Montag, 23. Dezember 2013

Room9: Do They Know Its Christmas Time - Spenden für WaterAid


Der Adventskalender von Room 9 (Anton Zetterholm & Rob Houchen von Les Miserables) hat uns schon den ganzen Dezember begleitet. Was für eine tolle, tolle, tolle Idee!
Jeden Tag öffnet sich ein Türchen, jeden Tag gibt es eine neue Video-Weihnachtsüberraschung für alle Musicalfans.
Heute, am 23. Dezember gab es einen ganz besonderen Leckerbissen... Die Jungs haben es tatsächlich geschafft viele Casts im West End und rund um den Erdball "zusammen" zu trommeln um für die gute Sache zu singen... Nämlich Spenden für WaterAid!
Wie schon in den 80ern geht das mit viel Spaß und dem ultimativen Charity-Song "Do they know it's Christmastime" am allerbesten!

Viel Spaß beim Video!!!

Montag, 16. Dezember 2013

Best of Musical Hits (3 CD Set von Tchibo 2013)

Werbebild (c) Tchibo
Ich kaufe selten bis nie Compilation CDs, weil mich eher die Original CDs zum jeweiligen Stück in voller Länger interessieren.
Vor 3 Jahren kam pünktlich zum Weihnachtsgeschäft jedoch eine recht interessante Musical Compilation von Tchibo auf den Markt. Viele Originallieder, aber auch bekannte Musical Lieder von bekannten Musicaldarstellern, die sonst (noch) nicht erschienen sind.


Nach längerer Pause hat Tchibo es nun wieder getan. Offiziell kommt die CD-Sammlung erst am 18.12.2013 auf den Markt, bei uns stand sie aber schon heute im Regal... Deshalb hier für alle die es interessiert:

DIE TRACKLISTE:

CD 1:
01: Zeig mir den Himmel (Sister Act) Zodwa Selele, Patricia Meden, Elissa Huber

02: Dir gehört mein Herz (Tarzan) Alexander Klaws, Ana Milva Gomes
03: I will always love you (Bodyguard) Mark Seibert
04: Ich lieb dich überhaupt nicht mehr (Hinterm Horizont) Josephin Busch & Aline Staskowiak
05: Boote in der Nacht (Elisabeth) Angelika Milster
06: In Palästen geboren (Ludwig II) Jan Ammann
07: Musik der Nacht (Phantom der Oper) Christian Alexander Müller
08: Bleib noch bis zum Sonntag (Song & Dance) Gitte Henning

09: Für Sarah (Tanz der Vampire) Sascha Kurth
10: Ich wollte nie erwachsen sein (Tabaluga) Andreas Bieber
11: Wenn es weiter regnet (Rocky) Wietske van Tongeren
12: Männer (3 Musketiere) Pia Douwes
13: Who wants to live forever (We will rock you) Mark Seibert & Barbara Obermeier
14: Kann es wirklich Liebe sein (König der Löwen) OCHamburg

15: Somewhere (West Side Story) Nicole Mühle
16: Was wichtig ist (Ich war noch niemals in New York) Isabel Dörfler

CD 2:
01: Fabelhaft Baby (Sister Act) Zodwa Selele, Patrica Meden, Elissa Huber

02: Alles (3 Musketiere) Alexander Klaws & Sabrina Weckerlin
03: Zeit in einer Flasche (Rebecca) Michaela Schober
04: Memory (Cats) Musical Tenors
05: Unchained Melody (Ghost) Uwe Kröger
06: True Love (High Society) Erkan Aki & Anna Aki
07: Gefährliches Spiel (Jekyll & Hyde) Thomas Borchert, Eva Maria Marold
08: Wie soll ich ihn nur lieben (Jesus Christ Superstar) Angelika Milster
09: Totale Finsternis (Tanz der Vampire) Jan Ammann, Sabrina Weckerlin
10: Goodbye (Catch me if you can) Mark Seibert
11: Frei und schwerelos (Wicked) Sabrina Weckerlin
12: The Winner takes it all (Mamma Mia) Patrick Stanke
13: Ol Man River (Showboat) Ingrid Peters
14: Tonight (West Side Story) Peter Hofmann & Deborah Sasson
15: Kalte Sterne (Ludwig II) Jan Ammann
16: Hinterm Horizont gehts weiter (Hinterm Horizont) Serkan Kaya, Josephin Busch

CD 3: 
01: Starlight Express (Starlight Express) Markus Psotta
02: With You (Ghost) Mark Seibert, Marjan Shaki
03: Ein neues Leben (Jekyll & Hyde) Eva Maria Marold
04: Endlose Nacht (König der Löwen) Gino Emnes
05: Ich gehör nur mir (Elisabeth) Janet Marie Chvatal
06: Die Schatten werden länger (Elisabeth) Jan Ammann & Sascha Kurth
07: Nur für mich (Les Miserables) Ingrid Peters
08: Fremde wie ich (Tarzan) Alexander Klaws, Elisabeth Hübert
09: Mehr will ich nicht von dir (Phantom der Oper) Carsten Lepper, Jana Werner
10: Mein Gott, warum (Miss Saigon) Patrick Stanke
11: Dont cry for me Argentina (Evita) Deborah Sasson
12: Immortality (Saturday Night Fever) Volkan Baydar
13: Time of my life (Dirty Dancing) Uwe Kröger, Tamee Harrison
14: Ich kam und sah sie (Miss Saigon) Michaela Schober
15: Wer kann schon ohne Liebe sein (3 Musketiere) Pia Douwes, Sabrina Weckerlin, Kristin Hölck
16: Die unstillbare Gier (Tanz der Vampire) Jan Ammann

Ganz ehrlich? Ich werde sie weiterverwichteln... Für mich selber ist sie diesmal bis auf 2-3 Lieder nicht wirklich interessant, aber Neueinsteigern kann ich durchaus zum Kauf raten. Viel Spaß beim Hören und lasst mich wissen, wie ihr die CD findet.





Samstag, 20. Juli 2013

Sommernacht des Musicals in "Dingslaken"

Solisten:
Christian Alexander Müller
Jessica Kessler
Valerie Link
Rob Fowler
Maricel
Patrick Stanke


1. Music was my first Love (Alle)
2. Herzlich willkommen in den 60s aus Hairspray (Patrick Stanke, Jessica Kessler)
3. Billie Jean (Rob Fowler)
4. Rebecca aus Rebecca (Maricel, Valerie Link)
5. Junge (Christian Alexander Müller als Heino, Patrick Stanke)
6. More than Words (Background-Chor)
7. Defying Gravity (Patrick Stanke)
8. Wie ich bin aus Wicked (Valerie Link, Patrick Stanke)
9. Heißgeliebt aus Wicked (Valerie Link)
10. Mein Sinn für Stil aus Aida (Maricel)
11. Hammer to fall aus We will rock you (Jessica Kessler und Rob Fowler)
12. Eye of the Tiger (Rob Fowler und Patrick Stanke)
13. So much better aus Legally Blonde (Jessica Kessler)
14. Nur Liebe bleibt aus Rent (Alle)

Pause

15. Totale Finsternis aus Tanz der Vampire (Jessica Kessler, Christian Alexander Müller)
16. Medley als Straßenkünstler (Patrick Stanke)
17. Falling Slowly aus Once (Patrick Stanke und Valerie Link)
18. Sweet Transvestite aus Rocky Horror Show (Rob Fowler)
19. Gold von den Sternen aus Mozart (Maricel)
20. Nur für mich aus Les Miserables (Jessica Kessler)
21. Bring ihn Heim aus Les Miserables (Christian Alexander Müller)
22. Lied des Volkes aus Les Miserables (Alle)
23. Die Schatten werden länger aus Elisabeth (Rob Fowler und Patrick Stanke)
24. Ich gehör nur mir aus Elisabeth (Maricel)
25. Dies ist die Stunde aus Jekyll & Hyde als Reggae-Version (Patrick Stanke)
26. Denk an mich aus Phantom der Oper (Valerie Link)
27. 'Till I hear you sing aus Love never dies (Christian Alexander Müller)
28. Phantom der Oper aus Phantom der Oper (Valerie Link und Christian Alexander Müller)
29. Time Warp aus Rocky Horror Show (Alle)
30. We are the Champions aus We will rock you (Alle)

Freitag, 21. Juni 2013

Les Miserables, Magdeburg 2013 (Premiere)

Über meine Besuche in London habe ich vor einiger Zeit folgendes geschrieben:

"Für mich ist Les Misérables eins der schönsten Musicals die es gibt! Unglaublich emotional mit sehr vielen musikalischen Highlights (Mir gefällt sehr, dass es -wie früher üblicher als heute- komplett durchkomponiert ist). Dieses Musical ist ein Klassiker, der seines Gleichen sucht! Es wird wirklich Zeit, dass dieses Musical auch mal wieder in Deutschland gespielt wird."

Lange mussten wir uns gedulden, doch dieses Jahr kam hierzulande nicht nur die lang ersehnte Verfilmung in die Kinos, nein - endlich gibt es auch die Gelegenheit das Stück wieder Live zu erleben!
Das Theater Magdeburg zeigt vom 21.06-20.7.2013 eine Neuinszenierung des Schönberg/Boublil Stücks vor ganz besonderer Kulisse.

Freilichttheater haben immer eine eigene Atmosphäre. Das Domplatz Open Air findet direkt vor dem Magdeburger Dom statt. Das tolle Bühnenbild und die natürliche Bühnenumgebung ergänzen sich dabei aufs beeindruckenste. Von der Zuschauertribühne aus hat man sowohl die halbrunde Holzkonstruktion, als auch den Dom selbst im Blick, der durch Illumination der Fenster in die Handlung mit einbezogen wird.



Die Bühnenkonstruktion kann man durchaus als Geniestreich bezeichnen. Sie wird zum Teil auf drei Ebenen bespielt. Zwei Elemente können verschoben werden und geben den Blick z.B. auf das Innere von Fantines Zimmer oder den Raum des ABC Cafés frei, in dem die Stundenten ihren Aufstand planen. So ist die Kulisse auch ohne die übliche Drehbühne, wie man sie normalerweise im Stück verwendet, sehr wandelbar. Zusätzlich überzeugt die Inszenierung durch tolle Ideen. Bei "Morgen schon" stehen alle Darsteller auf verschiedenen Ebenen der Bühne. Im Verlauf des Liedes wird eine überdemensionlae Frankreichfahne über alle drei Ebenen gespannt, durch die im Gegenlicht die Silhouetten der Darsteller scheint - Ein wahnsinnig schöner Effekt. Ich liebe dieses Lied und kriege regelmäßig Gänsehaut. Als Liebhaber der Londoner Inszenierung fand ich es zwar ein bisschen schade, dass hier niemand auf der Stelle marschierte, was mir regelmäßig die Tränen in die Augen treibt. Aber ohne Drehbühne wäre dies wohl ohnehin nicht ganz so effektvoll - zudem war die hier gezeigte Szene sehr beeindruckend und stimmig, so dass ich erst gar nicht anfange zu vergleichen.

Unbezahlbare Special Effects schickte außerdem der Himmel, der ebenfalls ein Musicalfan sein muss. Das Stück begann um 21 Uhr bei strahlendem Sonnenschein. Im Verlaufe des Musicals konnte man den Himmel dunkler werden und den Mond aufgehen sehen. Im zweiten Akt wurde mancher Zuschauer vom Geschehen auf der Bühne abgelenkt, als sich über den Zinnen des Doms ein Schauspiel ganz besonderer Art abspielte. Ein unglaublicher Vollmond kämpfte sich direkt über dem Kirchendach durch aufziehende Wolken und beschien das ergreifende Treiben auf der Bühne. Was für ein gruselig-schöner Anblick, der zusätzlich für meterdicke Gänsehaut sorgte. Auch die Turmuhr schien eine Oscarreife Nebenrolle zu spielen. Zusammen mit ein paar wohlplatzierten Regentropfen schlug sie Mitternacht als zum Ende des Stücks Jean Valjeans letztes Stündlein geschlagen hatte. 

Apropos Jean Valjean - Jetzt habe ich schon sehr viel über Kulisse und Bühnenbild geschrieben und noch nicht ein Wort über die Besetzung verloren. Es wird Zeit dies nachzuholen. Denn die Inszenierung überzeugt nicht nur mit "Äußerlichkeiten", sondern auch durch eine sehr gute Cast.
Im Vorfeld hatte ich einige Male gesagt, dass ich mir Thomas Borchert eher als Javert und weniger als Valjean vorstellen kann - Während des Stückes hat er mich eines Besseren belehrt. Sowohl gesanglich, als auch darstellerisch ist er der Rolle des Gefangenen 24601, der sich seinen Platz als Jean Valjean erkämpft durchaus gerecht geworden.
Auch Markus Liske, den ich bisher gar nicht kannte, überzeugt in seiner Rolle als ordnungstreuer und unerbittlicher Polizeichef und Gegenspieler Javert. Es war toll "Sterne/Stars" mal wieder in gewohnt klassischem Gewand zu hören (ohne dass ich jetzt kritisch über die Country/Rockstimme von Russel Crowe debattieren möchte).
Besonders berührt haben mich Bettina Mönch als Fantine und Christina Patten als Eponine. Ihre Haupttitel "Ich hab geträumt" und "Nur für mich allein" kenne ich schon seit ich musicalistisch denken kann und habe beide Lieder schon in sehr vielen Interpretationen gehört - von Heidi Brühl bis zu den unglaublichen Leading-Ladys im Westend - Und immer wieder ergreifen mich die Lieder aufs Neue. Beide Darstellerinnen zeichnen sich durch sehr angenehme Stimmen aus und auch ihr Spiel, besonders in den jeweiligen Todesszenen hat mich sehr mitgenommen.
Gott sei Dank gab es mit dem Gaunerpaar Thenardier (Peter Wittig und Gabriele Stoppel-Bachmann) auch immer wieder Szenen zum Schmunzeln, die den traurigen Grundtenor des Stücks ein bisschen auflockern.
Der freche Straßenjunge Gravoche wird aus Jugendschutzgründen in Magdeburg nicht mit einem kleinen Jungen besetzt, sondern wird von einer Frau gespielt. Zwei Darstellerinnen teilen sich diese Rolle und leider weiß ich nicht, ob bei der Premiere Sandra Pangl oder Maria Neumann auf der Bühne standen. Welche von beiden es auch war - Sie hat ihre Sache gut gemacht, auch wenn bei mir ein bisschen Wehmut aufkam, weil die Jungs in London jedesmal kleine Highlights waren.
Mit Cosette habe ich im allgemeinen und im besonderen immer wieder meine Schwierigkeiten. Die Rolle verlangt einen klassischen Sopran, der selten mein Fall ist. Ob im Film oder auf der Bühne - in meinen Ohren klingt Cosette leider immer sehr anstrengend. Teresa Sedlmair ist optisch ein sehr süßes Mädchen  und spielt mit der nötigen Anmut und Frische. Gesanglich lagen wir trotzdem nicht auf einer Wellenlänge, da sie die Rolle sehr operettenhaft anlegt. Das ist sicher gewollt, trifft aber leider nicht meinen persönlichen Geschmack.
Hingegen mochte ich die Barrikaden-Jungs um Anführer Enjolras (Marc Lamberty) - allen voran Oliver Arno als Marius mal wieder sehr! Man möchte gleich aufspringen und "Revolution" brüllen. Oliver ist mit Anfang 30 zwar eigentlich ein bisschen alt für den jugendlichen Revolutionär, wirkt aber sehr jung und gefällt mir auch gesanglich sehr gut. Eponines Tod (Der Regen) und vorallem seine Interpretation von "Dunkles Schweigen an den Tischen" war für mich ein echtes Highlight. Ich musste schwer schlucken, als er den Tod seiner Kameraden betrauert und dabei alle nochmal namentlich erwähnt. Das kannte ich in dieser Form nicht und hat mir jedesmal, wenn er einen Namen murmelte oder hinausschrie nochmal einen zusätzlichen Stich ins Herz versetzt. 


Eine gute Stelle sich zu fragen, wieso man ein Stück so liebt, das einen eigentlich permanent leiden lässt?! Ich weiß darauf keine andere Antwort, als die, die ich schon im Bezug auf London gegeben habe:  Les Misérables ist oft düster und bedrückend, aber es reißt einen auch emotional mit und es wirkt nachhaltig. Die Geschichte berührt einen und klingt noch lange nach. Dramatische, aber auch komische oder romantische Szenen sorgen dafür, dass man am Ende aufgewühlt aber auch zufrieden das Theater verlässt.
Es gibt Stücke, die einen unterhalten und es gibt Stücke, die man nie vergisst!

Magdeburg hat erheblich dazu beigetragen, dass ich mal wieder einen Les Miserables Rausch habe. *Hicks*. Ob nun in der Freilicht-Fassung auf deutsch oder im Londoner Original. Das Stück hat mich wieder voll in seinen Fängen! Wer die Gelegenheit hat, sollte sie ergreifen und sich ergreifen lassen!!! 


PS: Danke an Bianca, die mir netterweise ein Foto von der Premieren Cast-Liste zur Verfügung gestellt hat. Hier wird auch meine Frage nach Gravoche beantwortet :)
 

Montag, 3. Juni 2013

Donnerstag, 30. Mai 2013

Once, London

Tag 2 in London - Donnerstag, morgens kurz nach 9 Uhr. Mit Sandwich und Kaffee in der Hand gehe ich der Lieblingsbeschäftigung aller Briten nach: Ich reihe mich in eine Schlange ein und denke drüber nach, ob es deshalb immer mehr West-End Theater gibt, die bei der Vergabe von Dayseats mitmachen, weil man sich so schön dafür anstellen kann?
Nochmal kurz für alle: In London gibt es eine ganze Reihe *haha* von Theatern, bei denen man zur Kassenöffnung eine begrenzte Anzahl von Tickets für denselben Tag zum Schnäppchenpreis erwerben kann. Ich habe diese Möglichkeit in den letzten Jahren lieben gelernt. Denn in Zahlen heißt das: 40-60 Minuten warten, 1. Reihe, 25 Pfund. Man darf zwei Tickets pro Person kaufen. Wenn man also „Doppelshow hat“, kann man sich auch aufteilen und seine Reisebegleitung zu den Kriegspferden schicken…, während man selber am Phoenix-Theater für "Once" ansteht.


Eine knappe Stunde später ist der Plan für heute in trockenen Tüchern. 15 Uhr „Once“, 19:30 Uhr „War Horse“ (Letzteres für unfassbare 12 Pfund) und nun erst mal ab nach Covent Garden, wo man den Vormittag sehr schön verbringen kann.

 
Dort gibt es viel zu sehen. Lauter kleine, hübsche Geschäfte, (Floh)makthallen, Straßenkünstler und buntes Treiben. Mittags traditionell eine leckere Portion Fish & Chips und dann langsam seelisch auf den "Broken-Hearted-Hooverfixer-Sucker-Guy" vorbereiten und bloß nicht zu spät zum Theater gehen.

Once, London 30.05.2013 (Matinee) 
Warum die Eile? Ganz einfach: Wenn man pünktlich bei „Once“ im Theatersaal ist, dann ist man im Grunde schon zu spät. Ich weiß gar nicht, ob ich jetzt schon mehr als nur Andeutungen verraten soll… Sagen wir mal so: Auf der Bühne ist schon so einiges los bevor es los geht und man kann das Theater auch mal von einer ganz anderen Perspektive betrachten. Deshalb rate ich dringend dazu mindestens eine halbe Stunde vor Beginn da zu sein!

Wie (fast) alle Theater, ist auch das Phoenix Theatre ein echtes Schmuckstück. Viel roter Samt, Gold, Verspiegelte Decken… Einfach wunderschön!


Es gibt zwei Balkone und Seiten-Boxen. Wer das Theater des Westens schön findet, der wird von den meisten Londoner Theatern hin und weg sein. Mir geht es jedenfalls immer so. Da stört es mich ausnahmsweise auch mal nicht, wenn die Ansteigung nicht sehr ausgeprägt ist und das Holz der Sessel manchmal knarzt. Das alles gehört zu London dazu und ich liebe dieses Feeling. Die erste Reihe ist recht nach an der Bühne, da es keinen Orchestergraben gibt. Den perfekten Blickwinkel hat man sicherlich 2-3 Reihen weiter hinten, aber die Höhe der Bühne ist erträglich und die Show entschädigt für die Nackenstarre. Im Ernst. Es gibt Theater, wo ich trotz günstiger Dayseats von der ersten Reihe abraten würde. Im Phoenix Theatre kann man aber noch recht angenehm sitzen.

Worum geht’s?
"Once" ist eine wunderschöne, kleine, feine, witzige, anrührende und durch und durch herzerwärmende "Guy meets Girl" Story. Er ist Musiker, befindet sich aber derzeit in einer Lebenskrise. Seine Freundin hat ihn verlassen, er hält sich finanziell über Wasser, indem er im Laden seines Vaters Staubsauger repariert ("Broken-hearted-hoover-fixer-sucker-guy"). Er ist kurz davor die Musik an den Nagel zu hängen. Doch dann begegnete er einer jungen Tschechin und sie verändert sein Leben auf ihre ganz besondere Art. Sie ermutigt ihn, weiter an sich und seine Musik zu glauben und bringt ihn dazu ein Demo Tape aufzunehmen. Durch die gemeinsame Liebe zur Musik kommen sich die beiden näher. Doch sie erkennt, dass es keine gemeinsame Zukunft geben kann, weil sie beide noch mit ihrer unabgeschlossenen Vergangenheit zu kämpfen haben.

Wie schon der Independent Film von 2006 ist auch das Musical ein Überraschungserfolg. Mich freut dabei besonders, dass hier kein großes Budget den Ausschlag für Preisregen und die Zuschauergunst gab, sondern einzig und allein die richtige Idee und Umsetzung.
Gestartet ist das Stück am OFF-Broadway. Also in eher kleinem, bescheidenen Rahmen. Doch Aufgrund großer Beliebtheit gelang der Sprung an den „richtigen“ Broadway und gewann letztes Jahr gleich 8 Tony Awards – Darunter der Award für das „Beste Musical“. Seit 2013 begeistert das Stück nun auch das Londoner Publikum. Und das -zum Glück- ohne sich zu verbiegen! Der Umzug von der „kleinen“ Bühne in ein großes Theater hat "Once" nichts an Intimität und Glaubwürdigkeit genommen. Die Kulisse ist weiterhin schlicht. Die Szenenwechsel werden eher angedeutet. Ich mag es sehr, wenn der Zuschauer nicht von Technik und Effekten erschlagen wird und hin und wieder auch mal die eigene Fantasie angeregt wird. Eine Frau am Klavier und ein Mann mit Gitarre sind manchmal alles was man braucht um sich in die Handlung hinein zu versetzen.

Ich glaube, es ist eine der ehrlichsten und gleichzeitig berührendsten Geschichten, die ich bisher auf einer Bühne gesehen habe. Aber keine Sorge – es ist nicht die ganze Zeit ernst und tiefgreifend. Im Gegenteil. Grade durch die ungewöhnliche Art des „Girl“ und ihrer skurrilen Mitbewohner- ist das Stück teilweise extrem amüsant.
Das Musical ist alles was es sein kann und sein sollte - Die Geschichte und vor allem auch die Musik transportieren jede Art von Gefühl. Ich habe abwechselnd Tränen gelacht und geweint, bin in die Songs eingetaucht und wurde von ihnen emotional mitgerissen.

Die Musik würde ich in die Sparte "Singer-Songwriter" mit einer Priese Folk einsortieren. Die Songs stammen aus der Feder von Glen Hansard und Markéta Irglová, die im Film Guy und Girl spielen. Sie sind nicht nur „Beiwerk“, sondern spielen im Stück eine Hauptrolle. Es geht ja gerade darum Songs zu schreiben, sie zu singen und aufzunehmen. Und was für ausdrucksstarke Lieder!!! (Es lohnt sich auch mal einen Blick auf die Lyrics zu werfen, denn es sind Lieder mit viel, viel Aussagekraft). Ich kann gar nicht genau sagen, welcher Song mein Lieblingslied ist... Leave, Gold, Sleeping, The Hill, Abandoned in Bandon^^, JEDES?! :-) Ich hoffe so sehr, dass vielleicht eine CD von der Londoner Cast auf den Markt geworfen wird - Das würde mich mehr als nur glücklich machen!!!

Alle Darsteller spielen ihre Instrumente selbst und sind die meiste Zeit auf der Bühne anwesend - auch, wenn grade keine Szene gespielt wird, in der ihr Charakter vorkommt. Dann sitzen sie auf Stühlen am Bühnenrand oder auf der Bar, die den Hintergrund der Bühne bildet und stimmen ggf. musikalisch mit ein.

Neben Guy und Girl stehen noch 10 1/2 weitere Personen auf der Bühne. Interessanter Weise haben viele Ensemble Mitglieder tatsächlich irische oder slawische Wurzeln, was das Ganze noch authentischer und die Personen noch glaubwürdiger macht.


Das Leben als Understudy ist in London nicht so einfach - Eigentlich spielt fast immer die First-Cast. Nichts desto trotz gibt es bei Once sogenannte "Walk-in Cover" (also Cover, die nicht auf der Bühne stehen, außer jemand fällt aus). Diese müssen dann meist mehrere Rollen drauf haben, um bei Bedarf mal den einen und mal den anderen zu ersetzen. Dass die Hauptrollen außerhalb ihres regulären Urlaubs nicht spielen kommt in London realtiv selten vor, deshalb gibt es auch keine Cast-Listen, wie man sie hier kennt. Wenn mal jemand anderes spielt, wird ein Aushang gemacht. In unserer Matinee-Show am Donnerstag hatten wir gleich 3 Cover auf der Bühne. Neben Geigerin Reza wurden auch die Hauptrollen von 2 Understudies gespielt. 

Grund dafür war - wie sich nachher herausstellte - ein Promoauftritt von Guy und Girl in der 



 "Graham Norton Show". 

So kamen wir kamen in den Genuss Alex Turney in seiner ersten Show als Guy und Phoebe Fildes als Girl zu sehen und zu hören. Ein Wort: Fantastisch! 
Ich kann kaum glauben, dass Alex wirklich das erste mal in der Hauptrolle auf der Bühne stand. Er ist ein sehr überzeugender und sehr nett anzusehender Guy. Ein bisschen schüchertern, ein bisschen zurückhaltend, aber das passt zur Rolle. Denn Guy ist ein eher ruhiger Charakter, der erst in seinen Liedern richtig aufdreht. 
Das Girl ist wie ein Gegenpol: Sie sagt was sie denkt, nimmt die Dinge in die Hand und wirbelt gehörig in Guys Leben herum. Dafür schlägt sie musikalisch eher die ruhige Töne an. Phoebe hat eine wunderschöne Stimme und spielt ausdrucksstark. Auch wenn auch der tschechische Akzent stellenweise nicht ganz echt klingt, fand ich sie in der Rolle sehr überzeugend. An anderer Stelle habe ich schonmal geschrieben, dass man sich hierzulande die Finger nach Darstellern lecken würde, die in London "nur" Understudies sind. 

Girl: "You have heart and soul. These Songs need to be sung for you, for me, for everybody who has lost a love. Don't be sad - you MUST sing!"
Und wir durfte zuhören! Und MUSSTEN es nochmal sehen!



Once, London 31.05.2013
Also hieß es Freitag Abend "Once more"! Oh mein Gott! Beim zweiten Mal achtet man ja nochmal ganz anders auf Kleinigkeiten. Die Show hat mich deshalb noch mehr gepackt als beim ersten mal - wer hätte gedacht, dass das möglich wäre?!

Diesmal waren Declan Bennett und Zrinka Cvitesic zurück on Stage. Wieder ein Wort? Nein, mir fehlen die Worte! Wirklich! 
Verlangt nicht von mir, dass ich hier jetzt eine vernünftige Darsteller-Rezension schreibe. Ich kanns echt nicht!

Declan-Guy hat mich gleich mit dem ersten Ton gepackt. Mit seinen leisen Tönen und auch wenn er seinen ganzen Frust in seine Songs legt und sie der Welt entgegen schreit. 


Hier bei einem Promoauftritt in der Londoner Tube

Mir wurde abwechselnd heiß und kalt. Was für ein Typ. Ich liebe seine Stimme und ich liebe es, dass man nie das Gefühl hat, dass er die Rolle einfach nur spielt, sondern dass sie ihm etwas zu bedeuten scheint. Dass ist übrigens mein Eindruck beim gesamten Ensemble: Es sind alles Vollblut-Musiker und nicht nur "einfach irgendwelche Darsteller".
Zrinka-Girl war schlicht und einfach der Wahnsinn. Sie reißt nicht nur den Guy mit sich, wie ein Wirbelsturm, sondern das gesamte Publikum. Und als sie im zweiten Akt einsam und alleine am Klavier sitzt und bei The Hill in Tränen ausbricht, wem laufen da auch die Tränen?! Dass sie dann bis zum Schluss durch weint, hat es mir nicht leichter gemacht. Das war unfassbar emotional. Ich habe erst einmal jemanden SO in seiner Rolle aufgehen sehen. Interessanterweise war das Lyn Paul in Blood Brothers ungefähr ein halbes Jahr zuvor im selben Theater. Genau wie sie damals konnte man auch bei Zrinka Cvitesic beobachten, wie sie erst beim Schlussapplaus ganz langsam wieder in die Wirklichkeit zurück fand. 
Genauso ging es mir auch und als ich mich umguckte, sah ich sehr viele feuchte Augen und rote Nasen. 
Ich muss nochmal betonen - Im Stück gibt es sehr viel zu lachen, aber eben auch einige Taschentuch Momente. Die perfekte Mischung aus laut und leise, lachen und weinen, leicht und schwer... und so schön!!


So - und jetzt bucht ihr bitte ALLE einen Flug nach London, geht direkt zum Phoenix Theatre zur Charing-Cross Road, stellt euch an der Box Office an, kauft euch ein Ticket für Once und GUCKT ES EUCH AN! Und liebt es! Danke!

Mein Fazit: Diese Show sollte man gesehen haben!


http://www.oncemusical.co.uk/







Mittwoch, 24. April 2013

We Will Rock You, Essen

"We will rock you" und ich hatten einen klassischen Fehlstart. Als es 2004 in Köln startete habe ich gestreikt, weil ich mir Queen auf (teilweise) Deutsch nicht vorstellen konnte (und wollte). Gesehen habe ich es dann 2010 in London, aber auch da hatte ich eigentlich andere Prioritäten. Ich wollte ein anderes Stück sehen, wofür ich aber keine Karte mehr bekommen habe. Deshalb war "We will rock you" ein "Notnagel-will-ich-eigentlich-gar-nicht-sehen-Ersatz-Musical" und ich von Anfang an nicht besonders gut gelaunt. Das hab ich selten, aber an dem Abend war es leider so. Die Cast hat mir gut gefallen, die Musik war toll. Queen Songs, was soll man sagen?! Trotzdem war es für mich kein Stück zum "gleich nochmal" angucken. Ich hätte es vielleicht tun sollen...


Alex Melcher und Vera Bolten 24.04.2013

Damals lag es aber auch daran, dass mich die Story des Musicals nicht wirklich überzeugen konnte:

300 Jahre in der Zukunft gibt es keine handgemachte Musik mehr, Instrumente, die Sprache Englisch und jede Form von Kreativität ist verboten. Was zählt sind Konsum und Oberflächlichkeit und das Leben findet Online statt. Der ganze Planet wird von der Internetfirma Global-Soft kontrolliert, an deren Spitze die Killer Queen und ihr Kommandant Khashoggi stehen. Jeder der sich gegen das System auflehnt wird eingesperrt und mit Gehirnwäsche "auf den Pfad der Tugend" zurück gebracht. Doch zwei Teenager "Galileo" und "Scaramouche" brechen aus diesem System aus, auch wenn sie selber nicht genau verstehen warum. Galileo hat ständig Fetzen aus Songs im Kopf, die er nicht kennt. Scaramouche ist von Natur aus ein rebellischer Typ. Die beiden schließen sich den „Bohemiens“ an, einer Gruppe deren Mitglieder sich nach einstigen Künstlern benennen und die auf den „Träumer“ warten, der einer Legende zu Folge das letzte verbliebene Instrument in der Arena der Champions finden soll und damit die Welt verändern wird. Doch die Killerqueen und Khashoggi sind ihnen immer auf den Fersen.

Das alles ist noch viel seltsamer als es in der Zusammenfassung klingt. Um nicht zu sagen: Völlig GAGA und in sich auch unlogisch. Die englische Sprache ist verboten und wird trotzdem gesungen. Es gibt keine Instrumente mehr und auch die Rockmusik ist fast komplett in Vergessenheit geraten, gleichwohl wird während des ganzen Stücks zu E-Gitarren und bester Rockmusik Vollgas gegeben. Und zwar sowohl von den Gaga-Kids als auch von Kashoggi, der Killerqueen und den Bohemiens in gleicher Weise. Außerdem leidet die Story an der typischen Jukebox-Musical Krankheit. Wie so häufig versucht man auf Teufel-komm-raus eine Handlung um bestimmte Lieder drum rum zu basteln. Besonders extrem ist mir das bei "Seven Seas of Rhye" aufgefallen. Schnell noch einen Pub danach benannt und schon hat das Lied seinen Platz in der Geschichte von "We will rock you". Andererseits: Die Songs sind toll und über die Story sollte man ja ohnehin möglichst nicht zu viel nachdenken. In London hab ich das leider getan.

Aber ich bin gut darin "zweite Chancen" zu verteilen - Besonders, wenn der Besetzungsplan der Tour mit tollen Darstellern lockt. Außerdem hatte ich mal wieder wirklich Bock auf ein Rock-Musical!!!! Dann halt doch: Queen auf Deutsch (edit: Es tat gar nicht weh!) Auf ins Gebrüll! Spaß haben in Essen!

Pssst... Ich nehme vorweg: Ja, ich hatte Spaß! Ja, seit 2 Wochen habe ich akuten Queen-Ohrwurm-Befall (eine sehr hartnäckige Spezies) und JA, ich hab mir wieder eine Karte gekauft und ich bin nochmal nach Essen gefahren. Ich kann also mittlerweile eine Two-in-One Blog schreiben... und ich "fürchte", hat es mich jetzt doch erwischt! - Besonders letztes Mal hab ich Tränen gelacht und war in bester Stimmung: Vorher, nachher und zwischendrin erst Recht.
Denn auch wenn die Story schwachsinnig ist – Es gibt viel, viel Situationskomik. Mancher Witz ist etwas flach geraten, aber oft, sehr oft hat man Grund zu Fröhlichkeit und Amusement. Besonders der permanente Schlagabtausch zwischen Galileo und Scaramouche ist immer wieder der Brüller. Sie putzt ihn ständig runter und er ist herrlich verpeilt. Mit den Killerqueen/Khashoggi Szenen hab ich es immer noch nicht so – aber was nicht ist, kann ja noch werden. Denn ich hab das Stück vermutlich nicht zum letzten Mal gesehen.

Neben der Beanspruchung meiner Bauchmuskeln (man nennt sie im Fachjargon auch Lachflash-Muskeln) wurde auch mein Rhythmus-Gefühl aktiv gefördert. Mitwippen, im Takt klatschen, Arme schwenken, applaudieren – alles dabei! Theater-Zumba für Anfänger und Fortgeschrittene - oder um es kurz zu machen: Ich wurde gerockt!!!

Wer waren die Täter?! Unterschiedlich... Beim ersten Mal waren es die "jungen Wilden" und beim zweiten Mal die "wilden 'Alten'".


In der Preview-Show am 9.4. standen Christopher Brose als Galileo und Jeannine Wacker als Scaramouche auf der Bühne. 
Christopher und Jeannine spielen die Rollen auf der Tour zum ersten Mal, wobei der Ausdruck "zum ersten Mal" etwas irritierend ist, denn mittlerweile haben beide schon an die 100 Shows in Basel hinter sich. 
Einen ersten Eindruck von Christopher hab ich schon vor einem knappen Jahr in Berlin bekommen, wo er den Steve in Hinterm Horizont gespielt hat. Als ich hörte, dass auf der Tour die Galileo Erstbesetzung würde, hab ich mich sehr gefreut und wusste sofort, dass das passt! Und das tuts auch. Davon konnte ich mich nun auch selber überzeugen. Ein toller Fiffy fürs Auge und fürs Ohr! Es hat riesig Spaß gemacht ihn in der Rolle zu erleben, auch wenn er noch ein paar mehr Ecken und Kanten haben könnte. Er und Jeannine Wacker sind jedenfalls ein eingespieltes Team, denn auch sie passt 100%ig in ihre Rolle. Klein und quierlig mit eine fantastischen Stimme und reichlich Energie. Mich wundert nicht, dass sie ein Stipendium für ein Musicalstudium in New York bekommen hat. Diesen Namen sollte man sich merken. 

Zwei Wochen später konnte ich die Kölner Ur-Rock-Yous Alex Melcher und Vera Bolten auf der Bühne erleben. Und hier fehlen mir schlicht die Worte. So gut mir die neue Cast gefallen hat - Alex und Vera haben mich restlos in den 7. Himmel gerockt. Streng genommen, passen beide mit Ende 30/Anfang 40 nicht mehr ins Rollenprofil, aber HimmelundHölle... wen juckt das?! Alex sprengt die Bühne! Seine Mimik ist der Knaller und er ist die geborene Rampen-Rock-Sau. Was andere Darsteller "spielen" haut er von Natur aus raus! Ich hatte wahlweise Gänsehaut, Kicher-Anfälle und ein permanentes grenzdebiles Grinsen auf dem Gesicht, das ich schon fleißig bei anderen Shows geübt hatte (Nicht dass da Übung nötig wäre). 
Und Vera? Sie hatte mal wieder ganz erheblichen Anteil daran, dass ich im Anschluss einen "Lach-Flash-Muskelkater" hatte. Allein wie sie manchmal bestimmte Sätze betont - ganz großes Kino.
Ich hatte das erwartet, denn ich hab beide schon häufiger zusammen auf der Bühne erlebt. Zuletzt in "Die Tagebücher von Adam und Eva", was -besonders in dieser Besetzung- eins meiner Lieblingsstücke ist. Aber langsam sollte ich mich dran gewöhnen, dass manche Darsteller das Zeug dazu haben hohe Erwartungen nicht zu erfüllen, sondern zu übertreffen. Was für eine Show! Jegliche Kritik, die ich an der Story habe, wurde  mir aus dem Kopf gepustet. Am Ende konnte ich nur noch wild klatschend auf meinem Platz rumhüpfen. Gerade beim Finale (We will rock you, We are the Champions und Bohemian Rhapsody) wünscht man sich, dass der Abend nie vorbei gehen würde und möchte wie bei einem Rockkonzert (was es dann ja auch ist) in einem fort "Zugabe" brüllen bis man heiser ist.

Ups - ich glaube, ich habe mich ein bisschen verschwärmt und noch gar nichts über Brit alias Markus Neugebauer geschrieben, der zu meinem indianischen Lieblingswikinger mutiert ist, über die Killerqueen Goele De Raedt, die eine Gesichtsakrobatik drauf hat, dass man es mit der Angst zu tun bekommen könnte oder Bap Niedeken alias Leon van Leeuwenberg wegen dessen "Fideo Kastagnette" ich fast vor Lachen vom Sitz gerutscht wäre. Es gibt wirklich wenig an der Besetzung in auszusetzen. Ich muss ganz sicher nochmal nach Essen! (By the way: Dort ist der Sprit auch viel günstiger - Da kann ich mir die Fahrtkosten direkt mal schön rechnen.)
 
Hätte mir einer vor drei Jahren erzählt, dass ich mal so begeistert über dieses Stück schreiben würde, hätte ich ein Fieberthermometer gereicht. Aber nun sollte ich vielleicht selber mal Fieber messen gehen. Die Musicalitis wird schlimmer und greift nun schon auf Stücke über, von denen ich dachte immun dagegen zu sein.
Ach egal - Wenns rockt, dann rockts!