Kinderchor und die Backroundsänger mussten wieder und wieder zurück auf die Bühne. Gesungen haben sie dann immer wieder Teile aus dem Programm und alle Zuschauer standen förmlich auf ihren Plätzen, klatschten und waren begeistert.

Wie schon erwähnt, hat mich die Stimmung echt erstaunt, da man das nicht unbedingt so kennt - ich war sehr, sehr positiv überrascht und hatte einen tollen Abend!!!!!


Sonntag, 5. Dezember 2010

Wicked VI, Oberhausen (Backstageführung + Matinee)

Nach meiner Spontanaktion im Oktober, folgte nun der schon etwas länger geplante Oz-Besuch Nr. 6.
Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich diesen Termin am liebsten kurzfristig wieder abgesagt hätte. Draußen herrschte ein einziges Wetterchaos und auch sonst war mir insgesamt nicht so zum jubelfeiern zu Mute... Bei der einen Freundin stand nicht so ganz fest, ob sie mitkommen kann, weil sie die Woche über krank war. Die andere musste mit dem Zug erst zu mir fahren und da klappte auch nicht alles reibungslos, da die Bahn ja immer sehr überrascht reagiert, wenn es im Winter mal schneit und dann kam auch noch Melanie Gebhards Spielplan raus und sie stand ausgerechnet für unsere Show als Elphaba auf der Cast-Liste.
Mein erster Gedanke war ein Wort mit S. in Großbuchstaben und mit Ausrufezeichen! Von allen 5 Elphabas war Melanie - als ich sie im April gesehen habe - die mit Abstand schwächste. Am liebsten hätte ich Willemijn gesehen und Roberta hätte mich auch interessiert, weil ich sie als einzige (deutsche) Elphaba noch nicht gesehen habe - aber nein.... Melanie :( Ich muss zugeben, ich war sehr, sehr enttäuscht und das ganze drum herum machte es auch nicht besser.

ABER... wieder mal das Fazit vorweg: Ich bin im nachhinein soooooooo froh, dass ich mich nicht selber von einem tollen Tag in Oberhausen abgehalten habe!!!

Die Fahrt war schon krass. Gott-sei-dank konnten wir doch zu dritt fahren, aber der Schneematsch und die glatten Straßen waren wirklich die Hölle und auch nachdem wir endlich in Oberhausen waren, wurde es nicht besser. Ich habe meine Gummistiefel schmerzlich vermisst, weil wir wirklich durch ganze Schneematsch-Seen waten mussten um zum Metronom zu kommen. Es war kalt, es war nass, es war eklig!!! Das schöne an relativ offenen Schuhen ist - die nassen Füße trocknen auch schnell wieder!
Wo bleibt der Wetterumschwung

Backstageführung

Gott sei dank mussten wir nicht lange in der Kälte stehen und wurden recht schnell ins Foyee abgeholt. Pünktlich um 10:30 Uhr ging es dann auch los. Wir waren ein kleines Grüppchen und ich glaube, die meisten hatten das Musical auch schon (mehrfach) gesehen. Ich denke, grade, wenn man das Musical schon kennt, ist der Blick hinter die Kulissen besonders interessant.
Los ging es im Foyer, wo uns ein Mitarbeiter des Metronoms, erstmal kurz ein bißchen was über das Theater erzählt hat. Wann und warum es erbaut wurde, wie teuer der Umbau war, was schon für Stücke im Metronom liefen - halt die ganzen grundlegenden Sachen. Danach folgte ein Teil den vorallem die Technikfreaks interessant finden dürften. Hinter den Zuschauerrängen im Saal befindet sich das Mischpult und von dort aus wurde viel über, die Technik, die Beleuchtung, Ton und die Bühne erzählt und man hatte auch Gelegenheit einige Fragen loszuwerden. Eine die vielleicht viele interessieren dürfte: Was passiert eigentlich mit der ganzen Kulisse, wenn Wicked im August abgesetzt wird. Wird sie dann eingelagert (oder vielleicht doch irgendwo anders wieder aufgebaut)???? Tja, was war die Antwort darauf?! Nichts genaues weiß man nicht - aber es klang an, dass Wicked ja eher ein "Wanderstück" sei und ganz sicher auch nach August noch irgendwo aufgeführt werden wird... Wo kann und darf man noch nicht sagen, aber "es muss ja auch nicht unbedingt Deutschland sein". Ich persönlich habe da zwischen den Zeilen das Wort "Holland" rausgehört, aber das ist natürlich nur ein Gerücht, aber auch mein heißer Tipp. Vieles spricht dafür...
Danach ging es hinter die Bühne, wo das geordnete Chaos herrschte. Erst 2 Stunden vor der Show wird jede Requisite so positioniert, dass sie während der Show problemlos auf die Bühne gelangt. Als wir dort waren, war von dieser Ordnung noch nicht sehr viel zu erkennen, jedoch war es toll soviele mittlerweile schon sehr vertrauten Gegenstände und Kulissenteile hinter der Bühne zu sehen.
Da war der Rollstuhl von Nessa, da war das Sonnenblumenfeld, da waren Wagen voller Koffer, da war die Apparatur des Zauberers, da waren - ach Gott, mir fällt jetzt wirklich nicht alles ein - aber es stand viel Bekanntes "rum". Spätestens da begann meine Vorfreude auf das Stück!!!
Erst recht als wir von der Bühne aus in den Zuschauerraum gucken durften... aber Vorsicht: Da gibts da so eine Loverklappe und schwupps ist man weg :)
Wir durften einen Blick in die "Kleiderkammer" werfen und erhielten einige interessante Informationen. Das Bubblekleid wiegt insgesamt an die 30 kg - das hatte ich schonmal gehört... Wow - die armen Glindas, die ja vermutlich selbst nicht sehr viel mehr wiegen :)))
Danach erhaschten wir noch einen Blick in die Garderoben und Schminkräume und auch sonst gab es viel Interessantes zu sehen und zu hören - Ich will jetzt auch nicht allzuviel verraten, vielleicht wollt ihr die Backstageführung auch  noch machen. Einiges weiß man vielleicht schon, anderes ist neu.
Jedenfalls denke ich, dass für jeden was dabei ist. Ich für meinen Teil fand es toll, mal einen Blick hinter den Vorhang zu werfen, wobei ich finde, dass der Preis schon ziemlich ordentlich ist. Andererseits wurden wir auch fast ne Stunde durch das Metronomtheater und den Backstagebereich geführt.

Mittagspause

Kurz haben wir auch einen Blick auf den Weihnachtsmarkt am Centro geworfen, aber davon hatten wir schnell die Nase voll - oder auch die Füße nass :) Also lieber rein ins Zentrum des Kaufrauschs... In Versuchung kamen wir aber nicht, denn wir hatten einen verkaufszuen Sonntag erwischt und so gabs dann auch nur ein Schnitzel im Fresstempel.
Durch den Kauf von 3 kleinen Schnitzeln mit Kartoffelecken, gehört uns der Laden jetzt - könnte man bei den unverschämten Preisen jedenfalls meinen...
Aber wir haben ja jede menge Geld gespart, weil wir nicht den halben Bayern Fanshop leer kaufen mussten - Nicht das das irgendwer von uns Nord-Club-Anhängern je vorgehabt hätte...

Einigen Hexen kommt das mittelmäßige Schnitzel wieder hoch :)

Matineevorstellung
14 Uhr

Wie schon erwähnt - Meine Grundstimmung zu diesem Wicked-Besuch war nicht die beste, aber der Appetit kommt beim essen, oder wie heißt es so schön? Kaum war ich im Inneren des Theaters, war alles absolut "ozmopolitisch" und ich hab mich wie blöd auf das Stück gefreut. Ganz egal wie oft ich es schon gesehen habe und ganz egal wer spielt, sobald es los geht bin ich gebannt - Muss wohl Magie sein!
Die Einführung in die Vorgeschichte "Der Zauberer von OZ" ist übrigens wieder gestrichen worden. Statt dessen wars wieder die gute alte Julia Roberts Stimme, die dem Publikum erzählt, sie wisse nicht wie Hexen auf Handyklingeln reagieren... Sehr schön - hatte sie im Oktober fast schon vermisst :)

Pannen und Besonderheiten
Die eine Freundin - nennen wir sie mal Arankibum :-) wollte von mir vorher wissen, warum ich mir ein Musical wieder und wieder angucke und ob das nicht langweilig würde (sie war gestern das erste mal dabei und jetzt erübrigt sich die Frage wohl). Edit: Besagte Person hat nun schon zum 3. mal Tickets bestellt, da muss ich petzen - Denn ihr ungläubiges "Warum gehst du nur so oft ins gleiche Stück" ist mir noch gut im Ohr... Sie wollte auch wissen ob es immer unterschiedlich sei, oder völlig gleich? Fallen einem Pannen auf?!
Vielleicht hab ich deshalb diesmal besonders auf Einzelheiten geachtet - oder es gab diesmal wirklich viele, sagen wir mal "ungewollte Abweichungen". Nichts dramatisches - vermutlich nicht mal etwas, das "normalen" Zuschauern überhaupt auffallen würde.
Zum einen ist, der Radfahrer, der Glinda und Elphaba die Tickets für Abrakadaberet überreicht, als sie in der Smaragdstadt ankommen mit dem Rad ausgerutscht und hat sich mitten auf der Bühne lang gemacht. Es wirkte allerdings total passend, weil Glinda ein wunderbar überzogenes, mitleidvoll-erstauntes Gesicht gemacht hat, die Hand vor den Mund hielt und laut und vernehmlich: "OH NEIN, der ARME" stöhnte... Nach der ersten Schrecksekunde hat er es dann aber doch geschafft, die Eintrittskarten zu übergeben und dabei sind ihm noch ein paar andere Zettel (ich erinnere mich nicht mehr so genau) aus der Tasche gerutscht. Irgendwie hatte die Szene was - Vielleicht sollten sie es immer so machen :))) Der arme Radfahrer, hoffentlich hat er sich nicht weh getan, aber der Sturz hat sich erstaunlich gut in das Stück eingefügt und wirkte fast schon einstudiert!
Bei "Frei und Schwerelos" hatte sich ein Teil von Elphabas Saum vom Kleid gelöst und hing herab. Als sie ihre Zauberformel für den Flugzauber sprach, kniete sie direkt vor meiner Nase. Beim Aufstehen hörte man dann ein ziemlich lautes Reißgeräusch und der Saum war endgültig hin. Melanie hat aber ganz normal weitergespielt "als ob nichts gewesen wär".
Am Ende als der Zauberer die Zauberelexierflaschen verglich, leuchtete nur eine der beiden Flaschen.
Mir sind noch viel, viel mehr Einzelheiten aufgefallen, die ich mir dringend merken wollte... Nächstes mal nehme ich Papier und Stift mit - denn mein Gedächtnis ist ein Sieb!
Ach ja - Bei der Schulszene am Anfang musste wieder ein Typ einen Rock tragen. Ich war jetzt 4 mal dort, 2 mal Typ im Rock, 2 mal nicht... Ich hab bei der Backstageführung vorher gefragt gehabt: Das ist einfach OZ - er hatte keine Wette verloren oder so. Aber vielleicht ist es auch eine Art Reise nach Jerusalem - alle stürzen sich auf die Hosen und der langsamste muss den Rock anziehen :)
Andere Kleinigkeiten, die man aus der 1. Reihe sehr gut erkennen kann: Die Spiegel haben alle kein Glas - jedenfalls nicht die Handspiegel (z.B. der von Glinda bei "Was fühl ich in mir" oder auch der bei "Heißgeliebt").
Apropos Glinda... Ich muss jedesmal bei "Tanz durch die Welt", wenn Moq mit Nessa im Rollstuhl tanzt Glinda und Fiyero am linken Bühnenrand beobachten, wie sie flüstern und tuscheln - Jedesmal frage ich mich, was sie wohl in Wirklichkeit so sagen... ("Und was hast du gestern abend nach der Show noch so gemacht? Bist du gut nach Hause gekommen?" "Nee, meine Bahn hatte Verspätung"... Oder als Mathias und Valerie noch zusammen spielten: "Denk dran - wir müssen noch Milch und Katzenfutter kaufen" *Scherz*) - Egal... gehört ja irgendwie jetzt gar nicht zu dieser speziellen Show.
Diesmal ist mir aber noch aufgefallen, dass auf dem Brief von Fiyero (am Ende bei der "Wir haben sein Gesicht zum letzten mal gesehen" Szene), wirklich eine Menge drauf steht. Was genau, konnte ich natürlich nicht lesen, aber die Schrift schimmerte durch und es war einiges, was da stand :) (Vielleicht wars Valerie und Mathias' Einkaufsliste *hihi*). Ich schwafel - Sorry. Ich mach mal ernsthaft weiter... Denn mir fällt grade noch was "Vernünftiges" ein. Ein Mädel wollte bei der Backstageführung wissen, ob Glinda im Bubble gesichert wird. Deshalb konnte ich nicht anders, als nochmal speziell drauf zu achten, auch wenn ich es schon in den anderen Shows unterbewußt gesehen habe. Natürlich wird sie festgemacht - Immer ist ein Ensemblemitglied hinter der Bubble und mach die Sicherung zu, sobald Glinda eingestiegen ist :) Das passiert aber sehr unauffällig.


Besetzung

Elphaba - Melanie Gebhard
Das Wichtigste zu erst: Am meisten respektiert sind, die die rehablitiert sind!!!! Unglaublich was Melanie für einen Quantensprung gemacht hat!!!! Sie hat sich seit April so gesteigert! Wahnsinn! Ich denke, die vielen Spielttermine im September und Oktober haben ihr richtig gut getan. Sie war sowohl gesanglich, als auch darstellerisch heute in Höchstform. Sie hat wirklich eine schöne Stimmfarbe und auch darstellerisch hat sie enorm zugelegt - Im April fand ich sie etwas langweilig, aber diesmal hat sie mich besonders im zweiten Akt total begeistert. Im Nachhinein bin ich fast froh, dass wir sie heute als Elphaba hatten, so konnte sie mir dann doch beweisen was in ihr steckt! Auch wenn sie wohl nie meine Lieblingselphaba werden wird, so hat sie doch wirklich Eindruck auf mich gemacht! Außerdem hatte ich mehr als einmal Gänsehaut bei ihren Gesangsparts. "Gutes Tun" war genial - Ich glaube fast, dass ich bisher nur Willemijn bei diesem Lied besser fand. "Für ganz Oz werd ich nun die böööse Hexe sein" jagte einem wirklich Schauer über den Rücken. Das kleine Mädchen hinter mir wurde plötzlich ganz still. Es war wirklich ganz schön gruselig - aber in sehr positiven Sinne!!!

Joana und Melanie haben Applaus verdient!
Glinda - Joana Fee Würz
Das dauert länger und ich bin auch noch nicht so richtig entschieden
Aaaaalso... Zunächst mal: Ich hab noch nie soviel über eine Glinda gelacht. Joana hat es total raus, bestimmte Stellen noch witziger zu machen, dadurch, dass sie vieles sehr übertrieben betont, Worte in die Länge zieht oder dramatisiert. Außerdem schafft sie es stärker als jede andere Glinda (die ich bisher gesehen habe) Emotionen rüber zu bringen. Noch nie hatte ich beim ersten "Keiner weint um Hexen" einen Klos im Hals. Diesmal hat man Glinda schon am Anfang angesehen, dass sie grade um Elphaba trauert und nur so tut als sei sie froh und glücklich über den Tod der bösen Hexe des Westens. Auch sonst, hat mich ihre darstellerische Leistung wirklich überzeugt. Sehr überdreht mit einem Hang zur Nervigkeit - Rollengerecht, aber man muss sich natürlich daran gewöhnen... Der Catfight war diesmal besonders toll und zwar sowohl von Melanie als auch von Joana. Besonders hängen geblieben ist bei mir auch die Stelle, wo Madame Akaber den Grimmerich rausholt... "Darf ich es anfassen" - "Neeein". Genauso wollte ich es immer schon hören. langgezogen geflüstert... Herrlich! Je länger ich drüber nachdenke und sie mit Valerie und Katrin vergleiche, desto mehr muss ich zugeben, dass Joanas Spiel etwas hat, was hervorsticht! Gesanglich hat mir allerdings Valerie um Läääängen besser gefallen. Joanas Stimme ist sehr, sehr anstrengend, weil sie enorm quitschig und überdreht ist. Erst fand ich es richtig schlimm, aber nach und nach habe ich mich dran gewöhnt. Immer noch bin ich mir nicht sicher, was mir wichtiger ist - Die supertollen Glinda-Lacher oder eine insgesamt zurückhaltendere Interpretation der Rolle. Ich weiß, wer meine perfekte Glinda gewesen wäre, aber die spielt leider nicht (mehr). Ich glaube, keine von den bisher gesehenen Glindas ist eine Lieblingsglinda - aber jede hat ihr Vorzüge und rückblickend bin ich von Joana ebenfalls begeistert.

Fiyero - Anton Zetterholm
Als Fiyero die Sonnenbrille abnahm, dachte ich "Oh je, Anton sieht irgendwie mitgenommen aus". Ich glaube, er war ein bißchen angeschlagen, denn seine Augen glänzten ziemlich (Erkältung, Fieber?). Aber auch wenn er nicht in Höchstform war, hat er mir doch trotzdem gefallen. Nach-wie-vor ist da aber das Sprachproblem und leider hat man auch in der Pause wieder viele Zuschauer "sich wundern" gehört. Ich mag seinen Akzent und ich verstehe ihn auch sehr gut, schon weil ich das Stück kenne. Naja, wie schon im Oktoberbericht: Er macht eine erstklassige Figur, aber an der Sprache sollte er noch arbeiten.
Da fällt mir noch ne kleine Anekdote ein. Ich erwähnte ja schon, dass hinter mir ein kleines Mädchen saß. Ein bißchen nervig war ihre Quasselei ja, aber einmal als Anton auf die Bühne kam, sagte sie ganz laut zu ihrer Mutter: "Mama guck mal, da kommt der schöne Mann wieder".... :))) Ja, schön isser! Trotzdem würde ich nächstesmal sehr gerne auch mal Carl oder Jonas in der Rolle sehen!

Madame Akaber - Barbara Raunegger
Bei Madame Akaber ist es so, dass mir die Zweitbesetzung Helena Blöcker etwas besser gefallen hat, aber Barbara, die ich bereits zum 3. Mal in der Rolle hatte, ist natürlich trotzdem toll und spielt ihre Rolle perfekt.

Der Zauberer - Carlo Lauber
An meine Londoner-Zauberer erinnere ich mich nicht und in Oberhausen hatte ich bisher immer Carlo, daher ist er für mich der Zauberer. Konstant gut, optisch passend. Ich würde gerne mal jemand anderen sehen, aber für mich sind Carlo und der Zauberer eins.

Nessarose - Janna Yngwe
Ich hab mich total gefreut, Janna wieder als Nessa zu haben. Ich mag sie total gerne und bei "Die böse Hexe des Ostens" hatte ich wieder Gänsehaut und Tränen in den Augen. Ich liebe diese Szene einfach! Ich weiß gar nicht warum die se mir so angetan hat, aber sie gehört jedesmal zu meinen Highlights.

Dr. Dillamonth - Thomas Wißmann
Moq - Ben Darmanin
Schlussapplaus

Fazit: 
Warum geht eine Show immer so schnell rum und warum muss ich beim Schlussapplaus immer überlegen, wann ich wieder hinfahre?! Die Frage ist - Wird es je genug sein?!!! Ja ich gebe es zu - Ich bin Wicked süchtig!


Weitere Links
 Meine weiteren Wicked Berichte

Freitag, 3. Dezember 2010

WOW

2000 Aufrufe :) in knapp einem Monat! Ich freu mich riesig! Auch über die bisherigen Rückmeldungen und Kommentare!
Ich danke euch!!!!

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Tecklenburg 2011

Vorverkaufsstart 1.12.2010
 
Heute war Vorverkaufsstart und allen technischen Schwierigkeiten zum Trotz hab ich es geschafft und Karten für beide Premieren gebucht.
Ich freufreufreu mich....
Auch wenn mich das Programm 2011 nicht allzusehr vom Hocker reißt und die Besetzungslisten noch nicht raus sind. Hin muss ich so oder so - Denn was wäre ein Sommer ohne die atmosphärische Freilichtbühne in Tecklenburg?!


Welche Stücke wird es 2011 geben?
Wie auch in den Jahren zuvor, gibt es zwei verschiedene Musicalproduktionen und ein Kindermusical.
Los geht die Saison am 22.05. mit dem Kindermusical.


Peter Pan
Das Kinderstück wird auch in diesem Jahr wieder extra für die Tecklenburger Bühne geschrieben und soll nichts mit den anderen Peter Pan Musicals zu tun haben, die er schon gibt.
Peter Pan ist ein toller Stoff und ich wenn es sich ergeben sollte, werde ich mir auch dieses Musical sehr gerne angucken.


Crazy for You ist ein Stepp-Musical - Mir ist noch nicht klar, wie man das auf die Freilichtbühne bringen will - aber auf der Tecklenburg Homepage steht, dass wir uns überraschen lassen sollen und so lehne ich mich also zurück und freue mich auf die Premiere am 25. Juni und die versprochene Überraschung. Das Stück läuft 2 Monate lang. Die letzte Vorstellung ist am 26.08.



Jesus Christ Superstar kenne ich bisher nur als Film und auf DVD - Es gibt soviele verschiedene Versionen, dass auch da sozusagen alles möglich ist. Fest steht bisher nur, dass Marc Clear wieder als Regisseur dabei ist. Nach seiner fulminanten 3 Musketiere Inszenierung in der letzten Saison, traue ich ihm eine Menge zu. Ich hoffe nur man lässt ihn! :) Die Premiere von Jesus Christ Superstar ist am 29. Juli und es werden bis zum 10.9. insgesamt 18 Vorstellungen gespielt.


Jetzt heißt es warten, denn noch ist es natürlich "die Katze im Sack" - Ich hoffe, dass bald die Cast-Liste raus kommt und bin fürchterlich hibbelig, wer 2011 dabei sein wird - Ich bin jedenfalls schonmal das Publikum.


Weitere Links und Updates

Sonntag, 28. November 2010

Die letzten 5 Jahre, Hildesheim

Theaterplakat TfN
Bei Wikipedia steht, es wäre ein Kammermusical... Was ist denn ein Kammermusical?!??
Auf jedenfall zeigt dieses Stück wie vielschichtig das Genre "Musical" sein kann. Dies ist jedenfalls kein "herkömmliches Stück" und es ist sehr schwer zu sagen, was man nun davon halten soll.
Ich habe beschlossen, dass es mir sehr gut gefallen hat.
Aber jetzt der Reihe nach... Hä?! Ach ja, da war was... also:

Worum gehts:
Es geht um Jamie und Cathy, die sich kennenlernen - ineinander verlieben - heiraten - Beziehungsprobleme haben und sich nach 5 Jahren wieder trennen.
Klingt nicht soooo spannend, oder?! Das interessante an der Geschichte ist die Erzählweise. Denn es geht eben nicht der Reihe nach. Los geht es mit Cathy, die nach Hause kommt und Jamies Ehering und einen Brief, findet, indem er ihr mitteilt, dass die Ehe am Ende ist und er sich trennt. 
Danach tritt Jamie auf - in Cathys Nachthemd und ist verliebt wie am ersten Tag - äh - es ist der erste Tag. Er schwärmt von Cathy und könnte die ganze Welt umarmen...
Kurze Verwirrung, aber schnell wird klar: Während Cathy die Beziehungsgeschichte rückwärts erzählt, erzählt Jamie die selbe Geschichte vorwärts.
Nur in der Mitte treffen sich die Erzählstränge - nämlich bei der Hochzeit! Danach schreitet Jamie - nun mit Ring am Finger der Trennung entgegen, während Cathy immer weiter in die Vergangenheit zurückgeht bis sie am Ende nur im Nachhemd von Jamie träumt und schwämt, während er einen Trennungsbrief schreibt.... und so schließt sich am Ende ...oder Anfang(?) der Kreis.
Mir hat die Idee und die Umsetzung äußerst gut gefallen. Das Stück geht nur ungefähr 1,5 Stunden, was ich aber als passende Länge empfunden habe. Gut fand ich auch, dass es keine Pause gab, denn das hätte den A-ha Effekt kurz nach der Kreuzung der Erzählstränge unterbrochen. So blieb man in der Handlung drin und erkannte rasch viele Sachen wieder.

Die Darsteller
Jamie & Cathy tauschen Ringe :)
Die letzten 5 Jahre ist ein reines 2-Personenstück, wobei die Personen nichtmal wirklich miteinander agieren, da sie ja in "unterschiedlichen Zeiten" stecken. Das ist für die Darsteller natürlich eine ganz besondere Herausforderung und mehr noch. Sebastian Strehler und Wiebke Wötzel haben super gespielt und auch gut gesungen, auch wenn ich bei keinem von beiden den großen Wow-Effekt hatte. Aber trotzdem gut! 

Die Bühne
So ein Stück kann meiner Meinung nach nur auf einer ganz kleinen Bühne gespielt werden. Und so war es auch in Hildesheim. Die Bühne war keine richtige Bühne, sondern eine leichte Erhöhung von ca. 2 mal 2 Metern. Dahinter waren Baukästen gestapelt die "Schränke" darstellten und aus denen immer wieder neue Requisiten gezaubert wurden und dann nach Gebrauch wieder in deren Inneren verschwanden. Trotz der Einfachheit des Bühnenbildes konnte man der Geschichte prima folgen. Ich muss sagen, dass ich das alles großartig gelöst fand.
Außerdem wurde der Zuschauer (es war ein kleines, feines Publikum von sicher nicht mehr als 50 Leuten) in die Handlung einbezogen. In seiner überschwänglichen Verliebtheit ist Jamie zum Beispiel vor lauter "Weltumarmungsdrang" auf meinen Stuhl geklettert - ein Fuß auf der Sitzfläche, einen auf der Lehne und beim runterspringen kriegte ich auch noch einen Schmatzer auf die Wange.
Als sein Buch veröffentlicht wird köpft er eine Flasche Sekt und spritzt sie halb ins Publikum. Cathy wischt (viel Später in der Zukunft, aber einer relativ bald folgenden Szene) den Boden wieder sauber - und bittet die erste Reihe die Füße zu heben. Jamie signiert Bücher und verteilt sie im Publikum. Cathy stellt sich bei Auditions (sie ist Sängerin), neben den Pianisten.

Apropos: Dies ist die richtige Überleitung... zur Musik - Begleitet wurden die Darsteller nur von einem Pianisten, der seinen Flügel am Rande der Bühne aufgebaut hatte. Für diesen kleinen Rahmen passte das sehr gut und zur Art der Lieder passte es auch.
Die CD kannte ich schon vorher und hab immer mal wieder reingehört. Allerdings ist es definitiv keine CD um sie nebenbei zu hören. Wie soll ich es jetzt beschreiben.... ich sag mal - es ist ein Kammermusical... nee, quatsch - ich weiß ja gar nicht was das heißt. ICH hätte es jetzt als "gesungenes Theaterstück" bezeichnet. Denn anders als bei vielen "normalen" Musicals, ist die Musik von "Die letzten 5 Jahre" nicht Story-unterstützend oder begleitend. Hier sind die Lieder die Geschichte.
Auch musste ich mich ein bisschen reinfinden - die Lieder haben meiner Ansicht nach jetzt nicht so den Ohrwurmcharakter - aber ich glaube auch nicht, dass das gewollt ist.

Wer ein Musical im eigentlichen Sinne erwartet könnte enttäuscht werden. Aber wer es auch mal ein wenig abseits des Mainstreams mag, den erwartet eine ungewöhnlich erzählte Geschichte und je länger ich drüber nachdenke, desto mehr freue ich mich dieses Stück gesehen zu haben.




Samstag, 27. November 2010

"Theatern" und die Welt entdecken... :))

 Eins muss ich grade mal los werden... So eine Musicalsucht mag ja etwas freakig sein, aber ich glaube, es gibt auch schlimmere Hobbies.
Denn ich verbinde zwei ganz tolle Leidenschaften: Das Reisen und das Theater!
In den letzten Jahren habe ich neben vielen tollen Musicalproduktionen auch sehr, sehr schöne Städte und Orte besucht, die ich sonst vermutlich nicht auf meiner Kennenlern-Liste gehabt hätte.
Sich Marburg und Fulda anzugucken ist vielleicht nicht so abwegig, aber wer hätte gedacht wieviele schöne Ecken sogar der Ruhrpott haben kann? Ob Oberhausen oder Essen... ob Hagen oder Wuppertal - Viele Städte sind in Wirklichkeit viel schöner als ihr Ruf :))) In Bochum war es im Februar leider allzu stürmisch, da ist mir nur die beißende Kälte in Erinnerung geblieben.
Ohne die Freilichtbühne hätte ich auch sicher nie den Weg nach Tecklenburg gefunden - dabei ist es ein total niedlicher Ort in einer wunderschönen Umgebung.
Hamburg, Köln, Stuttgart und Berlin sind durchaus eine Reise wert... und von London und New York will ich erst gar nicht anfangen! Würde es Bielefeld tatsächlich geben und es dort nicht immer nur regnen, gäbe es dort sicher auch eine Welt zu entdecken *g*. Auch vor der eigenen Haustür sollte man manchmal das Theaterprogramm studieren. Ich hab auch schon ein Wochenende in Frankfurt verbracht und war in Münster unterwegs.

Merkt ihrs? Ich rede mir die viele Fahrerei grade schön... Nee, aber im Ernst: Städtetouren sind was tolles und wenn man Zeit hat, sollte man auch nochmal 5 Meter ums Theater herum gehen und auch mal einen Blick in die jeweilige Stadt werfen - es lohnt sich meistens :)))

Deshalb keine Frage: Die Reiserei geht weiter :))
In diesem Sinne - auf nach Hildesheim.... aber davon dann morgen mehr!

Dienstag, 23. November 2010

The Scarlet Pimpernel, Bielefeld

The Scarlet Pimpernel (Quelle: Theater Bielefeld)

Da ich mich seit Kindertagen für Musicals interessiere und auch schon so einiges gesehen/gehört habe, kommt es eher selten vor, dass mir "ältere" Stücke (grade gesehen: es ist von 1997 - also nach meiner Rechnung gar nicht mal so alt^^) vollkommen unbekannt sind.
Gestern war es ausnahmsweise mal wieder soweit. Ich kannte weder die Musik, noch wußte ich worum es überhaupt geht - Ehrlichgesagt bin ich nach Bielefeld gefahren, weil es nicht weit weg ist und ich den Namen des Musicals schon öfter mal gehört habe. Die Handlung hab ich mir auf dem Weg zum Theater grob von einer Freundin erklären lassen. Sprich - ich saß vollkommen unvoreingenommen in der 2. Reihe des Theaters... Sehr lustiges Gefühl!

Margurite & Percy (Quelle: Theater Bielefeld)
Die ersten paar Minuten war ich dann auch noch abwartend und gespannt... aber bald stellte sich raus, dass ich mit dem Stück absolut alles richtig gemacht hatte. Tolle Darsteller und eine unterhaltsame, stellenweise sehr lustige Geschichte, verbunden mit guten, eingängigen Liedern haben mir einen sehr, sehr schönen Abend beschert. 
Das konnten auch nicht die Teenies in der Reihe hinter und vor uns verderben - auch wenn ich es etwas schade fand, dass offensichtlich ganze Schulkassen gezwungen wurden sich ein Stück anzusehen, was sie sich nicht getraut haben toll zu finden. Ja - in gewissem Alter kann man schon anstrengend sein... *roll eyes*
Aber zurück zum vergnüglichen Teil des Abends... denn genau das war es: Sehr vergnüglich!

Worum gehts:
Das Musical spielt Ende des 18. Jahrhunderts während der Französischen Revolution. Percy Blakeney, ein junger Adeliger aus England heiratet in Paris in die französische Tänzerin Marguerite St. Just, in die er sich heftig verliebt hat, die er aber erst seit Kurzem kennt.
Kurz nach der Hochzeit erfährt Percy, dass Marguerit eine Spionin ist, die -so wird ihm zugetragen- dafür verantwortlich ist, dass der französischen Adlige Marquis de St. Cyr und dessen Familie von den Revolutionsführern unschuldig unter die Guillotine gebracht wurden. Er ist von ihr enttäuscht und ahnt nicht, dass sie nur auf Druck des Polizeichefs Chauvelin, mit dem sie früher ein Verhältnis hatte zu diesem Verrat gezwungen war.
Percy entschließt sich, gegen die Revolutionsregierung zu rebellieren und weitere grausame Morde zu verhindern. Er schlüpft in die Maske des "Scarlet Pimpernel" und rettet zusammen mit seinen Freunden auf gewitzte und intelligente Weise viele Menschenleben. Um jeden Verdacht von sich abzulenken mimt er in England den adligen Schnösel, der sich nur für Mode und Parties interessiert.
Polizeichef Chauvelin jedoch sucht den Scarlet Pimpernel verbissen und versucht gleichzeitig Margurite zurück zu erobern. Er lässt sich von Percy immer wieder hinters Licht führen, aber letztendlich kommt es zum großen Showdown - Zuviel möchte ich jetzt auch nicht verraten - kann aber versprechen, dass es eine sehr komische, spannende und teilweise rasante Geschichte ist :)

Die Musik
Komponiert wurde das Musical von Frank Wildhorn, dessen Handschrift man deutlich erkennt - Doch im Gegensatz zu Wildhorns weiteren Stücken (Jekyll & Hyde, Count of Monte Christo, Dracula oder auch Rudolf) hat The Scarlet Pimpernel aber deutlich mehr komödiantische Seiten und Lieder wie zum Beispiel "Der Scarlet Pimpernel" oder auch "Die Erschaffung des Mannes". 
Aber natürlich dürfen auch Liebesduette nicht fehlen.
Das Lied "Das Gebet" hat mich sehr an "Oh Herr" aus den 3 Musketieren erinnert und auch andere Lieder würde ich als "Mantel-und-Degen" Lieder bezeichnen "Mitten ins Feuer" oder "Der Falke auf der Jagd". Das ist aber gar nicht schlimm, denn sie passen wunderbar ins Stück und machen einfach Spaß.

Bühnenbild und Requisite:
Das Bühnenbild ist passend, aber nicht überfrachtet. Was ich zuvor gelesen habe, kann ich bestätigen - an einigen Stellen hätte ich es netter gefunden, wenn nicht grade schwarzgekleidete Bühnenarbeiter die Kulisse ausgetauscht hätten, während am Bühnenrand gesungen wurde. Aber allzusehr gestört hat mich das auch nicht. Vielleicht wäre es nur sinnvoller gewesen, wenn "Diener aus dem 18. Jahrhundert" Tische, Stühle etc. ausgetauscht hätten - das wäre viel unauffälliger gewesen. Und jaaa - mich hat auch gestört, dass man bei der Gartenszene aufgrund der Drehbühne die hölzernen Rückseiten der Rasenatrappen gesehen hat (auch hätte ich mir den Hintergrund als blauen Himmel gewünscht und nicht zusätzlich zu allem andern ebenfalls grün). Aaaaber das ist "Jammern auf hohem Niveau", denn es ist nur eine Winzigkeit im Vergleich zu den Stärken des Stücks.

Besetzung: 
Sir Percy Blakeney - Veit Schäfermeier
Den Namen hatte ich schonmal gehört, aber wirklich gesagt hat er mir nichts! Die Rolle passte wie Faust aufs Auge: Er hat Percy wunderbar überdreht, schnöselig und äh... tuntig gespielt - es war ein Fest und ich hab teilweise Tränen gelacht.
Gesanglich total stark! Bei "Das Gebet" hatte ich eine ziemliche Gänsehaut und der lange Schlusston am Ende hat mir fast den Rest gegeben. Wenn ich bis dahin nicht überzeugt gewesen sein sollte - spätestens da wars um mich geschehen :)))


Karin und Veit beim Schlussapplaus (von mir)
Marguerite St. Just - Karin Seyfried
Mir hat sie in der Rolle sehr gut gefallen - Sie spielte toll und auch gesanglich war sie super. Klingt jetzt nicht sooo euphorisch, wie es sein sollte?! Mh... Das liegt wohl daran, dass ich klassische Ansätze im Musical nicht sooo gerne habe und sie mir manchmal einfach ein bißchen zu klassisch klingt, aber das ist natürlich reine Geschmackssache. Dafür mag ich ihre Sprechstimme besonders gerne, was wohl auch mit dem leichten Wiener Dialekt zusammenhängt, den man heraushört und den ich sehr mag!

Chauvelin - Alexander Franzen
Ich hab ihn schon bei The Birds of Alfred Hitchcock gesehen. Er hat mir in der Rolle des Chauvelin noch ne Ecke besser gefallen! Schön düstere Rolle mit tollen Liedern! An manchen Stellen hätte ich ihm noch mehr Kraft in der Stimme zugetraut. Da saß ich immer da und dacht: Ja los, jetzt son richtiger Hammerton, bitte... Vielleicht war er ein bißchen erkältet? Ich weiß nicht. Trotzdem war er ein großartiger Chauvelin - auch darstellerisch. Es war zum schießen, wenn er von Percy genervt war. Herrlich :))

Armand St. Just/Robespierre - Dirk Mestmacher
Gesanglich war er für mich nicht das Highlight, wenn ich ehrlich bin - Aber da er nur ein Lied hatte (oder??) und darstellerisch wirklich super in die Rolle passte, ist das nicht weiter tragisch.

Marie Grosholtz - Sarah Kuffner
Sie machte auf mich einen sehr sympathischen Eindruck und hat mir gut gefallen

Tussaud/Wache - Ramon Riemarzik
Coupeau/Jessup/Prince of Wales - Ulrich Neuweiler
Mercier - Andreas Lutsch
Dewhurst - Lutz Laible
Ozzy - Alexander Janacek

Elton - Christian Tobias Müller
Christian ist ein Beispiel dafür, dass man sich auch die "kleingedruckten" Namen mal angucken sollte. Zwar ist es eine sehr kleine Rolle mit wenig Gesangsparts, die er spielt, aber dennoch hat er eine enorme Bühnenpresenz und ist uns nicht erst nachher auf der Straße außerhalb des Theaters aufgefallen, wo er sich trotz Regen und Kälte jede menge Zeit genommen hat, ein bißchen zu quatschen. Sehr netter, lockerer Typ. Hoffentlich sieht man ihn noch häufiger auf Deutschlands Bühnen :))


Christan Tobias Müller beim Schlussapplaus (von mir)

Farleigh - Carlos Horacio Rivas
Hal - Krzysztof Gornowicz
Ben - Sebastian Teichner
Marquis de St. Cyr - Vladimir Lortkipanidze

Fazit (kurz und bündig): Tolles Stück, tolle Darsteller, reingehen und genießen :) Ich freu mich sehr, dass ich immer wieder großartige Alternativen zu überteuerten Stage-Stücken entdecke!