Dienstag, 7. Oktober 2014

London - Ein kleiner (Musical) Guide :)

An einem Septemberwochenende im Jahr 2007 erwachte meine Liebe zur Hauptstadt Großbritanniens. Damals war ich das erste Mal in London und es war Liebe auf den ersten Blick! Die Metropole hat einfach alles zu bieten, was das Touristen- und vorallem das Musicalherz begehrt. Seit dem bin ich dieser Stadt verfallen und es zieht mich immer wieder dorthin. Mittlerweile kann ich auf 10 fantastische Reisen zurück blicken und könnte fast schon einen Reiseführer für Musical- und Theaterfans schreiben. Im Ernst: Ich werde immer wieder nach meinen Erfahrungen gefragt und es gibt tatsächlich einige Infos und Tipps, die ich gerne weiter geben möchte.
Eigentlich berichte ich in meinem Blog ja hauptsächlich von meinen Erlebnissen innerhalb des Theaters - aber in diesem Blogpost werde ich jetzt mal gehörig ausholen und die ein oder andere gestellte, oder nicht gestellte Frage beantworten.



 London ist eine großartige Stadt, die viel mehr ist als nur das West End. Es gibt tausend Dinge zu sehen und zu tun. Jeder kennt die vielen Sehenswürdigkeiten: Den Tower und die Tower Bridge, Big Ben, Buckingham Palace, London Eye, die Themse mit ihren vielen sehenswerten Brücken, Madame Taussauds, Sherlock Holmes Baker Street, Westminster Abbey, die vielen berühmten Parks, die Museen wie z.B. das British Museum, oder die National (Portrait) Gallery, Covent Garden mit seinem Markt und seinen Straßenkünstlern, Camden Town, für Shopping-Wütige die Oxford Street, Piccadilly Circus, Walking Tours durch London (z.B. spezielle Film-Walks wie diese hier *klick*) Ich muss sie nur nennen und schon beschleicht mich regelrechtes Heimweh nach der Stadt der Städte.
Natürlich habe ich mir auf meinen Reisen in die Metropole "alles" angesehen. Bei den letzten Trips lag der Fokus allerdings - ihr kennt mich - auf den Besuchen in diversen Theatern des West Ends. Aber zum einen lohnt sich auch hier ein Blick unabhängig vom jeweilige Stück, denn viele Theater sind von innen wie von außen wahre Schmuckstücke, die jedes Herz höher schlagen lassen.

 
Doch auch an Doppelshow-Tagen (ja, ich bin so verrückt mir zwei Shows am Tag anzusehen) hat man - so meine Erfahrung - immer noch genügend Zeit sich vom Flair mitreißen zu lassen und die Stadt zu erleben.

Wann ist aber die beste Reisezeit? 
 Lasst mich überlegen. Ich war praktisch schon zu jeder Jahreszeit dort. Mehrfach im September und November, aber auch schon im Januar, im Mai, im Juni... Im Grunde lohnt es sich immer. Aber meine allerliebste Reisezeit war tatsächlich Ende Januar. Damals musste ich alleine fahren, weil potenzielle Reisebegleiter meinten im Winter sei es zu trostlos, zu kalt, zu Wetter-unbeständig. Ich habe es trotzdem gewagt, weil meine Sehnsucht einfach zu groß war (Ob ich nun Zuhause Scheißwetter habe, oder in London - dann doch lieber in London!).
Losgeflogen bin ich bei arktischen -15 Grad... Kurz dachte ich, verdammt - vielleicht haben sie alle Recht und ich werde dort eines elenden Erfrierungstodes sterben. Interessanterweise ist der Kanal wohl eine Wetterschneise. In London selber war es mindestens 10 Grad "wärmer", immer noch kalt, aber klar und sonnig. Warm eingepackt, war es einfach herrlich. Überhaupt ist das Wetter in London viel, viel besser als sein Ruf. Aber das gilt für jede Jahreszeit. Nun aber weiter mit meiner Hommage an den Londoner Winter.......



Im Winter ist die Stadt lange nicht so überfüllt, wie in den frühen Sommermonaten. Während man sich im Juni auch während der Woche jeden Meter Raum beinahe erkämpfen muss (von den Wochenenden wollen wir mal gar nicht erst reden), hat man im Winter die Stadt - gefühlt - für sich. Nie war mein englisches Freiheitsgefühl so allumfassend wie im Januar. Um zurück aufs Musical-Thema zu kommen: Auch Theaterkarten-technisch ist der Januar ein Vorteil: Zwar kriegt man vor Ort immer nette Plätze für die meisten Stücke - aber weniger Touristen heißt natürlich auch weniger Konkurrenz. Doch zum Thema Musicaltickets komme ich später nochmal - natürlich!

Natürlich hat jede Jahreszeit in London ihren ganz eigenen Charme. Im Mai und Juni kann man oft schon im T-Shirt mit Picknick-Decke die vielen schönen Parks entern. Man kann mit leichterem Gepäck reisen. London im Frühling ist einfach wunderschön.



Man sollte aber vornehmlich in der Woche reisen, da es an den Wochenende wirklich schon an Wahnsinn grenzt was in der Stadt los ist. Doch Vorsicht: Ich hab festgestellt, dass vorallem der Juni eine beliebte Zeit für Klassenfahrten ist. So war ich dieses Jahr gefühlt permanent von richtig coolen Schülern umzingelt... Kann anstrengend sein! IST anstrengend! Da hilft oft nur die Flucht in den Theatersaal - aber Scherz beiseite.... Da wäre ich sowieso gelandet!

Im Herbst ist es auch recht voll, aber nirgends kann man die letzten warmen Sonnenstrahlen so schön genießen wie im Park und an der Themse. 

 Ich möchte das nicht missen!

Im November geht schon das Weihnachtsgeschäft los, viele Touris kommen für Weihnachtseinkäufe her - auch hier sollte man das Wochenende meiden, um den Wochenend-Weihnachts-Shoppig-Trip-Touris aus dem Weg zu gehen. Trotzdem hat das Ganze seinen Reiz: 

Weihnachtsdekorationen überall sorgen für vorweihnachtliche Stimmung. Das hat was!

Als Musical oder Theaterfan ist es ratsam insbesondere die Zeit von Dienstag bis Samstag anzupeilen, da in dieser Zeit die meisten Shows gespielt werden.
Abendvorstellungen gibt es normalerweise von montags bis samstags. Sonntags ist in den meisten Theatern spielfrei. Dienstags gibt es bei manchen Stücken auch Matinees, aber es sind eher wenige. Wer gerne (auch) in die Nachmittagsvorstellung möchte hat mittwochs und donnerstags die größten Auswahlmöglichkeiten. Freitags gibt es (jedenfalls zur Zeit) keine Matinee und samstags spielen alle Stücke auch nachmittags!
Die Theatermonkey Seite weiß was aktuell wann und wo läuft... *klick*
Im West End gibt es viel Auswahl, keine Frage, aber wie ich festgestellt habe, lohnt es sich auch durchaus mal nach den "kleineren" Shows zu gucken... Den sogenannten Off-West End Shows. Hier bekommt man für kleines Geld oft Lohnenswertes geboten - Es müssen ja nicht immer die gleichen Stücke sein - wie auch Hierzulande, sind es nicht immer die ganz großen Show die Eindruck hinterlassen... *klick*

So, jetzt bin ich schon mitten im Musical-Thema... Da kann ich dann ja auch gleich mal weiter machen.

Wo kauft man am besten seine Tickets? 
Gute Frage! Ich würde sagen: Unterschiedlich!
Zunächst einmal sollte man sich Zuhause grob Gedanken darüber machen, was man möglicherweise sehen möchte. Doch wie man plant und denkt, so kommt es nie.
Ich für meinen Teil fliege meistens nur mit einer wagen Ahnung worauf ich Lust haben könnte nach London und gucke dann, was mich vor Ort tatsächlich anspricht!
Ich habe noch nie... noch NIE! vorher Tickets gekauft. Solltet ihr aber z.B. "Book of Mormon" ums verrecken gucken wollen - ohne wenn und aber, dann müsst ihr das Ticket definitiv vorher ordern. Gleiches gilt für manch ein Theaterstück mit Starbesetzung. Aber in den meisten, ich will fast sagen so gut wie allen anderen Fällen, kriegt man gute und günstige(re) Tickets am besten vor Ort!

Und da gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Die Preis-Leistungsmäßig beste aller Möglichkeiten sind die sogenannten Dayseats. Viele Theater bieten diese am Tag der Vorstellung an. Da kriegt man für kleines Geld Top Plätze. Allerdings muss man sich früh morgens dafür anstellen, damit man bei Öffnung der Kasse um 10 Uhr eine (oder zwei) Karte(n) ergattert. Ein paar Beispiele: Dayseats gibt es bei Wicked für 27,50 Pfund - man sollte so um acht Uhr rum dort aufschlagen, denn die Anzahl ist begrenzt. Dafür sitzt man dann in der ersten Reihe und besser kann man bei dem Stück nicht sitzen. Die Bühne ist nicht besonders hoch und es gibt einen breiten Gang bis zum Orchestergraben. Man ist nah dran, aber hat doch noch einen guten Überblick. Außerdem hab ich die Erfahrung gemacht, dass gerade bei Wicked das Publikum recht unruhig ist - da ist es besser, die restlichen Zuschauer sozusagen hinter sich zu lassen.

Ebenso ist es bei Miss Saigon. Das frühe anstehen lohnt sich. 20 Pfund für die erste (und beste) Reihe - das Angebot ist einfach nicht zu toppen.
Es bietet sich an, sich an Doppelshow-Tagen anzustellen. Denn doppelte Shows - doppelte Auswahl.

Bei Once reicht es für gewöhnlich um halb zehn dort aufzuschlagen, manchmal kriegt man auch später noch Dayseats für 25 Pfund. Normalerweise wird auch hier die erste Reihe angeboten. Die Bühne ist zwar hoch und man sitzt direkt am Rand, aber gerade die Plätze am Mittelgang sind trotzdem in Ordnung und für den Preis nicht zu verachten. Hin und wieder bekommt man auch andere Plätze, aber bei mir war es immer die erste Reihe.

 Billy Elliot bietet ebenfalls Dayseats in der ersten Reihe an. Davon würde ich allerdings abraten, da die Bühne extrem hoch ist und man bei Tap-Dance Nummer von dort die Füße nicht sehen kann und insgesamt eine Nackenstarre riskiert. 
 Für Billy Elliot gibt es fast immer auch Discount Tickets am TKTS, aber dazu komme ich später.
Matilda hat Dayseats nur für Personen zwischen 16 und 25 Jahren und sie sind auf 1 Ticket pro Person begrenzt, so dass man sich nicht aufteilen kann, wenn man bei verschiedenen Stücken anstehen möchte.
Bei War Horse haben wir Dayseats für unschlagbare 12 Pfund bekommen!
Auch bei anderen Short-run Theaterstücken gibt es oft Dayseats...
Eine Übersicht und Erfahrungsberichte findet ihr hier: *klick*

Ich hab vorhin Book of Mormon erwähnt. Die Show ist dermaßen beliebt, dass es schwierig ist Tickets direkt vor Ort zu bekommen. Full Price Tickets sind, wenn man sie vorab bucht, gelinde gesagt schweineteuer. Eine günstige Möglichkeit bleibt. Aber da muss man auf sein Glück vertrauen. Jeden Tag startet um 17 Uhr für die Abendshow und an Doppelshow Tagen um 12 Uhr für die Nachmittagsvorstellung eine Lotterie. Man hat eine halbe Stunde lang die Möglichkeit ein Los auszufüllen und einzuwerfen. Um halb eins, bzw. halb sechs beginnt dann die Ziehung der Gewinner (Achtung: Ausweis bereit halten). Die Ziehung an sich ist schon ein riesen Spektakel. Es macht Spaß - sogar wenn man leer ausgeht! Gewinnt man, kann man ein oder zwei Tickets (je nach dem wieviel man angekreuzt hat haben zu wollen) für 20 Pfund das Stück kaufen. Ich habe 3 mal teilgenommen (oder 4 mal?) Leider hat es nie geklappt - aber ich werde nicht aufgeben. Nächstes Mal stehe ich dort wieder!

Discount-Tickets für den selben Tag gibt es auch am TKTS Stand am Leicester Square. Wenn man vom Picadilly Circus kommt, direkt rechts hinter dem runden Parkabschnitt mit der Shakespeare Statue (zwischen Park und Bens&Jerrys). Das Gebäude sieht ein bisschen wie ein Klohäuschen aus und hat kleine Verkaufsfenster. Vorne ist angeschlagen welche Shows im Angebot sind. Den ganzen Tag über kriegen sie dort immer wieder neue Tickets rein. Es ist also immer ein kleines Glücksspiel. Aber bin dort nie ohne tolle Tickets wieder weggegangen.
In der Woche kriegt man die meisten PK 1 Tickets für unter 40 Pfund. So hab ich für Les Miserables dort für die erste Reihe (einmal in den Stalls - im Parkett und einmal auf dem Dress Circle, also dem ersten Balkon) jeweils nur 39 Pfund bezahlt. Auch Billy Elliot ist oft für diesen Preis zu haben. Ich empfehle dort mittige Plätze zwischen Reihe 6 und 10.
Manchmal haben die auch tolle Full Price Tickets im Angebot. Mein Schnäppchen war "Charlie & the Chocolate Factory für 40,50 Pfund in der ersten Reihe Mitte. Angeblich hat man da eine eingeschränkte Beinfreiheit, aber auch wenn ich größer wäre - ich fand es dort sehr bequem und von der Sicht perfekt! Mehr als perfekt sogar... Denn auch bei Charlie ist die Bühne niedrig und tief, so dass man besser als in der ersten Reihe nicht sitzen kann! (Stichwort: unruhiges Publikum).
Die Herren und Damen am TKTS sind sehr nett und können einem auch mal den ein oder anderen Tipp geben.
Rund um den Leicester Square gibt es noch weitere Half-Price Verkaufsstände, aber da wäre ich vorsichtig. Manche sind nicht so ganz koscher und dort kriegt man auch nicht unbedingt die besten Plätze, da solche Verkaufsstellen nicht offiziell sind, oder nur ein sehr limitiertes Angebot haben. Deshalb lieber gleich bei TKTS anstellen. Dort gibt es auch Straßenkarten vom West End, wo alle Theater eingezeichnet sind und man hat auch noch mal eine Übersicht was aktuell läuft, wie lange das jeweilige Stück geht und an welchen Tagen es gespielt wird.
Das tägliche Angebot kann man übrigens auch im Internet abrufen, auch wenn ich nicht weiß wie aktuell es ist - denn wie gesagt - sie kriegen im Laufe des Tages immer wieder neue Restkarten zum Verkauf rein. Für den Internetauftritt klickt hier hier: *klick*

Letzte Möglichkeit: Direkt beim Theater nachfragen. Les Miserables verkauft zum Beispiel für 10 Pfund (es kann sein, dass sich der Preis auf 15 Pfund erhöht hat) sogenannte Standing Seats, wenn die Vorstellung ansonsten ausverkauft ist. Also erst kurz vor Vorstellungsbeginn. Die Standing Seats sind allerdings ganz hinten auf dem obersten Rang und damit sehr, sehr, sehr weit oben und sehr, sehr, sehr weit weg. ABER die Akkustik dort ist der Hammer und man sieht alles (wenn auch im Kleinformat). Wir haben das einmal gemacht. Lieber sitze ich für 40 Pfund in den Stalls, aber wenn man es unbedingt sehen und hören möchte und es ausverkauft ist, ist das eine gute und vorallem günstige Gelegenheit!
Auch sonst kann man am Theater Glück haben, denn insgesamt sind die Preise - auch wenn man sie voll bezahlt - wesentlich moderater als bei uns. Außerdem bieten einige Theater Rabatte für Studenten an, glaube ich. Ich hab das nur einmal bei Wicked nutzen können, aber es lohnt sich bestimmt einfach mal nachzufragen, wenn man einen Studentenausweis hat.

Wie kommt man von einem Theater zum anderen?
Wenn man länger als 3 Tage in der Stadt ist, empfielt sich die Wochenkarte für die U-Bahn. Damit kann man sämtliche Verkehrsmittel, also auch Busse, nutzen und muss sich keine weiteren Gedanken machen. Man bekommt eine Chipkarte, die man an den U-Bahnen nur gegen die Schranken halten muss und schon kann man fahren wohin und so oft mal will. Das U-Bahn-Netz ist praktisch selbsterklärend. Die Züge fahren nach Norden, Süden, Westen oder Osten und es ist kinderleicht von einem zum anderen Ort zu kommen. Allerdings ist die U-Bahn Karte nicht gerade maßstabsgetreu. D.h. manchmal sieht etwas irrsinnig weit entfernt aus und man fährt mit der Bahn, steigt vielleicht sogar noch um und läuft auch unter Grund lange Strecken, obwohl das Ziel über Tage problemlos zu Fuß zu erreichen gewesen wäre. Manchmal empfielt es sich deshalb sich einfach mit einer normalen Straßenkarte auf den Weg zu machen. Dann sieht man auch viel mehr. Ich musste das auch erst lernen.
Ansonsten kann man auch "Pay as you go" machen - dann läd man sich einfach einen gewissen Betrag auf die Karte und zahlt pro Fahrt. Aber das lohnt sich nur, wenn man nicht viel U-Bahn fahren will, sonst läd man ständig wieder neues Geld auf. Böse Falle!

London ist gar nicht so teuer wie man denkt. Besonders wenn es ums Essen geht. Überall gibt es kleine Supermärkte (Marks and Spencers, Tesco, Selfridges), wo man Pies und Sandwiches für einen relativ günstigen Kurs kaufen kann und auch wenn man mal im Pub oder Restaurant essen gehen möchte, ist das lange nicht so teuer, wie einem das in der Presse oft suggeriert wird.
Was richtig ins Geld geht sind aber leider die Übernachtungen und die Transportkosten. Bei ersterem hab ich auch noch nicht die perfekte Lösung gefunden. Hostels sind manchmal nur grenzwertig bequem/sauber/angenehm/ruhig. Da darf man keinen Luxus erwarten, obwohl sie trotzdem nicht gerade günstig sind. (Bitte - falls jemand eine günstige, saubere, ruhige, zentrale Schlafmöglichkeit in London findet: Info weitergeben!!!)
Alles in allem hab ich für meine Urlaube in London inklusive Musicalbesuchen aber immer noch wesentlich weniger bezahlt, als wenn ich die gleiche Anzahl an Shows inklusive jeweiliger Städtereise in Deutschland besucht hätte. PLUS: Man ist in London!!!

Abgesehen davon, dass London eine tolle Stadt ist und so sehr ich auch mache Produktion in Deutschland liebe... Die Qualität und Auswahl, die einem im West End und Off West End geboten wird, ist unerreicht. Nirgendwo sonst hab ich so glänzend besetzte Stücke gesehen. JEDER der in London spielt ist der Hammer. Bis in die kleinste Rolle ist jedes Stück großartig besetzt. Die Hauptbesetzungen spielen - anders als bei uns - normalerweise so gut wie jede Show, so dass man relativ sicher weiß, dass man sieht wen man sehen will, wenn man jemand bestimmtes sehen will. Aber selbst wenn mal das Cover einspringt: Nach solchen Understudies würde man sich hierzulande die Finger lecken. Klar, Englisch ist Weltsprache. Besetzt man im englischsprachigem Raum eine Rolle, dann hat man ungleich mehr Auswahl an tollen Darstellern, die man für diese Rolle casten kann. Deshalb: Musicaltheater in London ist Musicaltheater von einem anderen Stern. Meiner Meinung nach (aber das ist rein subjektiv), übertreffen die meisten Casts in London auch den Broadway, aber wie gesagt - das ist mein subjektives Empfinden.
Außerdem möchte ich jedem ans Herz legen in London Stücke mit Kindern zu gucken: Matilda, Charlie, Billy Elliot - Ihr werdet nicht fassen können, wie unglaublich talentiert die Kiddies dort sind. Da bleibt einem regelmäßig die Spucke weg. Naja, die meisten konnten sich ja im Kino einen Eindruck davon verschaffen. Falls nicht und falls ihr auch nicht nach London kommt: Besorgt euch mitte November die Billy Elliot DVD. Ein größeres Ausrufezeichen könnte ich nicht hinter meine Aussage machen.

Ok - ich komme vom Thema ab und es ist schon spät! Bevor ich aber meinen Post heute schließe, hier noch ein kleiner Aufruf. Ich hab versucht auf möglichst viele Themen einzugehen. Der Blog hier ist aber nicht allumfassend und ich möchte ihn gerne noch ergänzen und immer mal wieder updaten. Deshalb: Stellt mir Fragen, gebt mir Feedback. Was interessiert euch noch - was wollt ihr wissen? Ich helfe gerne weiter!
Fragen könnt ihr als Kommentar im Blog hinterlassen oder auf meiner Facebook Seite als private Nachricht schreiben. Den Link zur Seite findet ihr hier: *klick* Für Anregungen bin ich immer dankbar.
Nach und nach kann ich auch ein paar Fotos hochladen, um die Lust auf London noch zu steigern. Bei Euch... und bei mir. Denn nach all der Schreiberei packt mich gerade wieder das Fernweh!

In diesem Sinne: Einen schönen Abend und gute Nacht.







Samstag, 4. Oktober 2014

Probenbesuch bei Shrek in Düsseldorf

Heute hatte ich die tolle Gelegenheit zusammen mit noch zwei anderen Theater- und Musical-Bloggern einen Blick vor und hinter die Kulissen von "Shrek - Das Musical" zu werfen.

Das Musical hat am 19.10.2014 Deutschland-Premiere im Capitol-Theater Düsseldorf  und war zuvor schon sehr erfolgreich am Broadway, in London und auf diversen Touren zu sehen. Es basiert auf dem gleichnamigen Animationsfilm aus dem Hause Dreamworks. Das Stück selber kenne ich bisher nur ausschnittsweise -aber mit dem Film im Hinterkopf- ahnt man schon, dass man sich auf ein ein buntes, lustiges Spektakel freuen darf!


Zwei Wochen vor der ersten Preview herrscht im und um das Theater natürlich geschäftiges Treiben und man kann schon die Vorfreude fast mit Händen greifen. Überall wird fieberhaft gearbeitet, damit alles fertig ist wenn es endlich losgeht. Deshalb war es besonders toll, dass sich alle trotzdem viel Zeit für uns genommen haben und wir in verschiedene Bereiche reinschnuppern durften. Ich sage euch: nichts schnuppert sich besser als Theaterluft - aber da erzähle ich wohl sicher nichts neues!

Los ging es für uns im Foyer, wo wir uns mit Lara Neumann (Social Media), Anne Theurich (Pressevertreterin) und Michael Eisenburger (künstlerischer Leiter) zusammen setzten. Michael - vielen vielleicht auch als Darsteller noch ein Begriff - stellte uns das Stück vor und erzählte uns was uns in der Probe erwarten würde - nämlich ganz viel aufregendes!!
Die erste Bühnenprobe mit den kleinen Fionas im Turm! Spannend!!!!

Kurz zur Erinnerung: Fiona wird seit ihrer Kindheit in einem Turm gefangen gehalten und träumt von einem Prinzen der sie befreit... Nur dass der Prinz dann ein dicker, grummeliger, grüner Oger ist - nicht gerade der Traum ihrer schlaflosen Nächte.

Im Musical wird - anders als im Film - gezeigt, wie Fiona im Turm heranwächst und älter wird. Sie ist alleine mit ihren Puppen und ihren Märchenbüchern. Am Anfang ist sie voller Hoffnung, dass sie bald befreit wird, als Teenie träumt sie besonders intensiv von dem tollen Prinzen aus den Büchern, aber nach 8.423 Tagen ist sie gefrustet und verdammt sauer, dass der olle Prinz immer noch nicht da ist! Männer! Aber so ganz gibt sie die Hoffnung nicht auf...


Fionas Turm - später wechselte noch der Hintergrund
Michael wies vorher daraufhin, dass alles noch "Work in progress" sei - In der Broadway Version geht Fiona um den Turm herum und wird immer älter. Hier ist es erstmal so angedacht, dass Fiona zwischenzeitlich hinter der Brüstung verschwindet und dann eine ältere Version von ihr zum Vorschein kommt.
Wir konnten ein-zwei komplette Durchläufe der Szene sehen und ich finde sie äußerst gelungen!
Aus der kleinen Fiona wird Denise Jastraunig als Teen-Fiona...



 ...und aus Denise wird Jessica Kessler als erwachsene Fiona. Beide Darstellerinnen sind die Cover-Besetzung für die jeweilige Rolle und spielen im Stück aber auch noch andere Figuren.



...Moment: Sprechen erwachsene Frauen mit Socken-Freunden? Naja, vielleicht wenn sie 8.423 Tage in einem Turm gefangen sind... Ja, da kann man schon mal ein bisschen wunderlich, wundervoll, wunderbar, wunder...wie auch immer werden!


Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte...
Aber nun zurück zu den eigentlichen Stars des Nachmittags: Den Kids!

Die Arbeit mit Kindern ist immer spannend. Erst sind sind sie etwas schüchtern und zurückhaltend, aber wenn sie sich "eingelebt" haben, gehts rund. So ähnlich drückte es Michael vorher aus und - ja - wir konnten uns davon überzeugen.
Regisseur Andreas Gergen scheint ein wirkliches Händchen für die Arbeit mit Kindern zu haben. Auf der Bühne herrschte eine lockere Atmosphäre. Immer wieder wurde mit dem musikalischen Leiter Heribert Feckler gescherzt und die Kinder bekamen viel verdientes Lob.


Andreas Gergen gibt Regie-Anweisungen und der Bodennebel wallt...
In jeder Vorstellung stehen 2 Kinderdarsteller auf der Bühne. Denn es gibt auch einen kleinen Shrek! Die 5 Jungs, die sich diese Rolle in Düsseldorf teilen sind zwischen 7 und 10 Jahre alt und einer von ihnen - der 9 jährige Georgi, durfte an diesem Nachmittag zum ersten Mal in sein Kostüm schlüpfen.


Georgios Bakopoulos präsentiert stolz sein Shrek-Kostüm
Ist das nicht ein Traum?!??

Die Rolle der "Baby"Fiona wird im Wechsel von 5 Mädchen im Alter von 9 bis 11 gespielt. Alle 5 hatten heute ihren ersten großen Bühnenauftritt. Wie aufregende und toll, dass wir live dabei sein durften. Außerdem gab es auch schon einen Vorgeschmack darauf, wie Fiona später auf der Bühne aussehen wird.


Emmi Lee als Mini-Fiona
Jedes der Mädchen durfte ihren Part einmal oder öfter probieren und ich muss sagen - sehr unterschiedliche Fionas, aber alle auf ihre eigene Art großartig. Es war höchst spannend, die selbe Szene direkt nacheinander von verschiedenen kleinen Künstlerinnen zu sehen und zu hören.


Julia Fiona Cherobim, Emmi Lee Epstein (im Kostüm), Charlotte Hyde,
Charlotte Schilbach, Monika Schmidt und die Puppe
Wir haben ungefähr eine Stunde lang immer wieder das selbe Lied, nämlich "Heut' ist der Tag" gehört und ich hätte es noch den ganzen restlichen Tag hören können, ohne dass es mich gelangweilt hätte. Das Lied hat eine tolle Melodie und der Text ist witzig.
Am Ende des Liedes singen alle drei Fionas zusammen und es stellte sich auch promt die erste Gänsehaut bei mir ein.


Monika, Jessica und Denise "Heut ist der Tag"
Ich kenne bisher nur noch ein weiteres Lied aus dem Stück, bin also noch Shrek-Musical-unerfahren - aber nach diesem Einstieg habe ich wirklich Blut geleckt und freue mich schon sehr auf mehr (Und was sich reimt ist gut...)!



Zwischen den Durchläufen wurde viel gescherzt - insbesondere, wenn der Bodennebel mal wieder ein bisschen zu hoch stieg. Wir haben gelernt woran das liegt (Es war eine Bildungsreise) - aber ich habs wieder vergessen - hat irgendwas mit Chemie zu tun... Was aber hängen gebliebe ist, ist die angenehme Proben-Atmosphäre im Theater. Da stimmte anscheinend die Chemie (Puh - Kurve gekriegt!). In einem Moment wird gelacht, im nächsten wird wieder konzentriert und professionell gearbeitet.



Sowohl von den Profis, als auch von den Profis in progress...



Eigentlich konnten wir uns kaum losreißen, aber irgendwann wurde es dann Zeit weiterzuschauen.

Zusammen mit Anne und Lara durften wir auch einen Blick hinter die Bühne werfen. Wenn man -wie ich- sonst eigentlich nur den Zuschauerraum kennt, ist das wirklich eine tolle Erfahrung. Dort durften allerdings keine Fotos gemacht werden, aber ich sag euch: Es ist viel größer und möglicherweise sogar ganz anders, als man es sich vorstellt. Wobei ich nicht ganz genau weiß, wie ich es mir eigentlich vorgestellt habe.
Hinter der Bühne stehen schon viele Kulissenteile bereit unter anderem *aufschrei* der geniale lila/pinke Drache! Er wird von 4 Personen bespielt und wird ganz sicher einer der Stars jeder Show sein. Ich bin jetzt schon verliebt!
Außerdem findet man auch das Orchester im Capitol hinter der Bühne und wir durften mal winken!

Danach ging es nach oben, in den "Friseursalon" und in die "Kleiderkammer" und wir durfte uns anschauen, wie die Perücken gemacht werden (außerdem Hände, Füße, Nasen, und und und...) und in welchen Kostümen die Darsteller später stecken werden. Dieses Musical mit all seinen Märchenfiguren ist ganz sicher eine Herausforderung für jeden Kostüm- und Maskenbildner. Und die Damen und Herren hinter den Kulissen machen eine wundervollen Job. Was wir gesehen haben, war der Wahnsinn. Wie ich schon weiter oben vermutete habe: Es wird bunt, es wird ein Spektakel und sicherlich ein riesen Spaß!

Fiona und Shrek werden bestimmt ein tolles Team!
Ich freu mich jeden Tag, den die Premiere (bzw. die Preview) näher rückt mehr darauf!
Es war ein unglaublich interessanter, spannender Nachmittag im Capitoltheater vor und hinter den Kulissen und kann mich nur von Herzen bedanken, dass ich dabei sein durfte!


Ich hoffe euch gefallen die Fotos und ihr konntet dadurch ebenfalls ein bisschen daran teilhaben! Kommentiert gerne, wenn ihr noch etwas wissen wollt oder euch etwas zum Thema einfällt. Ich freu mich immer über Rückmeldungen.

Guckt auch gerne mal auf meiner Facebookseite vorbei. Ich habe dort noch andere Fotos gepostet, die hier nicht so richtig passen.









Freitag, 3. Oktober 2014

Bonnie & Clyde, Bielefeld

„Adam und Eva“, „Romeo und Julia“, „Jekyll & Hyde“, „Tom und Jerry“…. Viele Paarungen sind wohl jedem ein Begriff. So sicherlich auch „Bonnie und Clyde“. Mir schießen dabei folgende Stichworte durch den Kopf: Gangsterpärchen, Amerika, beide tot – erschossen? Das wars auch schon… Ähm - Ehrlichgesagt beruht mein ganzes Wissen um die Beiden auf einem Lied von den Toten Hosen… Ihr seht – es war wirklich wichtig, mich auf diesem Gebiet weiterzubilden und meine Bildungsreise führte nach – natürlich… nach Bielefeld! (Gibt’s ja nicht…!) 

Ursprüngliches Musical-Plakat am Broadway

„Bonnie und Clyde“ erzählt – oh Überraschung – die Geschichte von Bonnie und Clyde. Sie beginnt in den frühen 20er Jahren. Clara Bow genannt Bonnie ist noch ein junges Mädchen und hat nur einen Traum: Sie möchte berühmt werden – egal wie. Clyde hat da bereits genauere Vorstellungen: Seine großen Vorbilder sind allesamt Verbrecher und er möchte nichts lieber als in deren Fußstapfen zu treten. Als sich beide 12 Jahre später treffen ist die Weltwirtschaftskrise im vollen Gange. Geld und Liebe spielen eine Rolle, sind aber nicht der Motor, der die beiden antreibt. Es ist der Kick und das Adrenalin, dass sie zu immer gewagteren Coups führt. Mit Banküberfällen fängt es an, aber schon bald geht das Pärchen über Leichen. Sie erreichen einen fragwürdigen Kultstatus - werden praktisch während der Bankraube von der Presse und von Fans belagert und um Interviews und Autogramme gebeten. Bonnie - erst noch unsicher genießt ihren Status als berühmte Gangsterbraut bald in vollen Zügen.
Dem gegenüber steht Clydes Bruder Buck und dessen Frau Blanche. Buck war einst Clydes Verbündeter fast ebenso häufig im Gefängnis. Doch Blanche macht ihm die Hölle heiß, denn sie möchte ein normales Leben führen. Letztendlich schließt sich Buck der Bande aber wieder an und natürlich kommt alles anders als geplant und endet im Kugelhagel.

Insgesamt habe ich ein solide gespielt, gesungen und inszeniertes Stück gesehen. Die große Begeisterung blieb bei mir allerdings aus. Woran das lag? Ich würde sagen an vielen Kleinigkeiten. Die Musik von Wildhorn war weniger eingängig als sonst. Das Ganze klingt musikalisch auch gar nicht so sehr nach ihm. Ernsthaft – ich hab tatsächlich keine Ohrwürmer von anderen Wildhorn-Stücken bekommen, während ich dieses hier schaute. Leider habe ich ehrlich gesagt überhaupt keine Ohrwürmer bekommen. Zwar fand ich die Musik passend, aber wirklich hängen geblieben ist nur das eine Stück, das ich auch schon auf Englisch kannte „You love who you love/Du liebst wen du liebst“. Versteht mich nicht falsch – die Musik war nicht schlecht, trotzdem habe ich im Nachgang nicht das Bedürfnis die CD zu kaufen.

Trailer des Theaters Bielefeld bei Youtube

Auch die Inszenierung selbst lässt mich etwas unentschlossen zurück. Einerseits wartet das Stück mit einer ansprechenden Kulisse auf, viele Ideen sind toll und die Umsetzung des Stoffs stellenweise gut gelungen, andererseits dauert es gefühlt oft endlos bis die einzelnen Bühnenteile über einen Drehteller in den Vordergrund gefahren sind. Dadurch verliert auch die Handlung an Schwung. Dabei hat die Thematik ja durchaus potenzial rasant und aufregend zu sein – Schade, dass ich das Stück trotzdem eher als etwas lang empfunden habe. 

Das Theater Bielefeld setzt diesmal auf eher unbekanntere Namen - was aber kein Nachteil sein muss. Alle Darsteller haben einen guten Job gemacht. Besonders gefallen hat mir Clyde alias Benedikt Ivo und Navina Heyne als Blanche. Abla Alaoui spielt die Bonnie ausdrucksstark und hat mir hauptsächlich bei ruhigeren Liedern gesanglich gefallen. Bei höheren Tönen wurde sie mir oft einen Ticken zu schrill - insgesamt hat mich ihre Leistung aber ebenfalls überzeugt. Die einzigen Bekannten Gesichter in der Cast waren für mich Tina Haas als junge Bonnie und in diversen Ensemblerollen, sowie Thomas Klotz, als Ted Hinton. Dieser ist ein Jugendfreund von Bonnie und immer noch schwer in sie verliebt ist - auch wenn er als Polizist eigentlich auf der Gegenseite steht. Die Rollen sind gut besetzt und das Ensemble hat mich ebenfalls überzeugt. 

Alles war in sich stimmig, aber wie schon gesagt: Aus dem Sitz gerissen hat mich das Stück leider zu keinem Zeitpunkt.
Trotzdem bereue meinen Besuch nicht. Das Musical hat mich weitgehend gut unterhalten und ich habe mich gefreut mal wieder etwas neues auf "meinem Spielplan" bekommen zu haben. Ich halte das Stück für sehenswert, aber habe - anders als so oft - nicht den Drang gleich erneut eine Karte zu kaufen.

Samstag, 21. Juni 2014

Spamalot, Oldenburg

Monty Pythons "Ritter der Kokosnuss" reiten derzeit durch Oldenburg und bringen den kühlen Norden schier zum auszuflippen! 



Das wunderschöne Staatstheater war bis auf den letzten Platz gefüllt und als der Vorhang fiel hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. Mit minutenlangem, frenetischer Beifall feierte das sehr gemischte Publikum Darsteller und Orchester beim Schlussapplaus. 

Spamalot ist ein Stück für die Lachmuskeln - keine Gefahr also an irgendeiner Stelle von Emotionen überrollt zu werden. Und doch - die Begeisterung war so ansteckend und beeindruckend, dass ich ganz ergriffen war. Selbst nachdem der letzte Vorhang gefallen war, blieb ein großer Teil der Zuschauer noch da bis auch der allerletzte Ton aus dem Orchestergraben verklungen war und applaudierte noch einmal begeistert in Richtung Orchestergraben. Solche Momente lassen einem das Herz aufgehen.

Dabei hätte ich das vor Beginn der Vorstellung gar nicht unbedingt erwartet. Ich kenne Spamalot aus London und obwohl es mich dort ebenfalls gepackt hat war ich unsicher, ob es den Geschmack meiner Mitzuschauer treffen würde. Da waren ältliche Damen in feinem Zwirn, Herren mit Krawatte und Nickelbrille, Kinder, die unruhig auf ihren Sitzen rumrutschten, biedere Mitfünfziger mit Perlenketten und Operngläsern -aus meiner Sicht irgendwie nicht das typische Monty Pythen Publikum.
 

Das Musical basiert grob auf dem Monty Python Film "Die Ritter der Kokusnuss". "Liebevoll zusammengeklaut" heißt es im Programm. König Artus zieht durch die Lande und sammelt Ritter für seine Tafelrunde zusammen und macht sich mit ihnen auf den Weg den heiligen Gral zu finden.

(c) Foto: Andreas J. Etter (aus der Oldenburger Online Zeitung)
 Wer schon Filme der englischen Comedytruppe gesehen hat, oder Spamalot bereits kennt, der weiß, dass es vor schwarzem Humor nur so trieft. Der weiß, dass manche Albernheit bis zum Exzess verblödelt wird. Nicht jeder kann damit etwas anfangen. Aber hier hatte ich die Nordlichter gehörig unterschätzt! Mein Fehler! Schon bald war klar, dass hier eine riesen Party steigen würde! Und das vollkommen zu Recht!

Wir erlebten gemeinsam eine fantastische Inszenierung. Die deutsche Übersetzung der Dialogszenen gepaart mit den englischen Original-Songs gefiel mir überraschenderweise ausgezeichnet. Natürlich fielen englische Wortwitze hin und wieder der deutschen Sprache zum Opfer - das meiste funktionierte aber auch hevorragend auf deutsch.
 

Die -für mich- vollständig unbekannte Cast spielte mit ansteckender Spielfreude und nahm uns mit auf eine skurile Reise durch Finn...quatsch England. Jeder der Tafelritter - inklusive dem lustig anzusehenden König Artus (Thomas Birklein) - hat gelinde gesagt "einen Schlag schräg", wirkt aber vielleicht gerade deshalb besonders sympathisch. Ich hab mich sofort in Patsy (Vincent Doddema), des Königs treuen Diener verliebt. Er mimt mit der Hilfe von Kokosnüssen das Pferd und löst eine heitere Diskussion aus, wie die Kokusnuss eigentlich nach England gekommen ist.
Auch die Fee vom See (Navina Heyne), die sich schmachtende Duette mit Sir Galahad (Bernhard Hackmann) liefert und immer gerne im Rampenlicht steht, hatte es mir angetan. Eigentlich waren alle Darsteller zum niederknien!
Dies ist sicher auch den herrlich merkwürdigen Kostümen und Perücken geschuldet. Patsy mit lila Leggins, einem übergroßen Pferdepulli und einer schicken Tolle auf dem Kopf. Der König selbst mit Prinzessinenkrönchen und Zöpfen, Paillettenkleid und Turnschuhen. Sir Robin (Rüdiger Hauffe), der Angsthase im Faltenrock und bauchfreiem Ritterharnisch... um von Sir Lancelot (Gilbert Mieroph) erst gar nicht zu sprechen *hüstel* - ja genau: Ein Kostümhighlight jagd hier das nächste. Gleiches gilt im übrigen für die Kulisse! Schrill und Bunt, übertrieben, aber nicht übertrieben übertrieben... Wenn ihr versteht was ich meine. Es passt! Es passt einfach alles!


Spamalot nimmt sich keine Sekunde lang selber ernst und wird trotzdem niemals niveaulos. Man muss wirklich den Hut ziehen, denn es ist ein sehr schmaler Grat zwischen Klamauk und skurilem englischem Humor. Aber auf diesem Grat wandert die Inszenierung des Theaters Oldenburg gekonnt und sicher ohne abzustürzen!

Kein Wunder also, dass das Stück soooo gut ankommt. Es wird übrigens nicht nur in Oldenburg gespielt, wo die Karten weggehen wie geschnitten Brot, sondern erlebt all-überall sein Comeback. 
Es lohnt sich sicherlich die Augen offen zu halten, denn irgendwann reiten die Ritter mit ihren Kokosnüssen auch in eurer Nähe vorbei und dann solltet ihr die Kuh bei den Hörnern packen und mit auf die Suche nach dem Gral gehen.




Samstag, 10. Mai 2014

Jekyll & Hyde, Kassel 2014

Am 10.05.2014 stand Frank Wildhorns "Jekyll & Hyde" in der Inszenierung des Staatstheaters Kassel bei mir auf dem Spielplan.



Das Musical nach der Buchvorlage von Robert Louis Stevenson habe ich ja schon mehrfach in verschiedenen Inszenierungen gesehen und die Geschichte müsste eigentlich bekannt sein, deshalb halte mich mich jetzt nicht lange mit dem Vorgeplänkel auf. Wer mag, kann gerne in meinen alten Blogs zu der Tour 2011, bzw. der Aufführung in Hagen im Jahr davor stöbern --> Link

Das Staatstheater in Kassel zeigt das Musical in sehr ungewöhnlichem Gewand. Die Kulisse ist extrem minimalistisch. Es gibt LED Tore, beleuchtete, aber leere Räume, es wird mit Licht und Schatten gearbeitet, ansonsten wird aber weitestgehend auf Bühnenbild und Requisite verzichtet. Der Fokus liegt auf den Hauptsarstellern und dem Tanzensemble.
Wie ich immer wieder gerne betone, ist für mich wenig oft mehr. Allzu pompöse Bühnenbilder lenken mich meist zu sehr vom Geschehen ab. Trotzdem bin ich mir immer noch unsicher, was ich von dieser -sehr modern angehauchten- Inszenierung halten soll. Für mich hatte die Aufführung tatsächlich eher etwas von einer konzertanten Fassung.
Ich bin froh, dass ich das Stück bereits in anderer Form kennengelernt habe. Wäre ich völlig "unbedarft" ins Theater gegangen, weiß ich nicht, ob ich der Handlung problemlos hätte folgen können.
Um dem Zuschauer die Geschichte näher zu bringen, setzt man in Kassel eine sehr skurile Drag-Queen namens "Baby Jane" als Erzählerin ein.
Dies ist sicher hilfreich, insbesondere, weil es kaum gesprochenen Text gibt und die Lieder alle auf englisch gesungen werden (mit Übersetzung am oberen Bühnenrand).

Ich war zunächst etwas irritiert von all dem, hab mich dann aber einfach zurückfallen lassen und die Performance der Songs genossen. Vom musikalischen Standpunkt gesehen ist die Kasseler Version nämlich fantastisch.

Die Hauptdarsteller überzeugen fast alle durch unglaublich schöne und voluminöse Stimmen.
Allen voran Dr. Jekyll/Mr. Hyde alias David Arnsperger - für den alleine sich der Besuch schon gelohnt hat. Wenn er anfängt zu singen, ahnt man was für ein großartiges Phantom der Oper er in Hamburg sein muss.
Auch sein Freund John Utterson --> Andreas Wolfram, weiß durch Gesangsqualität zu überzeugen. Der weibliche Gesangsstar ist eindeutig Susan Rigvava-Dumas als Lucy Harris. Optisch passte sie für mich nicht ins übliche Rollenprofil. Lucy ist "normalerweise" ein junges, verarmtes Mädchen aus dem Rotlichtmilieu. Susan spielt ihre Lucy aber als gestandene Nachtclubsängerin in den mittleren Jahren. Ich war zwar erstmal irritiert, aber andererseits... wer sagt denn, dass Lucy ein Mädchen sein muss? Susans gesanglichen Qualitäten haben mich ohnehin schnell für alles entschädigt.
Neben ihr wirkt der andere weibliche Part Emma Carew (Julia Klotz) zwar solide gut, aber doch etwas blasser.
Lona Culmer-Schellbach als Nellie hat mir nicht ganz so gut gefallen. Insgesamt wirkt aber das gesamte Ensemble sehr gesangsstark und auch die tänzerischen Szenen fand ich sehr gelungen.
Man muss trotzdem die bisherigen Aufführungen des Stücks gedanklich beiseite schieben, dann kommt man in Kassel durchaus auf seine Kosten.

Ob ich mit der Inszenierung wirklich glücklich bin............ ich weiß es nicht! Doch ich liebe die Musik von Frank Wildhorn und halte Jekyll & Hyde für eines seiner stärksten Stücke. Deshalb hat es mir wirklich gefallen, dass ich die tollen Lieder in so hochwertiger Form genießen durfte.

Freitag, 9. Mai 2014

Next to Normal, Hildesheim

Nachdem mir das Stück in Fürth gut gefallen hatte, wollte ich "Next to Normal - Fast Normal" gerne nochmal in einer anderen Inszenierung sehen.
Die Gelegenheit bot sich in Hildesheim, wo sich das Theater für Niedersachsen des Stoffes angenommen hat.

Im Vordergrund der Geschichte steht die Familie von Diana Goodman, die unter einer bi-polaren Störung leidet. Sie hat manische und depressive Phasen und sogar Wahnvorstellungen. Sie kämpft mit Medikamenten dagegen an, die zwar helfen, allerdings andere, unerwünschte Nebenwirkungen nach sich ziehen. So schlittert sie von einer Therapie zur nächsten und keiner kann ihr wirklich helfen. Auch ihre Familie leidet unter ihrer Krankheit. Jedoch geht jeder auf seine eigene Weise damit um.
Ich will nicht allzu tief in die Handlung eintauchen, weil ich jedem die Gelegenheit lassen möchte, die Geschichte der Goodmans für sich selbst zu entdecken.
Das Stück hat sowohl ernste, als auch humorvolle Momente. Trotz des teils schweren Themas ist es unterhaltsam und jede Person auf der Bühne trägt dazu bei, dass der Zuschauer einen tollen Musicalabend erlebt.


TfN- Theater für Niedersachsen, Hildesheim/Hannover

In Fürth präsentierte man eine Cast "der großen Namen" (Pia Douwes, Thomas Borchert, Sabrina Weckerlin, Dirk Johnston, Dominik Hees & Ramin Dustdar).
Ich habe allerdings festgestellt, dass es mir zunehmenend schwer fällt, eine Rolle ganz unabhängig vom jeweilige Darsteller zu sehen, wenn ich manche Darsteller schon in -zig anderen Rollen oder auf Konzerten erlebt habe. Deshalb hat mich persönlich, die "Starbesetzung" in Fürth eher vom eigentlichen Stück abgelenkt. Ich hatte außerdem das Gefühl, dass einem großen Teil des Fürther Publikums die Darstellerriege wichtiger war, als die Geschichte selber. Das war ein subjektiver Eindruck mit dem ich hier niemanden angreifen möchte. Fakt ist, dass ich nie ganz unabhängig sagen konnte, ob die enthusiastischen Begeisterungsstürme in Fürth (zwischenzeitlich stellte sich die Frage: "Bin ich auf nem Popkonzert"?) der jeweiligen Rolle, dem Darsteller oder der Geschichte galten. Mir war es wichtig mich noch einmal völlig neu und völlig unvoreingenommen auf "Next to Normal" einzulassen.

Es zeigte sich, was ich bereits geahnt und gehofft hatte. Auch andere Theater haben überzeugende Darsteller und es sind nicht immer "große Namen" die einen bis ins Mark erschüttern können. Im Gegenteil. Es tat richtig gut - gerade bei diesem Stück - die Rollen noch einmal ganz losgelöst erleben zu dürfen.
Und diese Rechnung ging für mich sowas von auf!
 

Die Cast in Hildesheim stand gesanglich und darstellerisch dem Ensemble aus Fürth in nichts nach. Gerade Caroline Kiesewetter als Diana, Jonas Hein als Gabe und Caroline Ziens als Natalie haben in ihrem Zusammenspiel (das szenenbedingt auch mal ein "Nebeneinanderherspiel" ist) für mich ein großes Ausrufezeichen gesetzt. Noch öfter als in Fürth hatte ich mit den Tränen zu kämpfen, gleichzeitig gab es viele anrührende und humorvolle Szenen, die mir beim zweiten Mal noch stärker mitgenommen haben. 
Caroline Kiesewetter spielt Diana mit der nötigen Hingabe. Mal aufgedreht, mal verzweifelt, fragil und gleichzeitig stark. Man nimmt ihr in jeder Sekunde ab, dass sie eine Frau am Rand von allem ist - kurz davor sich selbst zu verlieren, oder sich selbst zu finden - je nach dem wie sich ihre psychische Störung gerade bemerkbar macht. Besonders beeindruckt und mitgenommen hat mich die Beziehung zwischen ihr und ihrer Tochter Natalie, die ihr Leben lang, das Gefühl hat aufgrund der Krankheit ihrer Mutter zu kurz zu kommen und neben ihrem Bruder immer nur die zweite Wahl zu sein. Beide Frauen überzeugen auch gesanglich durch volle, sehr angenehme Stimmfarben, die großartig harmonieren. Es ist natürlich immer Geschmackssache und ich will auch gar nicht an Pia Douwes Thron rütteln, aber mir persönlich liegt die warme, klare Stimme von C. Kiesewetter mehr. Und so sehr ich Sabrina Weckerlin als Darstellerin schätze - ich muss sagen, dass Caroline Ziens die Rolle der Natalie für mich mindestens ebenso gut ausgefüllt hat. Eine tolle Stimme und ein sehr intensives Spiel, das die Rolle des "vernachlässigten" Wunderkindes für mich noch greifbarer gemacht hat.
Auch in die Stimme von Jonas Hein als Gabe habe ich mich auf den ersten Ton verliebt. Er singt und spielt unglaublich ausdrucksstark. Er ist mal der Helfer in der Not, der seiner Mutter Halt gibt. Dann wieder ist er der teuflische Strippenzieher, der seine Familie ins Unglück stürzt und sich nicht vertreiben lässt. Er hat eine irrsinnige Bühnenpräsenz, selbst dann, wenn er nur im Hintergrund agiert. Der Song "Ich leb" war eines der vielen Highlights des Abends!
Auch die weiteren Ensemble Mitglieder lassen keine Wünsche offen. Tim Müller als Henry ist der perfekte Haschisch-MacGyver und der absolut richtige Freund für Natalie. Man möchte fast sagen: Jeder sollte einen Henry haben! Er ist einfach da. Er ist nicht außergewöhnlich, aber da sein, ist genau das was Natalie braucht. Tim Müller spielt unaufdringlich und damit genau auf den Punkt.

Auch Alexander Prosek macht als Dan Goodman einen guten Job. Dan ist ein Meister der Verdrängung, er kann ohne seine Frau nicht leben, will ihr helfen, aber in erster Linie will er, dass alles "normal" ist. Alexander Prosek spielt den Ehemann und Vater und seine Rolle in der Rolle mit Hingabe und Authenzität und ist ebenfalls gesanglich überzeugend. 
Jens Plewinski als Dr. Fine/Dr. Madden rundet das Ensemble perfekt ab.

Das Bühnenbild ist einfach, aber effektiv gestaltet. Es weicht von der Bühnenkonstruktion in Fürth (und der am Broadway) ab. Hier wird mit einer Drehbühne gearbeitet, um verschiedene Zimmer im Haus der Goodmans, aber auch der Schule oder der Arztpraxen/Krankenhäuser zu suggerieren. Ähnlich wie in anderen Produktionen gibt es verschiedene Ebenen. Die einzelnen Orte werden eher angedeutet - im Vordergrund stehen immer die Personen und die Geschichte - was mir persönlich sehr gut gefällt.

Die Inszenierung des TfN weiß in allen Punkten zu überzeugen und beschert dem Zuschauer einen perfekten Musical-Abend mit einem sehr ungewöhnlichen Stoff, den man nicht alle Tage auf einer Musicalbühne zu sehen bekommt. Es ist die Geschichte einer Familie am Rande der Normalität und gerade dadurch vielleicht eines der authentischten Musicals, die in den letzten Jahren produziert wurden. 


Unbedingt ein Stück, das man sich ansehen sollte und das eindrucksvoll zeigt, wie vielschichtig das Genre "Musical" sein kann.
So hat es auch das Hildesheimer Publikum gesehen, denn am Ende gab es frenetischen Beifall und verdiente Standing Ovations. Offensichtlich funktionieren also auch hierzulande Stücke mit Ecken und Kanten, mit schwerer Kost, die aber abewechslungsreich und sehr gut verpackt ist und den Zuschauer emotional mitzunehmen weiß.

Ob nun in Fürth, oder in Hildesheim - Next to Normal/Fast Normal ist ein Musical, das sich niemand entgehen lassen sollte.



Donnerstag, 17. April 2014

Grease - Fan Event, Düsseldorf 2014

Ich hab ja schon einige Premieren erlebt, aber heute gibt es mal eine ganz besondere Premiere für euch und mich. Diesmal habe ich nämlich zum ersten mal nicht nur meine Tickets weiter gereicht, sondern gebe auch die Schreibfeder aus der Hand.



Wie jetzt? Warum?
Am Donnerstag vor Ostern fand in Düsseldorf ein Fan-Event im Düsseldorfer Capitol Theater statt. Auf dem Programm stand das Kult-Musical Grease mit anschließendem Meet & Greet von Fans und Darstellern.

Ich wäre sehr gerne dabei gewesen, leider hat es bei mir zeitlich nicht geklappt. Aber des einen Leid' ist ja bekanntlich des anderen Freud', deshalb habe ich die Tickets kurzer Hand auf meiner Facebook-Seite verlost.



Ich hab mich sehr über die rege Teilnahme und für die Gewinnerin gefreut. Und kann mich diesmal entspannt zurück lehnen und die Tastatur an Jenny weiterreichen.
Sie hat ihre Eindrücke bei Facebook geschildert und ich lasse euch gerne daran teilhaben.

Als glückliche Gewinnerin hier mein Bericht zum Grease-Fanevent:

Schon am Theater angekommen haben wir zufällig einen Musical-Bekannten der auch beim Event dabei war, entdeckt...
Also Karten an der Theaterkasse abgeholt und rein ins Theater, dort wurden wir freundli
ch von Lara begrüßt und bekamen ein Begrüßungsgetränk, sowie die versprochene Überraschung (ein Grease T-Shirt) – die Teilnehmerzahl am Event war sehr klein (es hieß 16 Personen kam mir aber weniger vor), lustig war dass auch „Normalos“ dabei waren die zufällig gewonnen hatten und fasziniert von der Begeisterung von Musicalfans waren. 



Vor der Show

Das Theater war gut gefüllt und die Stimmung war super, die ersten Besucher wippten bereits bei der Ouvertüre im Tackt mit. Auch auf der Bühne war eine super Stimmung und man merkte den Darstellern ihre Spielfreude an. Ich hatte die Tour bereits letzten Monat in Essen gesehen und war ein wenig enttäuscht, doch der Abend hat alles wieder gut gemacht. 
Meine persönlichen Hightlights waren Eugene und Vince. Durch Kleinigkeiten die im Vergleich zu Essen anders waren und die wohl nur Menschen auffallen die viel Zeit im Theater verbringen, war die Show besonders lustig.
 

Nach einer tollen Show mit Standing Ovations sammelten wir uns wieder in unserem Event-Bereich und gingen dann gemeinsam auf die Bühne. Dort warteten bereits Daniel Rakasz, Lisa Marie Selke, Stuart Summer, Selvi Rothe und Stefan Reil. 


Danke an Jenny S. für das schöne Foto und deine Eindrücke vom Fan-Event
 
Nachdem es ein Gruppenfoto mit allen Teilnehmern gab, durfte sich jeder ein Poster nehmen (man hatte die Wahl zwischen kleinen und großen – wenn man unter Musicalitis leidet bleibt nicht mehr viel Platz also habe ich mich für ein kleines entschieden ). Nun durften nun alle mit der Cast reden, sich Autogramme holen und eigene Fotos machen. Als „kleines Geheimnis“ hat Stefan verraten dass Stuart in Wirklichkeit lange Haare hat und diese am Hinterkopf hochgesteckt sind damit die typische Tolle perfekt sitzt (aus der Nähe sieht man es auch).


Ich selber habe die Show im März in Bremen gesehen und kann mich Jennys Bericht in vielen Punkten anschließen. Ich hatte zwar eine etwas andere Besetzung, kann aber ebenfalls bestätigen, dass die Spielfreude auf der Bühne für ausgelassene Stimmung im Publikum gesorgt hat. Grease ist ein Gute-Laune-Musical mit tollen Songs, die auch nach über 40 Jahren immer noch Ohrwurmtauglich sind und... Moment mal - über 40 (!!) Jahre?! Meine Güte, nein, das Alter merkt man weder der Show noch dem Soundtrack an.

Vorhang auf, abschalten, Spaß haben.