Freitag, 29. Oktober 2010

Gut gegen Nordwind (Theater)

Tourplakat
Als absoluter Fan des Hörbuchs, war es natürlich ein Muss sich das Stück auch mal auf der Bühne anzugucken. Zwar musste ich mich erst an die "neuen" Stimmen gewöhnen, aber dann hat mich diese (natürlich leider verkürzte) Version und Umsetzung begeistert.

Aber worum gehts eigentlich?
Emmi will eigentlich nur ein Zeitschriftenabonnement kündigen, aber ihre e-Mails landen durch Zufall in Leos Postfach und nach einigem Hin- und her entwickelt sich eine sehr intelligente, witzig und sprachlich wundervolle e-Mail Beziehung mit vielen Höhen und Tiefen und einem sehr unterhaltsamen Verlauf.

Die Darsteller
Walter Sittler als Leo und Aglaia Szyszkowitz als Emmi haben einen tollen Job gemacht und das Publikum gerührt und zum lachen gebracht.
Schön ists auch, wenns mal kurz spontan wird! Walter Sittler: Oh - jetzt hab ich einen Texthänger.............. läuft zu "Emmi" rüber, sie kriegt einen Lachflash. Er lässt sich soufflieren und rennt zurück auf seine Seite, sagt sein Sätzchen auf *bravo* und sie kriegt sich vor lachen nicht mehr ein. Wunderbar!!!! LIVE! :)

Der Text und die Handlung haben mich wieder einmal mitgerissen und ich habe einen wunderschönen Abend im Stadttheater verlebt.
Toll zu sehen, dass es nicht immer eines riesen Ensembles bedarf um die Bühne auszufüllen. Erst beim Schlussapplaus fiel mir - als regelmäßigem Theatergänger auf - wie wenig Personen zum verbeugen vorlaufen mussten *g*. 

Absolut lohnenswert!

Für alle die es verpasst habe, empfehle ich dringend das Hörbuch und garantiere wundervolle Stunden mit Emmi und Leo.

Sonntag, 17. Oktober 2010

Wicked V, (Abendshow mit S.Weckerlin)

Besetzung:
Elphaba - Sabrina Weckerlin
Glinda - Valerie Link
Fiyero - Anton Zetterholm
Madame Akaber - Barbara Raunegger
Zauberer von Oz - Carlo Lauber
Nessarose - Janna Yngwe
Dr. Dillamonth - Thomas Wißmann
Moq - Ben Darmanin

 So spontan war ich - bis auf meine Theaterbesuche in London - in noch keinem Musical. Das Stück hatte ich ja schon mehrfach gesehen (In diesem Jahr bereits 2 x) und eigentlich hatte ich mir auch fest vorgenommen vor 2011 nicht mehr für die Hexen nach Oberhausen zu fahren - so sehr dieses Stück auch süchtig macht! 

Schlussapplaus
Lange Rede kurzer Sinn: Meistens kommt es anders als man denkt - vor allem bei mir!
Als sowohl Willemijn Verkaik (First Cast) und Roberta Valentini (alternierend) im September/Oktober krank wurden, musste für ein paar Wochen ganz spontan und fast ungeprobt Sabrina Weckerlin wieder in die Rolle der Elphaba schlüpfen.  Für mich Anreiz genug, um mich doch mal wieder ins Auto zu setzen und nach Oberhausen zu fahren. Die ersten Shows haben zeitlich nicht gepasst, aber am 16. hab ich dann doch noch schnell eine Karte für den nächsten Abend gebucht!  

WOW, richtige Entscheidung!
Sowohl das Stück, als auch die Songs haben mich wieder soooo dolle gepackt, dass ich 3 Stunden lang ganz verzückt auf meinem Platz am Bühnenrand saß und fasziniert wie beim ersten mal dem Treiben auf der Bühne zusah!

Sabrina Weckerlin war von der ersten Sekunde an (und ehrlich gesagt: ein bißchen zu meiner eigenen Überraschung), eine perfekte Elphaba. Ihr wird von Kritikern oft vorgeworfen, dass sie nicht klar genug artikuliert und somit schwer zu verstehen ist und -insbesondere was die Wicked-Rolle betrifft- zu sehr ihr eigenes Ding durchzieht. "Freestyle-Elphaba" hab ich mal gelesen. Vielleicht war das in Stuttgart so - ich vermag das nicht zu beurteilen, aber meine Meinung sieht wie folgt aus:
Sabrina steht die Rolle sehr gut. Sie ist eine süße, sehr hübsche Elphaba, die der Rolle zwar ihren eigenen Stempel aufdrückt, aber niemals aus der Rolle fällt. Ganz minimal hat sie hier und da mal ein bißchen den Text abgeändert (ob absichtlich, oder weil sie improvisieren musste, weiß ich nicht) - aber es war immer passend und hat mir ehrlichgesagt richtig gut gefallen. Mir fällt jetzt nur ein Beispiel ein. Nach der Geschichtsstunde, als es um die "Freunde" geht, sagt sie nicht "Macht nichts, ich hab sowieso keine", sondern "Geht nicht - ich hab keine". Ich fands charmant.
Außerdem hab ich noch nie ein so herrliches "Ach soo, klar" gehört, nachdem Fiyero achselzuckend sagt, dass sie in einem anderen Schloss wohnen...
Sie hat mit Begeisterung gespielt - man hat es ihr deutlich angemerkt. 
Ich liebe ihre warme, etwas dunkle Sprechstimme sehr! Auch gesanglich hat sie mir wirklich gut gefallen, auch wenn ich finde, dass sie in dieser Rolle nicht (wie niemand übrigens) an Willemijn ran kommt.
Ein paar Shows hatte sie schon gespielt, als ich sie sah, aber obwohl sie fast ungeprobt einspringen musste, merkte man ihr nicht die leiseste Unsicherheit an.
Sie hat mir sehr imponiert. Nicht umsonst ist sie eine meiner Lieblingsdarstellerinnen - Auch nach diesem Abend wußte ich wieder warum :)

Ein paar Worte auch zu Anton Zetterholm, den ich auch das erste mal als Fiyero gesehen habe... Ja er war süß... Seine Stärke ist es eine gute Figur zu machen und darstellerisch (Mimik, Gestik etc.) kann man wirklich nichts an ihm aussetzen - im Gegenteil (...ein Geknutsche war das *kicher*) ABER: man merkt ihm an, dass er kein deutsch spricht - Phonetikunterricht hin oder her und auch wenn der Akzent irgendwie süß ist - er kommt dadurch einfach ein klitzekleinesbißchen unsicher rüber und nicht jeder Witz kommt überzeugend rüber. Auch gesanglich hat er mich noch nicht vollends überzeugt, auch wenn er alles andere als schlecht gesungen hat. Ich glaube, er hat Potential und Möglichkeiten sich zu steigern. Dafür hat er ausgezeichnet getanzt - Beim tanzen wirkte Mathias Edenborn eher etwas steif - Das war bei Anton ganz anders. Vielleicht weil, er nicht ganz so groß ist wie sei Vorgänger. Anton und Sabrina wirkten zusammen toll. Man hatte das Gefühl, dass die Chemie stimmt. Wie schon erwähnt waren die Kussszenen ungewöhnlich lang und häufig, wieder ein Hinweis darauf, dass Sabrinas Elphaba ein bißchen anders ist... Aber zurück zu Anton: Noch habe ich ihn nicht zusammen mit Willemijn spielen sehen, habe aber da die Befürchtung, dass er im Vergleich zu jung wirkt. Ich bin da sehr gespannt! Vielleicht klappts ja bei nächsten mal, da Willemijn ja mittlerweile wieder spielt!

Als Glinda habe ich nun zum zweiten mal Valerie Link gesehen, die an diesem Abend auch recht spontan eingesprungen ist. Joana hatte Besuch und wollte sich die Show gerne im Publikum angucken. Mir war es sehr recht, denn mir gefällt Valerie nach-wie-vor gut und macht auch außerhalb der Bühne (wie Sabrina) einen sehr sympathischen Eindruck. Von allen drei derzeit spielenden Glindas ist sie mein Liebling. Wobei ich gestehen muss, dass ich Joana bisher nur Ausschnittsweise gesehen habe und mit ihrer Quitsch-Stimme nicht ganz warm werde. Sie erinnert mich zu sehr an die überdrehte Dianne Pilkington, die ich zweimal in London gesehen habe und die mir zu extrem war. Valerie ist insgesamt etwas zurückhaltender, was ich sehr mag!
Bei "Wie ich bin" musste ich schon wieder die Tränchen zurückhalten. So schön!

Fazit: Ein rundum gelungener Abend in OZ --> Jetzt kann ichs ja sagen: 2010 steht noch ein 6. Besuch an... soviel zum Thema erst wieder in 2011 *g*

Freitag, 15. Oktober 2010

The Birds of Alfred Hitchcock, Bielefeld

Die Cast beim Schlussapplaus
Eine Produktion des Theaters Bielefeld.

Inhaltlich geht es um die Dreharbeiten zu dem Hitchcock-Klassiker "Die Vögel" in dem Tipi Hedren die weibliche Hauptrolle spielt. Anfangs geschmeichelt über die Zuwendung des Regisseurs, fühlt sie sich im Laufe der Zusammenarbeit immer mehr kontrolliert und von Hitchcock verfolgt bis sie schließlich bei der Aufnahme der Dachbodenszene zusammenbricht und in einer Klinik behandelt werden muss.
Das Musical ist für Stadttheaterverhältnisse sehr aufwendig inszeniert worden. Die Hauptdarsteller haben mich darstellerisch und gesanglich überzeugt. Kritik muss ich jedoch an den Liedern üben, die meiner Meinung nach zu wenig Ohrwurmcharakter hatten. 

Eine interessante und durchaus gelungene Produktion, jedoch mit einigen kleinen Abzügen. Für mich eher ein Stück das man sich einmal anguckt, das mich jedoch nicht zum Wiederholungstäter werden lässt.

Freitag, 8. Oktober 2010

Jekyll & Hyde, Hagen

Es war ganz anders als es klassischerweise gespielt wird. 
Schon deshalb hat es sich gelohnt, sich das Stück in Hagen anzugucken! Die Inszenierung ist nicht frei von Kritikpunkten, doch hat man mal einen anderen, als den üblichen Weg eingeschlagen und das finde ich gut.
Maricel & Henrik Wager (Theater Hagen)

Die Darsteller waren durch die Bank sehr gut. Henrik Wager kam ohne äußere Hilfsmittel aus um zu zeigen mit wem man es grade zu tun hatte - Jekyll oder Hyde. Wir haben nachher kurz mit dem Hauptdarsteller gesprochen und er hat genau das auch gesagt: Es wirkt viel weniger aufgesetzt, wenn man es ohne Perücke spielt und trotzdem rüberkommt, dass Jekyll bzw. Hyde zwei unterschiedliche "Personen" sind. Besonders überzeugt haben mich stimmlich vor allem John Utterson (Norbert Conrads) und Lucy (Maricel).

Die Lieder waren auf deutsch, aber es war ne andere Übersetzung - teilweise richtig doll anderer Text, aber wirklich gestört hat es mich eigentlich nicht. Bring on the man wurde als Shownummer auf englisch gesungen, was ganz gut passte. Trotzdem hat die Nummer ziemlich eingebüßt, weil sie aufgrund des Bühnenbildes (s.u.) auf sehr kleinem Raum stattfinden musste und hier eindeutig nicht das Highlight der Show, sondern eher zu einem nebensächlichen Song degradiert wurde.

Von der Handlung war vieles ziemlich zusammengestrichen, was ich zum Teil schade fand, aber dadurch wars dann auch nicht langatmig (Ich erinnere mich, dass ich es bei der FME (Freies Musical Ensemble) Aufführung damals in Münster als recht Lang empfunden habe. Das Stück spielt in der Gegenwart - was wohl die gewagteste und krasseste Änderung war. Dabei wurden sehr, sehr gute Ideen eingebracht: z.B. filmt sich Jekyll beim Experiment und das Ganze wird dann auf einem Fernseher übertragen. Nach der Verwandlung dreht er als Hyde total durch und hält die ganze Zeit die Kamera auf sich gerichtet - also kann man auf dem TV sehen, wie wahnsinnig er gucken kann, auch wenn man nicht ganz Vorne sitzt. 
Bei der Mördersuche zu Beginn des 2. Aktes sind alle Ensembledarsteller mit Taschenlampen durch den Zuschauerraum gelaufen um den Schuldigen zu finden, während Hyde auf der Bühne hinter einer Plexiglaswand sein Unwesen trieb. Tolle Idee! Man sah die Handlung auf der Bühne und gleichzeitig spiegelte sich der Zuschauerraum je nach Beleuchtung in der Scheibe! War ein toller Effekt!

Noch ein paar Worte zum Theater selber: Es handelt sich um ein recht großes Theater (dafür dass es ein Stadttheater ist... ich war echt Baff) - 2 Balkone!!! Außerdem ein großes und gutes Aufgebot an Orchestermusikern. Eine sehr große/tiefe Bühne mit einem tollen Bühnenbild, das leider nicht so variabel ist, sodass sich fast die komplette Handlung in Jekylls Wohnung stattfinden musste. Wohl auch dadurch ist ein einiges an Handlung umgestellt worden - zeitweise hätte ich es mir anders gewünscht (den Wegfall der Hurenhausszenen fand ich schade - alles wichtige in Jekylls Wohnung zu verlegen ist nicht die beste Lösung).

Trotzdem lautete mein Fazit: Anders, aber sehenswert! Ich würde jedoch nicht sagen, dass es die beste Inszenierung ist, die ich mir für dieses Stück vorstellen kann - Dafür gibt es dann doch zuviel Kritikpunkte. Aber mal etwas Neues zu versuchen hat ein Lob verdient.

Sonntag, 26. September 2010

Hairspray, Köln (Derniere)

Zu Dernieren geht man ja immer mit recht gemischten Gefühlen. Zwar freut man sich auf das jeweilige Stück, doch ist natürlich auch immer ein bißchen Wehmut dabei!

Hairspray war eine der Überraschungen 2009 für mich - Nur aus Neugier bin ich im Dezember, kurz nach der Premiere, nach Köln gefahren um es zu sehen. Witz, tolle Songs, gute Laune und sehr gute Darsteller (Jessica Jäde, Uwe Ochsenknecht und eine phänomenale Jana Stelley) haben mir damals einen unverhofft unterhaltsamen Abend beschert. Umso unverständlicher ist es, dass das Stück nach nichtmal einem Jahr seine Pforten schon wieder schließen muss. Haben wir Deutsche wieder mal keinen Humor? Keinen Geschmack und kein Ohr? Es ist müßig jetzt drüber zu beschweren. Alle die es nicht gesehen haben, haben jedenfalls ein tolles Musical verpasst!
 
Maite Kelly
Als feststand, dass Ende September endgültig Schluss mit Hairspray in Köln sein würde, war klar, dass ich auf jedenfall nochmal hin möchte! Am liebsten mit Maite Kelly in der Rolle der Tracy, denn man hatte viel Gutes von ihr gehört! Für die letzte Vorstellung gab es noch erstklassige, wenn auch sehr teure Karten in der 4. Reihe und so konnte ich nicht widerstehen!

Um schonmal das Fazit vorweg zu nehmen: Es war die beste Entscheidung die ich hätte treffen können! Die Karten waren jeden Cent wert!

Leon van Leeuwenberg und Uwe Ochsenknecht
Schon vor Vorstellungsbeginn war die Stimmung im Publikum einzigartig! Zur letzen Vorstellung kamen - wie zu erwarten - viele Musical- und Hairsprayfans und wollten das Stück und die tollen Darsteller noch einmal so richtig feiern! Das übertrug sich natürlich auch auf die Bühne und so erlebten Zuschauer und Ensemble eine geniale 60s Party im Musical Dome!
Das Stück war witzig und spritzig wie schon im Dezember. Gespielt hat der gesamte First-Cast*. Zwar hätte mich auch Tetje Mierendorf in der Rolle der Edna interessiert, aber grade die Chemie zwischen Uwe Ochsenknecht und "ihrer" Familie, hat wieder total gestimmt und deshalb war ich auch froh ihn erneut in der Rolle erleben zu dürfen. Maite Kelly schien ein ganz bißchen erkältet zu sein, trotzdem hat sie mir phänomenalgut in der Rolle gefallen. Jessica Jäde, die ich zuvor in der Rolle gesehen habe, war stimmlich und darstellerisch sicherlich "besser ausgebildet", aber Maites Power, Spielfreude und Spaß an der Rolle waren einfach genial und machten sie für mich zur perfekten Tracy!
Lars Redlich und Jana Stelley
Der heimliche Star des Ensembles war jedoch eindeutig Jana Stelley als Penny Pingleton. Ich kann gar nicht genug von ihr schwärmen. Allein ihre Mimik - mehr als einmal hab ich mich kaum eingekriegt vor lachen. Sie war einfach zu herrlich! Sehr oft hab ich die Haupthandlung vernachlässigt, um Jana bzw. Penny zu beobachten, die im Hintergrund faxen macht und z.B. nach den hellklingende Glocken sucht :) Außerdem geht der 1. Preis im Kaugummi kauen eindeutig an sie. Nach fast einem Jahr Hairspray muss sie wirklich gut trainierte Kaumuskeln haben :)))
Die Handlung hat wieder sooo viel Spaß gemacht und bei den Liedern hätte ich am liebsten mitgetanzt. Die Stimmung im Publikum war -wie schon erwähnt- genial! Schwer zu beschreiben, es war einfach von Anfang bis Ende sehr emotional.
Der ergreifenste Augenblick war aber mit Abstand das Lied "Ich weiß wo ich war". Schon beim Gedanken daran bekomme ich Gänsehaut und Tränen in die Augen! Seit dem bringt mich das Wort "Vordertür" eindeutig immer zum weinen!!! Auch wenn das Lied nicht das eigentlich Finale ist, so war es doch das heimliche Abschiedslied. Am Ende dieser unglaublichen Gesangsleistung von Deborah Woodson stand die gesamte Cast am Bühnenrand und Tränen flossen in Strömen, während das Publikum geschlossen Standing Ovations gab. Hätte es ein Emotions-Barometer gegeben, dann wär das durch die Decke katapultiert!
Zodwa Selele
Nichtmal der Schlussapplaus, der sehr, sehr lang und ebenfalls sehr, sehr ergreifend war, konnte diesen Moment noch toppen.
Am Ende haben sich alle Darsteller feiern lassen und stimmten immer wieder "Niemand stoppt den Beat" an, der ja leider doch gestoppt wurde. Es wurden Rosen verteilt und auch die alternierende und Cover-Cast stand auf der Bühne. Hinter der Bühne hatten alle fleißig Luftballons bemalt, die sie in den Zuschauerraum fliegen ließen um sich zu bedanken! Es war ein richtiges Wechselbad zwischen Freude und Wehmut und wir haben geklatscht bis uns die Hände brannten!

Jana Stelley
An der Stagedoor waren sehr viele Zuschauer, die nochmal Danke sagen wollten und auch die Darsteller waren sich alle einig, dass es eine fantastische Show gewesen ist - Fast alle (Uwe hatte sich leider schon verpiselt) haben sich viel Zeit genommen und waren sehr berührt von der Stimmung! Besonders herzlich und lieb war (mal wieder) Jana Stelley, die spätestens seit diesem Abend eine meiner absoluten Lieblingsdarstellerinnen ist!

Ein genialer Abend und nirgends hätte ich lieber sein wollen als am 26.9.2010 in Köln!!! DANKE!!!!


*Infos zur Dernieren-Besetzung
  • Uwe Ochsenknecht als Edna Turnblad
  • Maite Kelly als Tracy Turnblad
  • Jana Stelley als Penny Pingleton
  • Deborah Woodson als Motormouth Maybelle
  • Nicòle Berendsen als Velma Von Tussle
  • Tineke Ogink als Amber Von Tussle
  • Leon van Leeuwenberg als Wilbur Turnblad
  • Daniel Berini als Link Larkin
  • Tedros Teclebrhan als Seaweed J. Stubbs
  • Lars Redlich als Corny Collins
  • Denise Obedekah als Inez
  • Eric Minsk als Mr. Spritzer / Mr. Pinky u. a.
  • Sarah Schütz als Prudy Pingleton u. a.
  • Ensemble Damen: Kristel van Grunsven (Shelley), Leila Vallio (Brenda), Ahou Nikazar (Louann), Leoni Oeffinger (Tammy), Julia Davine (Lorraine), Nyassa Alberta (Pearl), Samantha Klots (Peaches), Zodwa Selele (Cindy)
  • Ensemble Herren: Michael Heller (IQ), Michael Ernst (Sketch), Martin Schäffner (Fender), Christopher Bolam (Brad), Maickel Leijenhorst (Gilbert), Julius Williams III. (Duane), Devon McKenzie-Smith (Thad)

Donnerstag, 2. September 2010

West Side Story, Tecklenburg

Kurz vor Ende der Saison 2010 wollte ich dann doch auch das 2. Stück in Tecklenburg sehen. Meine Erwartungen waren minimal - weil ich mit dem Film schon nicht sehr viel anfangen konnte und mich auch die Musik der West Side Story nicht besonders reizt. Aber besser ein Stück nicht so toll finden, als im nachhinein festzustellen, dass man trotz aller Bedenken ein grandioses Stück verpasst hat (So geschehen damals bei Mozart und die Wunde schmerzt noch immer!).
Also gings heute nach Tecklenburg! Reihe 1 links - unüberdachte Plätze... Deshalb wars natürlich ein Pokerspiel ob das Wetter hält... Es hielt!!! Gott-seis-getrommelt-und-gepfiffen, denn kurz vorher hats noch geregnet.  

Die Plätze waren eine gute Wahl, weil dieses Stück eher linkslastig ist und sich vieles am linken Rand (der Bar) abspielt. Vielleicht ist es insgesamt etwas schöner mittig zu sitzen, aber wir waren sehr, sehr zufrieden mit unseren Plätzen.

Die Story orientiert sich sehr stark am Romeo und Julia Stoff - nur sind es diesmal zwei verfeindete Gangs, die den beiden Liebenden (Maria und Tony) die Liebe vermasseln... Genau wie einst bei Shakespeare kommt die Liebe schnell und intensiv (aus heutiger Sicht vielleicht eeeetwas überstürzt - gestern noch kannten sie sich nicht, aber morgen wollen sie schon für einander sterben... nunja...).
Zu Beginn zieht sich die Handlung zum Teil ein bißchen. Insgesamt fand ich die Umsetzung aber recht kurzweilig.

Die Musik liegt mir - wie schon erwähnt - nicht ganz so, es gibt aber erstaunlich viele Dialogszenen. Das hat mich etwas überrascht. Die Lieder wurden auf deutsch gesungen. Ich denke, es hätte dem Stück ganz gut getan, wenn es zumindest in englisch gesungen worden wäre. Viele West Side Story-Lieder sind auch dem älteren Publikum wohl eher in der Originalsprache bekannt. Ich denke da insbesondere an Lieder wie "Maria" oder "Tonight". Aber wichtiger als die Singsprache, sind meiner Ansicht nach sowieso die Gesangs- und Darstellerqualitäten der Cast.

Die Besetzung:

Tony + Riff
 Tony (Lucius Wolter): Meiner Meinung nach eine klare Fehlbesetzung - Fast hätte er es geschafft mir das Stück zu versauen... Gesanglich war es "grade ebenso", schauspielerisch ebenfalls - letztes hat hauptsächlich damit zu tun, dass er einfach nicht in diese Rolle passt! Er wirkt absolut nicht wie das Mitglied einer Straßengang - im Gegenteil... Man erwartet gradezu, dass er mit einem Tennisschläger und einem um die Schultern gebundenem Lacoste-Pulli in weißen Leinenhosen auf die Bühne kommt. Das tut er natürlich nicht - aber er wirkt wie Schwiegermutters Liebling und nicht wie ein Junge der sich auf der Straße durchschlägt!

Maria (Leah Delos Santos): Gesanglich sehr sicher, für meinen Geschmack ein bißchen zu klassisch, aber dennoch wirklich sehr gut!!! Schauspielerisch war sie perfekt. Der Akzent wirkte erstmal ein bißchen aufgesetzt, aber das war dann schnell vergessen. Besonders gegen Ende hat sie mich überzeugt!

Riff (Lars Kemter): Die Überraschung des Abends!!!!! Bei den 3 Musketieren der König Ludwig - Hier Tonys Gangkumpel Riff - was für eine Veränderung! Hätte ich es nicht gewußt, ich hätte ihn natürlich nicht wieder erkannt! Und hey!!! Hier konnte er mal zeigen was er kann! Sehr eindrucksvoll - sowohl sein Schauspiel als auch seine Gesangsparts! yessss... endlich hatte er mal welche! Und er hat sich das Mikro wirklich verdient! Ich glaube, er wär ein 1000 mal besserer Tony gewesen! Echt Hut ab - er hat mir gut gefallen!

Anybody's in Aktion
Anybody's (Jana Stelley): Perfekte schauspielerische Leistung. Jana holt alles aus der Rolle raus... Leider (!!!) hat die Rolle nicht viel zu bieten! So gut wie keine Gesangsparts (einmal ganz kurz... ansonsten eine reine Sprechrolle). Sehr, sehr schade! Ich glaube, in Jana steckt einfach VIEL VIEL mehr als sie hier zeigen kann und mit dieser Rolle ist sie schlicht UNTERFORDERT. Es hat trotzdem Spaß gemacht ihr zuzusehen, wie sie versucht als einzige Frau zur Gang zu gehören und dort "ihren Mann steht".

Bernardo (Gianni Meurer): Hmm... kann ich jetzt gar nicht soviel zu sagen! Gut gespielt und nicht schlecht gesungen - ist mir aber nicht ins Hirn eingebrannt.

Anita + Maria
Anita (Sigrid Brandstetter): Schwierig - einerseits hat mich die Rolle schon irgendwie mitgenommen. Sigrid Brandstetter hat sie auch sehr gut rübergebracht. Hin und wieder hatte ich das Gefühl, dass sie etwas übertrieben spielt. Kann aber auch sein, dass grade dies zur Rolle gehört. Gesanglich war sie in Ordnung, ich könnte mir vorstellen, dass andere Darsteller insgesamt besser in die Rolle passen, jedoch bin ich alles in allem recht zufrieden gewesen mit dieser Besetzung.

Die Ensemblemitglieder der Sharks und Jets hat man teilweise schon bei den 3 Musketieren gesehen. Zu Recht konnten einige in beiden Stücken zeigen was sie können. Tänzerisch + schauspielerisch Top Leistungen. Hat mitunter sehr viel Spaß gemacht.
Ein Highlight war wohl das Lied "Gee, Officer Krupke" (ist jetzt der englische Titel, weil ich den deutschen nicht kenne, aber dürfte wohl klar sein...) - Da hatten wir RICHTIG spaß!

Krupke (Stefan Poslovski): In den 3 Musketieren hatte er die Doppelrolle des Narren und des Dieners von Lord Buckingham und auch hier durfte er wieder dabei sein. Diesmal als Polizist. Ob die Rolle nun zu ihm passt oder nicht sei mal dahin gestellt - Bei den 3 M hat er mir besser gefallen (dort war er grandios), hier gibt aber auch einfach die Rolle nicht sooo viel her.

Schrank (Michael Michaeiloff) + Doc (Hannes Demming): Sehr gute schauspielerische Leistungen. Gut besetzt!
Maria trauert um Tony

Meine persönliche Meinung:Ich bin froh, dass ich hingefahren bin und es mir angeguckt habe - es war die richtige Entscheidung! Trotz einiger Mängel, ist es eine solide Inszenierung gewesen und ich hatte einen unterhaltsamen, schönen Abend. Auch wenn mich weder Musik noch Stück als solches in Euphorie versetzen, bin ich nicht enttäuscht! Es ist kein Stück gewesen, was ich mir öfter angesehen hätte - insofern war mein Riecher richtig, die 3 Musketiere schon zu Beginn zu gucken um dann noch öfter zu gehen (insgesamt waren es 3 mal) und die West Side Story aufs Saisonende zu schieben, weil eine Vorstellung ausreicht!

Donnerstag, 19. August 2010

Legally Blonde (London) - CD Rezension

Dies ist die zweite Aufnahme des Musicals "Legally Blonde".
ZU RECHT: Blond :)
Im Gegensatz zur Studioaufnahme vom Broadway aus 2007 handelt es sich hier um eine Live-Aufnahme aus dem Londoner Savoy Theatre mit dem CAST aus 2010:

Elle Woods: Sheridan Smith
Warner Huntington III: Duncan James
Emmet Forrest: Alex Gaumond
Professor Callahan: Peter Davison
Paulette Buonufonté: Jill Halfpenny
Brooke Wyndham/Shandi: Aoife Mulholland
Vivienne Kensington: Caroline Keiff u.a.


Genau wie die Broadway CD enthält diese Aufnahme alle 18 Songs aus dem Musical. Die Aufnahme vom 12.-14.06.10 ist qualitativ hochwertig und steht dem Studioalbum um nichts nach. Im Gegenteil - durch Zwischendialoge, Applaus und Lacher kommt teilweise sogar Live-Atmosphäre auf.

Der (oder die?) Cast ist fantastisch. Ich hatte selber das Vergnügen das Stück live im Savoy zu sehen und auch wenn Sheridan Smith weniger "blond" klingt als die Broadway Elle, ist sie doch eine unglaubliche Sängerin und passt wunderbar in die Rolle. Auch die anderen Haupt- und Nebenrollen sind bis ins kleinste sehr gut besetzt.

Die Lieder machen einfach Spaß und sind zum Teil wirkliche Ohrwürmer. Bei dem ein oder anderen Lied kriege ich Gänsehaut. Sheridan Smith hat eine wunderbar dunkle, volle Stimme, die sehr beeindruckt. Ebenso Duncan James und Alex Gaumond, die perfekt in ihre Rollen passen. Besonders gern hab ich Jill Halfpenny als Paulette - "Ireland" ist definitiv eins meiner Lieblingslieder der CD. Ein bißchen unverständlich finde ich, dass der Text z.T. abgeändert wurde, aber das tut dem Lied auch keinen Abbruch.

Weitere Anspieltipps: Serious, So Much Better und Legally Blonde

Eine CD die sich lohnt, auch wenn man das Musical noch nicht gesehen hat. Aber wer in London ist, sollte es nicht verpassen (Pink anziehen nicht vergessen^^). Ich bin eigentlich nur reingegangen, weil es regnete und ich nicht wußte was ich sonst machen könnte. Ein wunderbarer Zufall, denn ich hatte einen lustigen, sehr schönen Nachmittag und die CD ist eine tolle Erinnerung!

Zum Abschluss noch kurz etwas zur Ausstattung der CD: Perfekt! Es gibt ein sehr umfangreiches Booklet mit Photos und allen Liedtexten.

Viel Spaß allen Blondinen und und allen Brünetten :-)

Youtube Links: