Ich glaube, ich habe den Film mit 12 zum ersten Mal gesehen. Meine Güte, was war ich in die Musik, die Tanzszenen, die Geschichte und ein kleines bisschen natürlich auch in Patrick Swayze verknallt. Ein richtiges Mädchen halt! Heute hat der Film Kultstatus und auch wenn man sich der Schwächen als Erwachsene mittlerweile durchaus bewusst ist, kann man sich aus nostalgischen Gründen durch das Einlegen der DVD innerhalb kürzester Zeit wieder gut zwei Jahrzehnte jünger zu machen.
Ich weiß noch, dass ich mir damals wünschte "mitten drin" zu sein. Eigentlich also eine gute Idee den Lieblingsfilm aller kleinen und großen Mädchen auf die Bühne zu bringen. Tolle Musik, Tanzszenen... die große Liebe... Eigentlich ist der Stoff wie gemacht für das Musicaltheater.
"Es war der Sommer '63. Alle nannten mich "Baby". Irgendwie hat mir das gefallen. Es war bevor Präsident Kennedy ermordert wurde, bevor es die Beatles gab und als ich nicht abwarten konnte der Friedensbewegung anzugehören. Das war der Sommer, als ich dachte, dass ich nie einen Jungen finden würde, der so toll ist wie mein Dad. Es war der Sommer, den wir bei Kellermans verbrachten."
So beginnt der Film und ich könnte ihn endlos weiter zitieren, weil ich ihn anscheinend tatsächlich auswendig kenne.
Trotzdem bin ich weder direkt nach Hamburg gefahren noch nach Berlin oder London. Und meine Begeisterung, als das Stück nach Oberhausen kommen sollt hielt sich ebenfalls in Grenzen. Warum? Wo ich doch anscheinend "nicht nur schlichtes Wasser in den Adern" habe? Vielleicht grade deshalb!
Jeder Ausschnitt, den ich bei Galas oder in Fernsehsendungen gesehen hatte hielt mich davon ab.
Und doch ließ mich die Neugier nicht so ganz vom Haken und Jahre nach der Premiere nutzte ich dann doch die (so ziemlich) letzte Gelegenheit und den letzten Samstag Abend vor der Derniere, um mir das Stück doch noch anzusehen.
Gott sei dank ging ich mich sehr geringen Erwartungen ins Metronom. Ja, es ist kein richtiges Musical - die Hauptdarsteller singen nicht, es kommt viel vom Band oder wird von Solisten neben der Bühne gesungen. Das Stück ist eher Dialoglastig und es wurden sehr viele Änderungen vorgenommen.
Vielleicht gehöre ich (zumindest in diesem speziellen Fall) zu den Menschen, die mit diesen Abwandlungen nicht gut umgehen können. Für mich stellte sich während des Stücks einfach kein "Dirty-Dancing-Gefühl" ein.
Das hatte verschiedene Gründe! Allen voran: Nicht eine Textzeile wurde aus dem Film übernommen. Alles wurde leicht oder sehr drastisch abgeändert.
Auch bei den Nebenhandlungen hat man "neue" Szenen reingebracht, die -meiner Meinung nach- dort nichts zu suchen hatten. Da war zum Beispiel die Kennenlern-Geschichte der Eltern, Billy auf der Suche nach einer Freundin, Neil auf dem Weg zum Protest gegen Rassentrennung. Löblich, aber unnötig! Wenn schon Dirty Dancing, dann auch bitte so wie man es kennt... Mag jeder anders empfinden - Bei der Vermusicalung dieses Filmes wollte ich "dass alles so ist wie immer".
Hinzu kam, dass mich leider auch die Darsteller nur zum Teil überzeugen konnten.
Dániel Rákasz als Johnny Castle war leider überhaupt nicht mein Fall.
Katja Hentschel und Steffen Laube als Babys Eltern spielten fürchterlich aufgesetzt und überzogen, so dass mir beide in diesen Rollen auch nur wenig sympathisch waren.
Richtig toll hingegen haben mir Baby alias Verena Raab und Johanna Spantzel als Lisa gefallen.
Die zwei haben viel für mich rausgeholt. Verena wirkte sehr "Baby"-like und man hätte sich fast der Illusion hingeben können Jennifer Grey auf der Bühne zu sehen. Katja spielte ihr Talent für Komik voll aus und so wurde ihr Hula-Hana Song, den sie herrlich schräg interpretierte zu meinem heimlichen Highlight des Abends.
Penny wurde von Marie-Luisa Kasta gespielt. Eine tolle Tänzerin und als Schauspielerin solide.
Als Neil stand Matthias Bollwerk auf der Bühne. Grundsätzlich mag ich ihn als Darsteller sehr gerne. Leider hatte seine Rolle absolut nichts mit dem Neil zu tun, den man aus dem Film kennt. Das scheint so gewollt zu sein - mir hat der schleimige Sohn der Geschäftsleitung irgendwie gefehlt.
Ich höre mich an wie ein quängelndes Kind, ich weiß! Aber ich habe mich wirklich (leider) an vielen Punkten gestört. Trotzdem waren auch tolle Momente dabei. Zum Beispiel hat mir die Kulisse gut gefallen und ich mochte es wie viele Szenen umgesetzt wurden. Da war unter anderem die Szene in der Baby und Johnny die Hebefigur im Wasser üben. Der Effekt mit der Leinwand und dem darauf projezierten See war sehr wirkungsvoll. Auch sonst haben die Bühnenbildner ganze Arbeit geleistet.
Die Tanzszenen waren sehr stark. An diesen Stellen lohnt es sich natürlich schon live im Theater zu sitzen. Vorallem auch, weil das (überraschend zahlreiche) Publikum recht begeistert darauf reagiert hat.
Trotzdem würde ich die DVD dem Musical jederzeit vorziehen - insbesondere wenn man bedenkt, dass die DVD im Vergleich zum Musical natürlich nur einen Bruchteil kostet.
Der Film wird immer zu meinen Lieblingen gehören. Wenn ihr mal Zeit habt: Vergleicht die deutsche Übersetzung mit dem englischen Original und ihr werdet feststellen, dass die Damen und Herren Übersetzer anscheinend einen Clown gefrühstückt hatten. Teilweise eine sehr freie Interpretation des englischen Textes, aber auf unvergleichliche 80er Jahre Art mittlerweile einfach nur Kult und saukomisch.
Vielleicht hat man sich beim Libretto des Musicals an dem englischen Originaltext orientiert. Das könnte es möglicherweise erklären... Ist aber wirklich zu schade, weil man sozusagen keinen (Textbau)stein auf dem anderen gelassen hat.
Aber so konnte ich mir während langatmiger Szenen die Zeit damit vertreiben, innerlich die Dialoge zu korrigieren.
Insgesamt war es für mich ein eher "durchwachsenes" Theatererlebnis. Kein typisches Musical, aber das muss es für mich auch nicht unbedingt sein. Ich habe zum Beispiel "Backbeat" in London gesehen, das auch eher ein Theaterstück mit Livemusik war, und war begeistert. Trotzdem wollte der Funke bei Dirty Dancing nicht so recht überspringen. Aber seis drum. Ich hab es nun gesehen und trotz aller Kritik, habe ich auch positive Momente mitgenommen. Nicht viele, aber doch ein paar. Nochmal gucken würde ich es allerdings wohl nicht.
In diesem Blog geht es um die Dinge von denen ich schwärme und die mich bewegen. Zur Zeit sind das vor allem Musicals und Konzerte :) Ich bin viel unterwegs und gucke mir sehr unterschiedliche Stücke an. Um meine Erinnerungen zu teilen und zu bewahren, dafür habe ich diesen Blog eingerichtet.
Samstag, 6. Oktober 2012
Montag, 1. Oktober 2012
Jana Stelley im Montanaros, Düsseldorf
In NRW ist das MONTANAROs vermutlich mittlerweile mehr als nur ein Geheimtipp. Sicher haben viele, die im Capitol-Theater waren, dort einen Kaffee getrunken oder etwas gegessen (Ich empfehle den Salat mit gebackenem Ziegenkäse.... Also sowas von lecker... ich könnte die ganze Nacht davon schwärmen ;-)).
Einmal im Monat - nämlich jeweils am ersten Montag läd Anna Montanaro zur "Mondays Night" in ihr Lokal ein. Der Eintritt ist frei, die Künstler sind in der Musicalszene bekannt und beliebt. Kurz: Es lohnt sich, dort vorbei zu schauen!
Der Oktober-Montag gehörte JANA Stelley. Muss ich sie näher vorstellen?!
Die ersten drei Adjektive, die einem zu Jana einfallen würden sind sicher: Klein, quierlig und lustig. Aber ich würde sie nicht darauf reduzieren wollen. Natürlich scheinen ihr Rollen wie "Penny" in Hairspray oder "Glinda" in Wicked auf den Leib geschneidert zu sein und ich hab jedesmal Tränen gelacht, wenn sie auf ihre unverkennbare Art Spaß auf die Bühne bringt. Kaum einer kann das wie sie. Ich nenne es den "Jana-Effekt": Sie kommt auf die Bühne und ich muss grinsen! Was Jana aber vorallem ist: Ein unglaublich emotionaler Mensch und sie füllt Rollen aus. Man hat das Gefühl sie lebt und leidet mit der Rolle. Beispiel: Glinda... So giggelig, "blond" und oberflächlich sie sie am Anfang auch spielt, so sehr nimmt man ihr auch die Tränen bei "Wie herrlich" oder "Wie ich bin" ab (die oft und reichlich fließen^^). Und so wundert es mich nicht, dass sie auch für "ernstere" Stücke gebucht wird und z.B. als "Wendla" in Spring Awakening, "Eponine" in Les Miserables sehr überzeugende Bühnentode gestorben ist. Genauso wie "mit ihr lachen" kann man auch ganz wunderbar "mit ihr weinen" und genau deshalb gehört - lange Rede, kurzer Sinn - Jana Stelley zu meinen Lieblingsdarstellerinnen! Jawollja! :)
Derzeit spielt sie die "Ulla" in Kein Pardon, direkt im Capitol nebenan und so brachte sie Enrico de Pieri (Peter Schlönzke) als Special Guest mit. Gemeinsam mit ihm sollte es ein bunter Abend werden und schon der Soundcheck vor der Show versprach viel Spaß und gute Laune.
Leider erreichte uns ca. eine Stunde vor Konzertbeginn die traurige Mitteilung, dass Dirk Bach verstorben ist. Das war ein ziemlicher Schock für alle, denn Dirk hatte ja noch vor ein paar Monaten bei "Kein Pardon" den Heinz Wäscher gespielt und war Vielen im Capitol mehr als nur nur ein Kollege, sondern offensichtlich auch ein guter Freund.
Vor dem Konzert ergriff Enrico deshalb das Wort. Alle seien sehr traurig und sehr schockiert über den frühen Tod von Dirk und würden ihn wahnsinnig vermissen. Er fände es aber trotzdem toll, dass Jana ihr Konzert spielen würde. Jeder der Dirk kannte, wisse, dass er fröhliche Menschen und das Musical geliebt hat und der Abend sicher ganz nach seinem Geschmack gewesen wäre.
Das glaube ich ganz sicher! Und während der Show waren sicher alle häufig in Gedanken bei Dirk - in den traurigen Momenten, aber ganz sicher auch während der lustigen, spaßigen Momente.
Jetzt ist schon mehrfach der Name "bunter Abend" gefallen und wenn man sich die Setliste anguckt, dann erkennt man schnell, was es damit auf sich hat.
Jana präsentierte ein gut gemischtes Programm aus Musical-Songs, die ihr im Laufe ihrer Karriere aus den verschiedensten Gründen begegnet sind. Sei es, dass sie die jeweilige Rolle auf der Bühne gespielt hat, sei es, dass sie das betreffende Lied bei einer Audition gesungen hatte, oder einfach immer schon hatte singen wollen. Zu jedem Lied erzählte sie witzige oder interessante Anekdoten und Geschichten, die sie mit dem speziellen Song verbindet. Frau Stelley kann quatschen wie ein Wasserfall - Wer hätte es anders erwartet?! "Wenn ich zuviel rede, dann müsst ihr sagen 'Halt die Klappe und sing'...". Aber wer kann schon einen Wasserfall aufhalten? Und mal abgesehen davon: Wer will das denn überhaupt? Ich glaube, ich spreche für alle: Wir lieben es wenn sie singt, aber ihre Geschichten waren so lustig und es wurde viel gelacht und geschmunzelt. Wer also hätte darauf verzichten wollen?
Leider erreichte uns ca. eine Stunde vor Konzertbeginn die traurige Mitteilung, dass Dirk Bach verstorben ist. Das war ein ziemlicher Schock für alle, denn Dirk hatte ja noch vor ein paar Monaten bei "Kein Pardon" den Heinz Wäscher gespielt und war Vielen im Capitol mehr als nur nur ein Kollege, sondern offensichtlich auch ein guter Freund.
Vor dem Konzert ergriff Enrico deshalb das Wort. Alle seien sehr traurig und sehr schockiert über den frühen Tod von Dirk und würden ihn wahnsinnig vermissen. Er fände es aber trotzdem toll, dass Jana ihr Konzert spielen würde. Jeder der Dirk kannte, wisse, dass er fröhliche Menschen und das Musical geliebt hat und der Abend sicher ganz nach seinem Geschmack gewesen wäre.
Das glaube ich ganz sicher! Und während der Show waren sicher alle häufig in Gedanken bei Dirk - in den traurigen Momenten, aber ganz sicher auch während der lustigen, spaßigen Momente.
Jetzt ist schon mehrfach der Name "bunter Abend" gefallen und wenn man sich die Setliste anguckt, dann erkennt man schnell, was es damit auf sich hat.
Jana präsentierte ein gut gemischtes Programm aus Musical-Songs, die ihr im Laufe ihrer Karriere aus den verschiedensten Gründen begegnet sind. Sei es, dass sie die jeweilige Rolle auf der Bühne gespielt hat, sei es, dass sie das betreffende Lied bei einer Audition gesungen hatte, oder einfach immer schon hatte singen wollen. Zu jedem Lied erzählte sie witzige oder interessante Anekdoten und Geschichten, die sie mit dem speziellen Song verbindet. Frau Stelley kann quatschen wie ein Wasserfall - Wer hätte es anders erwartet?! "Wenn ich zuviel rede, dann müsst ihr sagen 'Halt die Klappe und sing'...". Aber wer kann schon einen Wasserfall aufhalten? Und mal abgesehen davon: Wer will das denn überhaupt? Ich glaube, ich spreche für alle: Wir lieben es wenn sie singt, aber ihre Geschichten waren so lustig und es wurde viel gelacht und geschmunzelt. Wer also hätte darauf verzichten wollen?
Falls man den Abend songtechnisch übrigens nach Farben sortieren möchte... Die Farbe "grün" kam eindeutig nicht zu kurz. Wicked, Tarzan, Shrek... Ja, die "grünen Songs" sind tatsächlich die coolen Songs :)
Die anderen aber irgendwie auch....... Hm - wie dem auch sei - Alles kam mal dran. Gefühlvolle Balladen, die zu Tränen rührten, Musicals die nicht so häuftig auf dem Konzert und Gala-Plan stehen, ältere Klassiker, typische Jana-Stücke, aber vorallem auch Songs, die sie zu singen sonst nicht so oft die Möglichkeit hat. Jana tobte sich voll aus.
Und das Publikum tobte vor Begeisterung - um jetzt mal die passende Überleitung für mein Fazit zu kriegen:
Es war ein grandioser Abend. Ja, das wäre nach Dirks Geschmack gewesen... und nach meinem sowieso!
Und das Publikum tobte vor Begeisterung - um jetzt mal die passende Überleitung für mein Fazit zu kriegen:
Es war ein grandioser Abend. Ja, das wäre nach Dirks Geschmack gewesen... und nach meinem sowieso!
Danke Jana - jederzeit gerne wieder!
Set-Liste (in Wort und Video)
Nur für mich (Les Miserables)
Ich gäb mein Leben für dich her (Miss Saigon)
Ich sag nie nein zu einem Mann (Oklahoma)
Zeit in einer Flasche (Rebecca)
Plötzlich und unerwartet (Wenn Rosenblätter fallen)
Lion Tamer (Stephen Schwartz)
Der Zauberer und ich (Wicked)
Solang ich dich hab - mit Enrico de Pieri (Wicked)
Astonishing (Little Woman)
Die Kleptomanin (F. Holländer)
Skinny Love
Auf einmal - mit Enrico de Pieri (Tarzan)
Morning Person (Shrek)
I think I got you beat - mt Enrico de Pieri (Shrek)
Irgendwo wird immer getanzt (Mozart)
Wild und Frei (Kein Pardon)
No one but you (We will rock you)
Vielleicht kommen noch 1-2 Videos dazu - mal sehen :)
Sonntag, 9. September 2012
Die Päpstin, Hameln 2012
Nach der Premiere 2011 in Fulda, hatte ich nun erstmals wieder die Gelegenheit mir das Stück noch mal ansehen zu können.
Diesmal ging es nach Hameln und nicht nur der Standort war anders. Die Grundgeschichte ist natürlich gleich geblieben (insoweit verweise ich auf meinen früheren Blog) --> *klick*
Für die Wiederaufnahme des Erfolgsstück wurden einige kleinere Änderungen vorgenommen. Rausgenommen wurde z.B. die Figur der "Heiligen Katharina", die in der Ursprungsfassung Johanna stark inspiriert und beeinflusst hat und die, ebenso wie die heidnischen Rabengestalten ihre schützende Hand über sie legte.
Außerdem wird Johannas ältere Bruder Matthias nicht mehr erwähnt. In der Ursprungsfassung hieß es, er habe ihr das Lesen und Schreiben beigebracht. Er selbst war jedoch schon vor Beginn der (Musical)Geschichte verstorben, deshalb empfinde ich die jetzige Fassung weniger kompliziert und gradliniger. Johanna erklärt, sie habe sich das Lesen und Schreiben selber angeeignet in dem sie heimlich den Unterricht ihres Bruders Johannes belauschte.
Die Umsetzung von "Wehrlos" ist in der neuen Fassung ein bisschen weniger "Wicked" als zuvor. Will sagen, Johanna und Gerold knien nicht mehr zusammen auf dem Boden, sondern stehen jeweils auf der rechten bzw. linken Bühnenhälfte und nähern sich nur langsam, während der Waldvorhang bereits nach den ersten Takten der Musik runterfährt. Dadurch erinnert die Szene nicht mehr so stark an "Solang ich dich hab", ist aber leider auch viel weniger romantisch. Ehrlichgesagt, hat mir hier die alte Fassung besser gefallen, aber das ist sicherlich Geschmackssache.
Wie schon in meinem ersten Bericht erwähnt, geht Vieles ein bisschen schnell... Besonders Johannas Verhaftung und anschließende Wahl zum Papst passieren praktisch in einem Atemzug.
Nachdem Johanna den Papstthron bestiegen hat, gerät sie mit ihrem Widersacher Anastasius um die Zukunft des Waisenhauses aneinander. Hier wurde ein Reprise vom Titel "Parasit der Macht" eingefügt. Das Lied passt sehr gut zur Szene, die dadurch eindeutig an Stärke gewinnt. Das tut dem Stück allgemein gut, da das eingefügte Lied Johannas "Amtszeit" verlängert und die Überstürzung der Ereignisse ein wenig bremst. ![]() |
| Tina Haas (Ensemble), Sophie Berner (Johanna) |
Da ich mit dem Blogschreiben derzeit kaum nachkomme, war ich inzwischen drei mal in Hameln und neben der Hauptbesetzung auch alternierende Darsteller in einigen Rollen sehen können. An dieser Stelle werde ich deshalb nicht nur auf die First-Cast eingehen.
Beim ersten Besuch in Hameln konnte ich mich von Sophie Berners Qualitäten als Johanna begeistern lassen. Sie ist die alternierende Päpstin und hat mich von Anfang bis Ende restlos überzeugt. Sophie spielt ausdrucksstark und ihre volle, dunkle Stimme geht einem direkt unter die Haut. Ich kannte sie von einem Konzert im letzten Jahr und hatte mich ganz bewußt dafür entschieden sie mir in dem Stück anzusehen. Eine gute Entscheidung! Sie braucht den Vergleich mit Sabrina Weckerlin nicht zu scheuen, bringt viel Eigenes in die Rolle ein und weiß auf ihre ganz persönliche Art zu fesseln. Etwas irritierend war jedoch, dass der Prolog am Anfang vom Band kam. Denn da war eindeutig Sabrinas Stimme zu hören. Doch zurück zu Sophie. Ich war derart geflashed von ihrer Interpretation der Rolle und ihrer Stimme, dass ich sie mir zwei Wochen später nochmal angucken "musste". Mit dem Ergebnis, dass ich die ganze Show mit Gänsehaut, feuchten Augen und Atemnot wortwörtlich zu kämpfen hatte. Ein Wechselbad der Gefühle und eine Art Achterbahnfahrt, die zweieinhalb Stunden dauerte. Ich sag euch: Danach ist man fertig mit der Welt :-)
Schlussapplaus 25.08.2012 - Matinee
Auch Sabrina Weckerlin hat mir wieder gewohnt gut gefallen. Leider waren die "äußeren Umstände" bei der Show, die ich mit ihr gesehen habe nicht so optimal - An dieser Stelle sei erwähnt, dass es ziemlich ernüchtert, wenn man auf einem PK 1 Platz (seitlich) so enorme Sichteinschränkungen hat, dass man nur 2/3 der Bühne sehen kann. Die Karten sind zu teuer, als dass man dafür Verständnis aufbringen kann. Dafür können die Darsteller nichts, nur konnte ich mich aus Ärger darüber nicht so richtig in die Geschichte fallen lassen. Doch natürlich steht ganz außer Frage, dass Sabrina die Rolle der Päpstin auf den Leib geschneidert ist und sie diese mit Energie und Bühnenpräsenz verkörpert.
In meinen ersten beiden Shows in Hameln spielte Mara Dorn die Mutter und später die Marioza. In der dritten Show hatte ich Tina Haas in diesen Rollen.
Boten der Nacht ist jedesmal ein Gänsehauthighlight für mich, denn die mystische Atmosphäre, die Lichteffekte und die Rabengestalten ziehen mich unweigerlich in ihren Bann. Beide Darstellerinnen haben mir als Mutter gut gefallen und die Szene als solches hat mich wieder einmal bis in innerste berührt. Verdammt - ich werde immer Heulattacken anfälliger :) Als Marioza hat mir Tina ehrlichgesagt besser gefallen. Zwar wirkte sie verhältnismäßig jung in dieser Rolle, doch hat man ihr die intregante Bordellbesitzerin trotzdem in jeder Sekunde abgenommen. Gesanglich war ich von ihr total überrascht. Sie hatte bei Full Monty in Dortmund den 12-jährigen Sohn von Jerry Lukowski gespielt und so gut wie gar nicht gesungen. Diesmal konnte sie eindrucksvoll unter Beweis stellen was sie drauf hat. Sie beherrscht Körper und Stimme und hat mich auf ganzer Linie überzeugt.
Als Johannas Lehrer und Mentor Aeskulapius hatte ich zwei Herren, die unterschiedlicher nicht sein könnten. In meiner ersten Show in Hameln spielte Dennis Henschel die Rolle. Im Prinzip ist er 40 Jahre zu jung und doch ist er kein schlechter Aeskulapius. Mit grau gefärbten Haaren lässt sich das Publikum (zumindest in Reihe 7) täuschen und auch gesanglich hat er mir ganz gut gefallen. Doch ehrlichgesagt: Kein Vergleich zu Claus Dam, der von Natur aus alles ausstrahlt, was ein Aeskulapius haben muss. Würde, Wissen, väterliche Zuneigung und Wärme... Ich kann mir niemanden vorstellen, der perfekter für diese Rolle geeignet wäre. Besonders ergriffen hat mich sein tränenersticktes Loblied auf Päpstin Johanna nachdem sie bei der Prozession tot zusammengebrochen war.
In meinen ersten beiden Shows in Hameln spielte Mara Dorn die Mutter und später die Marioza. In der dritten Show hatte ich Tina Haas in diesen Rollen.
Boten der Nacht ist jedesmal ein Gänsehauthighlight für mich, denn die mystische Atmosphäre, die Lichteffekte und die Rabengestalten ziehen mich unweigerlich in ihren Bann. Beide Darstellerinnen haben mir als Mutter gut gefallen und die Szene als solches hat mich wieder einmal bis in innerste berührt. Verdammt - ich werde immer Heulattacken anfälliger :) Als Marioza hat mir Tina ehrlichgesagt besser gefallen. Zwar wirkte sie verhältnismäßig jung in dieser Rolle, doch hat man ihr die intregante Bordellbesitzerin trotzdem in jeder Sekunde abgenommen. Gesanglich war ich von ihr total überrascht. Sie hatte bei Full Monty in Dortmund den 12-jährigen Sohn von Jerry Lukowski gespielt und so gut wie gar nicht gesungen. Diesmal konnte sie eindrucksvoll unter Beweis stellen was sie drauf hat. Sie beherrscht Körper und Stimme und hat mich auf ganzer Linie überzeugt.
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| Sophie Berner, Tina Haas, Claus Dam, Lutz Standop |
Anastasius: Entgegen allen Unkenrufen haben mir sowohl Sascha Kurth als auch Hauptbesetzung Lutz Standop in der Rolle des fiesen Gegenspieler Johannas ziemlich gut gefallen. Sascha könnte vielleicht noch einen Tacken Hinterlistigkeit drauf legen. Lutz erinnert rollengerecht an eine Ratte, die man am liebsten aus Hameln hinausflöten möchte. Wenn man die Rolle des Fieslings inne hat, dann kann man stolz drauf sein, wenn das Publikum so empfindet. Alles richtig gemacht!
Beeindruckend spielt auch Kristian Vetter, der gleich zwei Rollen verkörpert. Als Vater von Johanna ist er beängstigend und jähzornig, so dass einem selbst im Publikum angst und bange wird - während er als Papst Sergius vorallem seine humorige Seite zeigen kann. Gesanglich immer ein Gewinn. Ich hab mich gefreut ihn mal wieder auf der Bühne sehen und hören zu können!
Auch die weiteren Rollen waren sind wieder gut besetzt und viele Gesichter erkennt man aus der vorangegangenden Spielzeit wieder, trotzdem will ich jetzt nicht auf jeden einzeln eingehen, da das den Bericht vermutlich sprengen würde.
Hier deshalb in aller Kürze:
Gerold - Mathias Edenborn
Arsenius - Leon van Leeuwenberg/Andrea M. Pagani
Rabanus/Fulgentius - Dietmar Ziegler
Lothar/Thomas - Marcus G. Kulp
Richhild - Nadja Weise
So langsam möchte ich nämlich zum Ende und damit zu meinem Fazit kommen. Das fällt ein bisschen anders aus, als ich es zunächst erwartet habe. Ich mochte das Stück von Anfang an ganz gerne, hatte aber bei der Show in Fulda 2011 nicht das Gefühl, dass es ein Stück mit Suchtgefahr werden könnte. Doch mit jedem weiteren Besuch wurde ich mehr in den Bann der Produktion gezogen. Besonders nach meiner letzten Audienz und der damit verbundenen Achterbahnfahrt - auf der ich emotional bis an meine Grenzen durchgerüttelt wurde - steht für mich fest: Dieses Musical muss man gesehen haben. 2013 wird es wieder mindestens für 1 Monat in Fulda aufgeführt. Lasst euch also die Gelegenheit nicht entgehen. Ich hab schon ein imaginäres Kreuzchen in meinen Kalender gemacht. Ich bin tatsächlich ein bisschen verliebt!
Sonntag, 29. Juli 2012
Hairspray, Tecklenburg
Seit Ende Juli "plagen" mich permanent populäre Partymelodien. Ich träume von Kaugummiblasen die so groß sind wie bebrillte, rothaarige Mädchen. Ich weiß nun wieder dass big und blond blendend ist und das wirklich Niemand den Beat stoppt! In Tecklenburg wird seit dem 27.07. gehairsprayed was das Zeug hält und das Zeug hält sogar im Windkanal der NASA.
Hairspray ist ein knallbuntes, sehr lustiges Musical und für mich (neben "Full Monty" und vielleicht "Legally Blonde") DAS gute Laune Stück der letzten Jahre. Schon in Köln hat mich das Fieber gepackt...
Etwas in mir drin hüpft und springt, wenn der Rhythmus erklingt [...] bis in mir drin nur noch Töne sind!
Sowohl die Geschichte, als auch die Musik sprühen vor Lebensfreude, so dass man eigentlich immer mitsingen und tanzen möchte und sich selber fühlt wie Tracy, die trotz einiger Pfunde zu viel, ein Showstar werden will. Ich grüble schon die ganze Zeit wie ich die Geschichte kurz und prägnant zusammenfassen kann, damit wirklich jeder Lust drauf kriegt. Schwierig. Denn auf dem "Papier" klingt das alles irgendwie seltsam. Ich werde mich deshalb darauf beschränken euch später die einzelnen Personen vorzustellen.
Kulisse:
Ihr hört wie begeistert ich bin, trotzdem war ich zunächst ein bisschen "abwartend". Ehrlich gesagt, konnte ich mir das Stück nur schwerlich auf der Freilichtbühne vorstellen. In Köln waren vor allem die Kulisse und die Kostüme herrlich kitschig und knallbunt. Ich war nicht sicher, ob das auf der riesigen Bühne in Tecklenburg nicht ein bisschen unter gehen würde. Doch die Sorge war (mal wieder) unbegründet. Ich sollte mir langsam mal aufhören ständig fremder Leuts Kopf zu zerbrechen und einfach mal Vertrauen auf das Können der Regisseure und Verantwortlichen haben.
Vieles spielt sich auf zwei Ebenen ab. Während die Wohnung der Turnblads auf der Empore des Bühneaufbaus eingerichtet ist, läuft unten die Corny Collins Show. Auf der linken Seite ist Mothermouth Maybelles Reich und auch das Gefängnis. Durch das große Ensemble und viele Tanzszenen wirkt die Bühne nie leer. Die bunten Fassaden und die tollen Kostüme tun ihr übriges um das Baltimore der 60er auf Hairsprayart aufleben zu lassen.
Doch natürlich sind nicht nur die Kostüme und das Bühnenbild sehenswert... Kommen wir also zur Besetzung (und damit auch ein bisschen zur Geschichte).
Tracy Turnblad ist ein pummeliger Teenager mit dem Herz am rechten Fleck. Sie möchte in der Corny Collins Show tanzen. Durch ihren schwarzen Freund Seaweet, der ihr seinen Tanzstil beibringt, schafft sie es in die Sendung. Doch dort herrscht Rassentrennung, gegen die sie auf die Barrikaden geht und damit die ganze Show und Baltimore aufmischt.
Gespielt wird Tracy von der Belgierin Ilse La Monaca, die ihre Sache sehr gut macht. Zuerst musste ich ein bisschen an ihre Stimme und ihre Spielweise gewöhnen, weil ich noch zu sehr an Maite Kelly gewöhnt war. Sehr bald aber hat sich Ilse in mein Herz gespielt und gesungen.
Edna Turnblad wird von Andreas Lichtenberger gespielt. Traditionell geht die Rolle der Mutter an einen Mann und Andreas ist die perfekte Besetzung. Von der ersten Sekunde an hat mich seine Edna in Kittel und Stützstrümpfen, aber auch im Abendkleid umgehauen.
Zusammen mit (dem kleinen) Mathias Schlung, der Tracys verrückt, liebenswerten Vater Wilbur Turnblad spielt sind sie das Ying und Yang der Show. Für "Zeitlos für dich" bekamen beide zu Recht tosenden Szenenapplaus. Das Lied war auf jeden Fall ein Showstopper und sorgte für tränenreiche Lachanfälle auf und vor der Bühne - und das nicht nur bei diesem Lied. Edna ist wirklich ne ganz große Nummer.^^
Getoppt wird dieses Traumpaar der Musicalgeschichte höchstens von einer. Dem Kaugummi kauenden Bühnenflummi JANA Stelley! Als Penny Pingleton, der beste Freundin von Tracy, schafft sie es wirklich in jeder einzelnen Szene durch Mimik, Gestik oder ihren unvergleichlichen Tonfall dem Publikum ein fettes Grinsen auf das Gesicht zu zaubern.
Schon in Köln wurde ich regelrecht pennyfiziert und das ist auch in Tecklenburg wieder der Fall. Was diese kleine Person an Präsenz, Energie und Witz auf die Bühne bringt ist einfach großartig und macht süchtig!
Michael Ernst hat schon in Köln im Ensemble gespielt und Corny Collins gecovert. Die Rolle steht ihm gut. Kurzfristig hat er auch als Link Larkin ausgeholfen, weil Nicky Wuchinger krank war. Der ist nun aber wieder fit und alle Rollen werden wie angekündigt gespielt.
Die Herren machen beide eine gute Figur – müssen sie ja auch. Link ist nämlich der Schwarm aller Teenagermädchenträume (besonders der von Tracy) und Corny der smarte Fernsehmoderator.
Amber von Tussle alias Maja Sikora ist der Tussifaktor bei Hairspray. Sie ist arrogant und überheblich und ist damit die Miniaturausgabe ihrer Mutter Velma von Tussle, die weder Schwarze noch Dicke in der Show haben will.
Beide sind in ihren Rollen herrlich nervig und boshaft. Stimmlich hat mir vorallem Kerstin Marie Mäkleburg gefallen. Ich mag ihre volle Stimmfarbe wirklich gern.
Stimmgewaltig ist auch Amanda Whitford als Mothermouth Maybelle, die Mutter von Seaweet J. Stubbs alias Gino Emnes, die zusammen mit Tracy gegen die Rassentrennung kämpft.
Bei Songs wie "Big, blond und blendend" und vorallem "Ich weiß wo ich war" sorgt sie für viel Gänsehaut beim Publikum. Sie hat einen recht ausgeprägten Akzent und ist nicht immer ganz lupenrein zu verstehen - Aber die Intention der Lieder wird klar und wow - was für ein Organ. Ich finde, dass sie mindestens ebensogut besetzt ist, wie damals Deborah Woodson in Köln.
Eric Minsk und Anne Welte spielen diverse Nebenrollen im Stück. Auch hier kann ich nur sagen, gut besetzt und wie auch das gesamte Ensemble perfekt für das Musical.
Mich hats wieder gepackt, den Rest des Publikums offensichtlich auch. Die Stimmung war gigantisch und beim Schlussapplaus wurde nochmal ordentlich mitgefeiert.
Für mich bleibt als Fazit zu sagen: Hairspray macht einfach Spaß! Die Inszenierung und die Darsteller lohnen sich und die Freilichtbühne sowieso.
Die diesjährigen Stücke könnten unterschiedlicher nicht sein und doch ist jedes auf seine Art absolut empfehlenswert.
Wie schon vorher prophezeit: WAS FÜR EINE SAISON!!!! Danke Tecklenburg, ihr macht mich arm aber glücklich!!! :)
Hairspray ist ein knallbuntes, sehr lustiges Musical und für mich (neben "Full Monty" und vielleicht "Legally Blonde") DAS gute Laune Stück der letzten Jahre. Schon in Köln hat mich das Fieber gepackt...
Etwas in mir drin hüpft und springt, wenn der Rhythmus erklingt [...] bis in mir drin nur noch Töne sind!
Sowohl die Geschichte, als auch die Musik sprühen vor Lebensfreude, so dass man eigentlich immer mitsingen und tanzen möchte und sich selber fühlt wie Tracy, die trotz einiger Pfunde zu viel, ein Showstar werden will. Ich grüble schon die ganze Zeit wie ich die Geschichte kurz und prägnant zusammenfassen kann, damit wirklich jeder Lust drauf kriegt. Schwierig. Denn auf dem "Papier" klingt das alles irgendwie seltsam. Ich werde mich deshalb darauf beschränken euch später die einzelnen Personen vorzustellen.
Kulisse:
Ihr hört wie begeistert ich bin, trotzdem war ich zunächst ein bisschen "abwartend". Ehrlich gesagt, konnte ich mir das Stück nur schwerlich auf der Freilichtbühne vorstellen. In Köln waren vor allem die Kulisse und die Kostüme herrlich kitschig und knallbunt. Ich war nicht sicher, ob das auf der riesigen Bühne in Tecklenburg nicht ein bisschen unter gehen würde. Doch die Sorge war (mal wieder) unbegründet. Ich sollte mir langsam mal aufhören ständig fremder Leuts Kopf zu zerbrechen und einfach mal Vertrauen auf das Können der Regisseure und Verantwortlichen haben.
Vieles spielt sich auf zwei Ebenen ab. Während die Wohnung der Turnblads auf der Empore des Bühneaufbaus eingerichtet ist, läuft unten die Corny Collins Show. Auf der linken Seite ist Mothermouth Maybelles Reich und auch das Gefängnis. Durch das große Ensemble und viele Tanzszenen wirkt die Bühne nie leer. Die bunten Fassaden und die tollen Kostüme tun ihr übriges um das Baltimore der 60er auf Hairsprayart aufleben zu lassen.
Doch natürlich sind nicht nur die Kostüme und das Bühnenbild sehenswert... Kommen wir also zur Besetzung (und damit auch ein bisschen zur Geschichte).
Tracy Turnblad ist ein pummeliger Teenager mit dem Herz am rechten Fleck. Sie möchte in der Corny Collins Show tanzen. Durch ihren schwarzen Freund Seaweet, der ihr seinen Tanzstil beibringt, schafft sie es in die Sendung. Doch dort herrscht Rassentrennung, gegen die sie auf die Barrikaden geht und damit die ganze Show und Baltimore aufmischt.
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| Tracy |
Edna Turnblad wird von Andreas Lichtenberger gespielt. Traditionell geht die Rolle der Mutter an einen Mann und Andreas ist die perfekte Besetzung. Von der ersten Sekunde an hat mich seine Edna in Kittel und Stützstrümpfen, aber auch im Abendkleid umgehauen.
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| Edna & Wilbur |
Getoppt wird dieses Traumpaar der Musicalgeschichte höchstens von einer. Dem Kaugummi kauenden Bühnenflummi JANA Stelley! Als Penny Pingleton, der beste Freundin von Tracy, schafft sie es wirklich in jeder einzelnen Szene durch Mimik, Gestik oder ihren unvergleichlichen Tonfall dem Publikum ein fettes Grinsen auf das Gesicht zu zaubern.
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| PENNY |
Michael Ernst hat schon in Köln im Ensemble gespielt und Corny Collins gecovert. Die Rolle steht ihm gut. Kurzfristig hat er auch als Link Larkin ausgeholfen, weil Nicky Wuchinger krank war. Der ist nun aber wieder fit und alle Rollen werden wie angekündigt gespielt.
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| Link & Corny |
Amber von Tussle alias Maja Sikora ist der Tussifaktor bei Hairspray. Sie ist arrogant und überheblich und ist damit die Miniaturausgabe ihrer Mutter Velma von Tussle, die weder Schwarze noch Dicke in der Show haben will.
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| Velma und Amber |
Stimmgewaltig ist auch Amanda Whitford als Mothermouth Maybelle, die Mutter von Seaweet J. Stubbs alias Gino Emnes, die zusammen mit Tracy gegen die Rassentrennung kämpft.
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| Mothermouth Maybelle & Seaweed |
Eric Minsk und Anne Welte spielen diverse Nebenrollen im Stück. Auch hier kann ich nur sagen, gut besetzt und wie auch das gesamte Ensemble perfekt für das Musical.
Mich hats wieder gepackt, den Rest des Publikums offensichtlich auch. Die Stimmung war gigantisch und beim Schlussapplaus wurde nochmal ordentlich mitgefeiert.
Schlussapplaus vom 10.8.2012
Für mich bleibt als Fazit zu sagen: Hairspray macht einfach Spaß! Die Inszenierung und die Darsteller lohnen sich und die Freilichtbühne sowieso.
Die diesjährigen Stücke könnten unterschiedlicher nicht sein und doch ist jedes auf seine Art absolut empfehlenswert.
Wie schon vorher prophezeit: WAS FÜR EINE SAISON!!!! Danke Tecklenburg, ihr macht mich arm aber glücklich!!! :)
Samstag, 28. Juli 2012
Freitag, 27. Juli 2012
Stanke ohne Strom, Witten (Ich höre auf zu zählen)
Wer ständig unter Strom steht, der muss auch mal Pause machen.
Aufgrund verschiedener terminlicher Überschneidungen zog sich die "ohne-ohne Strom" Zeit ein bisschen in die Länge und so war es mein erstes SOS in diesem Jahr. War nicht grade erst Silvester?! Mensch, wie die Zeit vergeht...
Täusche ich mich, oder wehte da ein anderer, frischer Wind?! Und NEIN, ich meine jetzt nicht den Ventilator, der auf dem vorderen Steg der Bühne platziert war um Herrn S. ein bißchen Luft auf den *äh* Bauch zu wehen...
Zunächst mal "Herzlich Willkommen 5. Bandmitglied" - bisher hatte ich das Vergnügen noch nicht Herrn "HC" *Gesundheit* (man ist der Witz alt) am Keyboard zu erleben. Und ohoooo - er tut der Band gut. "You don't know what you've got till it's gone" wirkt auch in die Gegenrichtung. HC und seine Keyboardkünste und die damit verbundenen Möglichkeit, dass Patrick sich ganz auf Gitarre und Gesang konzentrieren kann, haben ganz entschieden zur "neuen" Professionalität beigetragen.
| Danke an "Steffi Müller", die mir netterweise das Foto zur Verfügung gestellt hat! |
Hatte Patrick überhaupt noch einen Notenständer auf der Bühne?! Korrigiert mich, aber ich glaube, er hatte seine Songs im Kopf. Nicht, dass uns die vielen gewollten und ungewollten Improvisationen der früheren Shows nicht gefallen hätten - aber hin und wieder hatte ich mir schon gewünscht, dass neben all dem Spaß und den Gags auch die ernsthaften Songs ein bißchen mehr Würdigung erhalten würden.
Die Gaga-Boys haben meinen heimlichen Wunsch erhört. Locker war es wie eh und je - aber viel weniger albern. Klar, wir haben immer über die "Somewhere over the Rainbow" Aktionen gelacht. Aber nach über einem Jahr war mal Zeit für eine Veränderung. Konsequenterweise sind daher auch die "Fundstücke" abgeschafft worden. Das heißt aber noch lange nicht, dass SOS für "Stanke ohne Spaß" steht... Im Gegenteil. Grade im zweiten Teil war die Stimmung bombastisch.
Wenn der Vega die Hüften schwingt und der Dagger breakdancend dann gibt es kein Halten mehr.
Ein Highlight war auf jedenfall der "Time Warp" mit Frank n'Furter Einlage und Herrn Dagger als Narrator (Musik stoppt... Chris Dagger kommt von ganz hinten nach vorne, stellt nochmal sein Mirko zu recht "It's just a jump to the left".... und weiter geht die wilde Fahrt.... Der Dagger ist einfach ein Phänomen - kann man nicht beschreiben!
Und auch sonst gabs viel Tolles auf die Ohren.
Set-Liste
Intro
I want to break free
The one that got away (was für eine geniale Balladenversion!!!)
Lady Gaga Mix
Rolling in the deep (Roberta Valentini)
Actions speak louder than Words
Hollywood Hills
Let it Rain (Annika Firley)
Sex on Fire (Chris Vega)
Hold the Line
Too Close
-Pause-
-Pause-
Medley: (Killer/Papa was a Rolling Stone/
Sweet Dreams/The Wall/Shout)
A Team
Closer to the Edge
Falling in Love (SOS)
You oughta know (Roberta Valentini)
Carrie (so schön!)
Like the way I do (Annika Firley)
Here I go again
Time Warp
Skandal im Sperrbezirk
Viva La Vida
Hallelujah
Defying Gravity (17 Minuten xxl Version)
Als special Guests waren Roberta Valentini und Annika Firley dabei. Roberta gehört ja fast schon zur Stammbesetzung und Annika war auch nicht zum ersten Mal dabei. Die beiden haben toll performt - wobei mir besonders Robertas Stimmgewalt gewohnt-gut gefallen hat. Da sie ja häufiger dabei ist, fänd ichs persönlich nicht schlecht zukünftig mal 1-2 andere Songs von ihr zu hören. "Rolling in the deep" und "You ougta know" sind toll,dürften aber ruhig mal abgewechselt werden.
Insgesamt war das Programm wieder mal stimmig, vielseitig und irgendwie YEAH..........!!!
Applaus, Applaus - Es gab neben altbewährten und tollen neuen Coversongs auch eine Eigenkomposition --> und zwar eine fantastische! "Falling in Love" ist ein echter Ohrwurm und mit diesem Song ist der erste Pflasterstein auf dem Weg zur "richtigen Band" ist gelegt worden.
Im November soll dann sogar für DVD-Zwecke gefilmt werden. Das wär ja mal ne Schau! Ne "Schau" war auch wieder dieses SOS und eine tolle Einleitung für ein WMKW = Wahnsinns-Musical + Konzert-Wochenende!!!
(Was für eine grandiose Überleitung zur Ausleitung dieses Berichts).
Freitag, 6. Juli 2012
Roberta Valentini und Marion Furtner in Tecklenburg - Marie Antoinette (Reprise)
Spielt heute wohl die Erstbesetzung? Diese Frage stellt sich in Tecklenburg für gewöhnlich nicht, denn es gibt nur eine Besetzung. Stattdessen sorgt man sich höchstens um den Grad der -nennen wir es mal...- Luftfeuchte...
An diesem Freitag jedoch war so manches anders als gewohnt. Deshalb hab ich beschlossen zu dieser Show zumindest ein "Reprise" zu schreiben :) (Den Bericht zum Stück findet ihr hier)
Auf der Bühne stand diesmal nicht Sabrina Weckerlin als Margrid Arnaud, sondern Marion Furtner. Die Marie Antoinette wurde nicht von Anna Thorén gesungen, sondern von Roberta Valentini und statt Unwetter und 90 % Regenwahrscheinlichkeit präsentierte sich der Himmel über Tecklenburg in strahlendem Blau.
(Ich will ja nicht angeben, oder so... Aber bei 17 Besuchen in Tecklenburg, hatte ich nur zweimal wirklich schlechtes Wetter... Man sollte in mich investieren: Ich kann Sonne machen! :) )
Doch zurück zur Sonder-Besetzung an diesem Freitag:
Marion Furtner... Roberta Valentini?!??! Moment mal... Schrieb sie nicht grade oben noch, dass es in Tecklenburg nur "Erstbesetzung" gibt???! Schrieb sie, ja! Und normalerweise ist das auch so.
Da Sabrina Weckerlin in diesem Sommer auch die Rolle der Päpstin spielt, musste eine Sonderregelung her, damit sie neben den Wochenterminen auch die Premiere und Derniere in Fulda wahrnehmen kann.
An diesen Tagen wurde/wird sie in Tecklenburg durch Marion Furtner vertreten. Das stand von Anfang an fest.
Nicht fest stand jedoch, dass Anna Thorén das Temperaturen auf und ab der letzten Tage auf die Stimmbänder schlagen würde. Das Wetterrisiko birgt leider auch immer ein Krankheitsrisiko und so erwischte es die amtierende Königin.
Bei Facebook überschlugen sich am Freitag die Meldungen.
- Anna ist krank, Roberta Valentini (Erstbesetzung in Bremen) spielt die Marie Antoinette.
- Anna ist krank, spielt aber doch.
Im Smartphone Zeitalter verfolgten wir die Meldungen belustigt, erstaunt und neugierig aus Rizzis Eiscafé ("strömender" Sonnenschein, wie gesagt!) in Tecklenburg und warteten auf das was später kommen würde.
Kurz vor Acht wurde das Marie Antoinette-Rätsel dann endgültig gelöst. Beides ist richtig! Anna darf nicht singen, spielt aber und wird auch die Dialoge übernehmen, während Roberta Valentini beim Gesang aushilft... Und zwar vom Orchestergraben aus.
Der größte Teil des Publikums war erstaunt, aber durchaus gewillt dem Ganzen eine Chance zu geben. So wurde diesmal nicht nur den Dirigent, sondern auch Roberta mit viel Applaus begrüßt.
Sie nahm mit Libretto bewaffnet ihren Stehplatz rechts neben der Dirigentenkabine ein. Hinter ihr eine hölzerne Sichtschutzwand, vor ihr ein kleines Pult für die Noten und eine Lampe für später.
Rein äußerlich war Anna Thorén nichts anzumerken. Sie spielte professionell und auch beim Sprechen schien sie keine hörbaren erkältungsbedingte Probleme zu haben. Doch Stimmbänder sind das Kapital des Musicaldarstellers. Wenn die angeschlagen sind, sollte man vorsichtig sein. So war es sicher richtig und wichtig sie zu schonen. Die Gesangsparts übernahm also Roberta von ihrem Platz vor der Bühne aus und machte einen fantastischen Job. Toll, sie mal live in dieser Rolle hören zu können! Zugegeben, es war erstmal ein bisschen gewöhnungsbedürftig jemanden spielen zu sehen und jemand anderen singen zu hören. Aber die Mischung hatte was. Besonders weil das "Zusammenspiel" der beiden „Maries“ super klappte und Robertas Stimme gut zu Anna passte.
Vielleicht fragen sich viele, warum Roberta nicht die komplette Rolle übernehmen konnte. Auch das wäre sicher eine tolle Sache gewesen, doch die Änderungen im Stück, die völlig anderen Bühnenverhältnisse und Kostüme, waren sicherlich die Hauptgründe dafür. Innerhalb eines Tages wieder in die Rolle zu kommen ist eine Sache, jedoch auch noch innerhalb weniger Stunden die Kostüme zu ändern und sich die Umstellungen im Stück drauf zu schaffen wäre vermutlich ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. So war dies wohl die beste Lösung.
Ich bewundere Anna, die trotz Krankheit eine tolle Performance ablieferte und ziehe den Hut vor Roberta, die wundervoll sang und Marie Antoinette durch ihre Stimme ein neues, ebenfalls interessantes neues Profil gegeben hat. Bestimmt nicht leicht so kurzfristig einzuspringen und wie im Synchronstudio einer anderen Person seine Stimme zu leihen.
Das hat man nicht alle Tage und ich freue mich, dabei gewesen zu sein.
Zufall! Denn eigentlich hatte ich meine Tasche ja gepackt um die alternierende Margrid Arnaud zu sehen. Deshalb liegt der zweite Schwerpunkt meines "Reprise" natürlich auf Marion Furtner! Denn das war für mich nicht minder aufregend. Bisher kannte ich nur Sabrina Weckerlin in der Rolle. Dabei mag ich es total gerne verschiedene Darsteller in derselben Rolle zu erleben. Jeder Darsteller bringt unweigerlich etwas Eigenes mit auf die Bühne. Das macht es spannend und lässt einen mitunter ganz neue Aspekte an einer Rolle entdecken. Wen man nachher lieber mag, bleibt letztendlich Geschmackssache. Mir haben beide Margrids auf ihre jeweilige Art gut gefallen!
Optisch wirkt Marion anders als Sabrina. Sie ist bestimmt einen Kopf kleiner und scheint in dem Lumpengewand fast zu versinken. Das lässt Margrid irgendwie …hilflos erscheinen. Während man bei Sabrinas Margrid von Beginn an eine starke Persönlichkeit hinter all dem Elend vermutet, entfacht Marion zunächst vor allem den Beschützerinstinkt in einem, weil sie so zerbrechlich wirkt.
Optisch wirkt Marion anders als Sabrina. Sie ist bestimmt einen Kopf kleiner und scheint in dem Lumpengewand fast zu versinken. Das lässt Margrid irgendwie …hilflos erscheinen. Während man bei Sabrinas Margrid von Beginn an eine starke Persönlichkeit hinter all dem Elend vermutet, entfacht Marion zunächst vor allem den Beschützerinstinkt in einem, weil sie so zerbrechlich wirkt.
Bei „Blind vom Licht der Kerzen“ liegt ihr Schwerpunkt auch gesanglich mehr auf Traurigkeit und Verzweiflung als auf der Wut und Verachtung, die bei Sabrinas Interpretation schon an dieser Stelle aufblitzt. Das sind nur Nuancen, aber Nuancen, die ich sehr interessant finde. Ich mochte beide Darstellungsweisen. Marion wirkte in ihrer Rolle nicht ganz so unnahbar und unnachgibig wie Sabrina sie darstellt, sondern etwas weicher. Gesanglich fand ich Marion gut. Ich musste mich erst ein bißchen reinhören, weil ich die Lieder bisher ausschließlich von Sabrina kannte und ihre Sprech- und Singstimme sehr, sehr mag. Marion hat aber ebenfalls eine tolle Klangfarbe und einen ganz leichten Wiener Akzent beim Sprechen. Ein bisschen fehlte es ihr an Sabrinas unglaublicher Power. Trotzdem hat sie die Rolle auf ihre Art sehr gut ausgefüllt.
Grade weil sie Magrid auf ihre eigene Weise dargestellt hat und eben grade keine Sabrina-Kopie war. Wer die Chance wahrnehmen will: Marion schlüpft am 12.08. erneut in die Rolle. Ich finde es lohnt sich, sich beide Margrid-Darstellerinnen anzugucken.
Ich für meinen Teil habe es nicht bereut, mir Marie Antoinette dieses mal in ungewöhnlicher Besetzung angesehen zu haben.
Und der Wettergott hat mir anscheinend zusätzlich seinen Segen dazu gegeben. Wenn sich jedes angebliche Unwetter als ein so schöner, lauer, sonniger Sommerabend entpuppt, dann kann man sich wirklich nicht beschweren.
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