Freitag, 30. September 2011

Wenn Rosenblätter fallen, Datteln


Was für ein emotionaler, mitreißender Abend! Ich wurde gewarnt, nicht ohne eine Packung Taschentücher nach Datteln zu fahren, aber dass es so schlimm würde... Oha - das hätte ich nicht gedacht.

Datteln, Datteln.... das ist doch gleich hinterm Broadway links, oder?! JA ist es! Datteln ist da wo das weltberühmte Katielli-Theater steht, nicht wahr? Naja der Weltruhm ist vielleicht noch ein bißchen woanders beschäftigt, aber das Katielli ist ein echter Geheimtipp und definitiv ein Theater in das man sich sofort und unwiderruflich verknallt. Hier merkt man so deutlich wie sehr Theater, Kunst und Leidenschaft zusammenhängen. Und das tut sooo gut!

Aber nun zum Stück:
Und das Katielli darf zu Recht stolz sein, die Vorpremiere für die Rosenblätter zeigen zu dürfen, bevor das Stück nach Hamburg und Wien geht. Auf der Homepage findet man eine Stückbeschreibung, die ich nicht besser in Worte fassen könnte, deshalb bin ich hier mal so dreist und kopiere sie:

Wenn Rosenblätter fallen erzählt die Geschichte des 19-jährigen Till, dessen alleinerziehende Mutter Rose kürzlich an Krebs verstorben ist. Von nun an auf sich allein gestellt bleiben ihm allein die Erinnerungen und die Briefe, die ihm Rose vor ihrem Tod geschrieben hat, damit sie ihn durch sein Leben begleiten. Der Schmerz und die Trauer über den noch nicht verarbeiteten Verlust werden stärker, als Till im Studium die gleichaltrige Iris kennenlernt. Beide kommen sich rasch näher, doch auf verstörende Weise erinnert sie Till mit ihrer quirligen und offenen Art an seine Mutter. Hin und hergerissen zwischen Liebe und Trauer wirft er sie schließlich hinaus und sucht Halt in den Briefen, die seine Mutter ihm hinterlassen hat. Noch einmal durchlebt Till ihre letzten gemeinsamen Monate, Roses Kampf gegen den Krebs, Momente der tiefsten Verzweiflung, aber auch der Hoffnung und Liebe.
Er erkennt, dass er sich seinen Gefühlen und der eigenen Rolle in dieser Geschichte stellen muss, um die Vergangenheit zu bewältigen. (Quelle: http://www.rosenblaetter-musical.com/SHOW.html).

Schon beim Lesen ahnt man, welch emotionales Potential in diesem kleinen aber innerlich riesengroßen 3-Personen Stück steckt und wenn ich daran denke bekomme ich gleich wieder einen Klos im Hals!
Das Stück spielt auf 2 verschiedenen Zeitebenen, die sich immer wieder vermischen. Kaum eine Szene, die einen nicht mitreißt und nicht in den Bann schlägt. Man durchlebt hautnah zusammen mit Till Glück und Trauer, Ängste, Hoffnungen und Verzweiflung und fühlt sich am Ende der 2 Stunden im Theater, als hätte man all das selber durchgemacht. Das Stück nimmt einen stellenweise so mit, dass man meint platzen zu müssen. Im kleinen Theatersaal gab es wohl kaum ein Auge das wirklich trocken geblieben ist. Schon in der Pause sahen viele Zuschauer recht verquollen aus. Aber immer wieder gab es auch lustige Abschnitte, sodass man sich fühlte als säße man in einer Achterbahn.
Die Musik hat - neben vielen Dialogszenen - eher noch unterstützenden Charakter. Vielleicht nicht unbedingt Ohrwürmer für "Nebenbei", aber auch die Lieder reißen einen "rauf und runter".
Ach Mensch... eigentlich fehlen mir die Worte, das alles zu beschreiben. Doch ich hoffe zumindest einen Hauch dessen wiedergeben zu können.

Die Darsteller: 
Genauso geht es mir, wenn ich versuche etwas zu den Darstellern zu sagen, denn natürlich hatten die drei den Hauptanteil daran, dass mich das Stück so mitgenommen hat.
Mir schwirrt die ganze Zeit das Wort "Leidenschaft" im Kopf umher. Natürlich hat man ganz besonders mit Till und Rose gelitten.


Dirk Johnston in der Rolle des Till hat mich unglaublich beeindruckt. Ich hatte ihn schonmal bei Bonifatius auf der Bühne gesehen, aber im Gegensatz dazu konnte er hier eine ganze Bandbreite von Gefühlen darstellen (Ich mag solche Rollen, die sich immer weiterentwickeln ganz besonders). Er hat das so authentisch getan, dass es mich komplett umgehauen hat. In jeder Sekunde war man mit in seinem Gefühlsstrudel.
Auch Carin Filipcic, die die Rose gespielt hat, war in ihrer Rolle schlicht grandios! Ganz die liebende Mutter, die versucht stark zu sein. Als sie dann doch immer schwächer wird, leidet man doppelt mit, weil sie einem in kürzester Zeit ebenfalls ans Herz gewachsen ist.
Als Iris hatten wir die alternierende Besetzung Stefanie Köhm, die mir bislang noch unbekannt war. Eine Sekunde lag war ich ein wenig enttäuscht, weil ich mich total auf meine Lieblings-JANA Stelley gefreut hatte. Wenn ich drüber nachdenke, dann ist die Rolle Jana praktisch auf den Leib geschneidert.. Aaaaaber Stefanie spielte meine Enttäuschung ratz-fatz weg.


Sie wirbelte über die Bühne, war ein bißchen chaotisch, lachte viel, war aufbrausend und einfach... ja wie soll man es anders beschreiben... einfach präsent. Genau das was Till brauchte (und genau das was wir alle brauchten - ich hab ja schon gesagt... irgendwie war man 2 Stunden lang in Tills Gefühlswelt).
In der Pause hörte ich jemanden fragen, ob Jana eigentlich eine Schwester hat. Ich würde sagen: Wenn ja, dann heißt sie bestimmt Stefanie Köhm!!! Super!

Fazit:
Ich habe munkeln gehört, dass es vielleicht bald nochmal ein paar Termine geben wird... (Update: jap: am 19.+20.10.2011). Ich wär sofort dabei! Das Stück ist - genau wie das Theater - eine wahrhafte Entdeckung und ich bin dankbar, dass ich diese Entdeckung machen durfte!!! Mist - ich hab schon wieder feuchte Augen! :) Ich Heulsuse...!


Nutzt die Gelegenheit:
5.-10.10.2011 in Hamburg (Kehrwieder Theater)
19.+20.10.2011 erneut in Datteln (Katielli Theater)
29.10.-03.11.2011 in Wien (Akzent Theater)


PS: Die Fotos sind diesmal nicht von mir, aber ich danke der "Fotografin" dafür, dass ich sie verwenden durfte.

Kommentare:

  1. Danke!!
    Ich hab meinen Bericht noch nicht angefangen, aber er wird ähnlich aussehen;)

    MFG

    AntwortenLöschen
  2. Ich kann nachvollziehen, wie schwer es war, den Abend in Worte zu fassen, aber du hast das mal wieder sehr gut hinbekommen. Danke dir!

    AntwortenLöschen