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Sonntag, 15. April 2012

Kein Pardon, Düsseldorf (Matinee)

Dann werde ich es wohl machen...

Es kamen schon einige Nachfragen und deshalb will (oder muss) ich jetzt etwas zu "Kein Pardon" in Düsseldorf schreiben. Fängt komisch an, oder?
Vorweg: Ich gebe allem eine Chance. Allerdings kann ich auch nicht verhehlen , dass ich vorher etwas skeptisch war, ob das Hape Kerkeling Musical tatsächlich etwas für mich sein könnte. Die durchaus geteilten Meinungen von Bekannten und Freunden machten mich zugegebnermaßen neugierig und ich bin immer bereit mir ein eigenes Bild zu machen. Letztendlich kann ich nur betonen, dass alles Geschmackssache ist und dass sich vieles was man erst verlacht später als durchaus sehenswert heraus stellt. Ich war also gespannt!


Die Handlung ist vielleicht vielen aus dem gleichnamigen Film bekannt. Hier nochmal zusammenfassend die Story, wie sie bei "Wikipedia" zu lesen ist:

Der ungeschickte Peter Schlönzke arbeitet als Schnittchenauslieferer im Familienbetrieb und ist großer Fan der Unterhaltungssendung „Witzischkeit kennt keine Grenzen“ von Moderator Heinz Wäscher. Seine Mutter meldet ihn an einer Talentshow der Sendung an. Zwar kann er den Talentwettbewerb nicht für sich entscheiden, doch lernt er im Gebäude des Senders die Tontechnikerin Ulla kennen, die ihm einen Job als Kabelhilfe besorgt. Er erhält nun Einblick in die Produktion seiner Lieblingssendung und stellt fest, dass Heinz Wäscher keineswegs so nett ist, wie er im Fernsehen immer wirkt, sondern die Mitarbeiter am Set mit seinen Starallüren tyrannisiert. In einer Livesendung wird Schlönzke als „Lustiger Glückshase“ eingesetzt. Als er im Verlauf der Sendung einen Wutausbruch bekommt und Wäscher wüst beschimpft, begeistert dies den Programmdirektor dermaßen, dass er Schlönzke den Moderatorenplatz Wäschers anbietet. Ein Jahr später lebt Schlönzke in einer luxuriösen Wohnung und plagt seine Umwelt mit ebensolchen Starallüren, wie es vor ihm auch schon Wäscher getan hat. Er hat kaum noch Kontakt zu seiner Familie und das Verhältnis zu Freundin Ulla ist gespannt. Als Kritik wegen sinkender Einschaltquoten aufkommt, wird auch Schlönzke entlassen. Seinen Platz nimmt die kleine Bettina ein, die seinerzeit den Talentwettbewerb gewonnen hatte.

Klingt ziemlich klamaukig und ist es auch. Es stellt sich die Frage was ist witzisch und was nervt?! Wenn man nichts Nettes zu sagen hat, dann sollte man die Klappe halten - Ende des Blogs...
Nein, so einfach will ich es mir nicht machen. Und das wäre auch nicht wahr! Denn es gab durchaus schöne und lustige Momente, auch wenn mich das Stück in seiner Gesamtheit leider nicht überzeugen konnte.

Der Anfang hat mir recht gut gefallen.
Vorallem Enrico de Pieri als Peter ist genial besetzt. Er ist ein bißchen moppelig und schüchtern, aber herzensgut. Man möchte ihn die ganze Zeit knuddeln...
Auch der Ruhrpott-Charm bei der Nummer "Bottrop Beach" hat durchaus was. Ob uuuunbedingt Schalke-Fanen geschwenkt werden müssen bleibt mal dahin gestellt (*schallalla*), jedenfalls macht das Stück am Anfang wirklich Spaß. Peter und seine Familie sind sympathische Originale, die man einfach mögen muss.

Leider merkt man dem Musical seine Filmvorlage aus den 80ern allzusehr an. Peters Lieblingssendung inklusive "Fernsehballett" würde heutzutage kaum mehr jemanden unter 70 Jahren vor den Bildschirm locken und ich im Zuschauerraum hätte zumindest nach der 5. Wiederholung von "Witzischkeit kennt keine Grenzen" und Fernsehballetttanz gerne die Fernbedinung zum weiterzappen hervorgezogen. Die Fernsehstudioszenen gingen mir irgendwann wirklich auf die Nerven. 


Ich kann mir nicht vorstellen, dass das anderes gewesen wäre, wenn wir Dirk Bach als Heinz Wäscher gehabt hätten. Trotzdem war es nicht grade ein Vorteil, dass mir H.P. Lengkeit in der Rolle nicht sympathisch unsympathisch war. Zusätzlich zum Stück hatte ich also noch einen Darsteller zu verdauen, der mir nicht gefiel. Machts halt irgendwie nicht besser.
Und Reinhard Brussmann in eine reine Sprechrolle (Aufnahmeleiter) zu stecken, ist meiner Meinung nach auch Perlen vor die Säue schmeißen.
Auch Roberta Valentinis Rolle als "Ulla" ist sehr zusammengestrichen worden. Gott sei dank, wurde hier aber von der Filmvorlage abgewichen. Ulla ist deshalb eher rockig als esotherisch angehaucht. Das hat mir ganz gut gefallen. Der Klingelsong war sehr lustig und Enrico und Roberta im Duett sind wundervoll sympathisch. Ein paar kleine Highlights hatte das Stück also schon. 

Trotzdem war es in seiner Gesamtheit einfach nicht mein Fall.
Ich weiß, dass das Musical durchaus seine Fans hat (Leute, deren Meinung ich oft schätze), deshalb würde ich es auch ganz bestimmt niemadem ausreden wollen. Über Humor lässt sich nicht streiten!
Für mich persönlich reicht die eine Vorstellung erstmal.